Film: Ghost Rider (Kino)

Comics in gedruckter Form kann ich persönlich nicht ausstehen. Comic-Verfilmungen gefallen mir hingegen zum Teil richtig gut. Die letzte aus der Batman-Reihe wäre da zu nennen oder auch die beiden Spiderman-Filme (Teil 3 kommt übrigens in Kürze). Nachdem ich einige ziemlich positive, wie auch negative Kritiken zum Ghost Rider gelesen habe, bin ich in der Erwartung einen unterhaltsamen aber flachen Film zu sehen in Kino gegangen.Und tatsächlich, Ghost Rider ist genau das: Flach aber unterhaltsam! Ein Film bei dem man überhaupt nicht denken muss, nein: gar nicht erst denken darf, da einem sonst bewusst wird, dass man ziemlichen Schrott sieht, bei dem man aber ansonsten für ca. 114 Minuten ganz launig unterhalten wird.

Das nicht-denken-dürfen will ich damit begründen, dass das Drehbuch ziemliche unlogisch bzw. dass der Plot nicht so ganz stringent ist. Beispiel: Ghostrider Jonny wird von der Polizei wegen eines äußerst vagen Indizes erst Hops genommen und dann im Grunde genommen völlig unbegründet eingesperrt. Danach äschert er die halbe Besatzung des Gefängnisses ein, flieht während ihn eine halbe Armee jagt und entkommt. Was würde jeder Cop mit etwas Verstand tun? Genau: Jonnies Wohnung überwachen. Aber Pustekuchen. In Jonnies Wohnung laufen erst Freund, dann Feind und schließlich er selbst ein und kein Cop interessiert sich dafür.
Ebenfalls habe ich nicht verstanden, wieso der Caretaker mit Jonny zur “Location” des finalen Duells zwischen Gut und Böse reitet, sich aber kurz vor der Ankunft -buchstäblich- in Luft auflöst und Jonny die ganzen Mist dann doch alleine richten lässt.

Oder: Warum hat Jonny, nachdem er als Ghost Rider durch ein Messer verletzt wurde, einen Schnitt an der Schulter? Später wurde der Ghost Rider von von etwa 49.000 Kugeln durchsiebt, Jonny hatte aber nicht einen Kratzer…

Apropos Duell: Ghost Rider ist im Grunde genommen ein Action-Film. Aber mit Action ist es doch nicht so weit bestellt. Ich glaube gerade mal vier Kämpfe muss der Rider gegen seine Gegner bestehen. Diese meistert er mit etwas Kettengerassel und feurig Gucken, quasi im Handumdrehen und in Minutenschnelle. Dramatisch und spannend geht anders.

Das wie ich finde Beste an dem Film ist Nicholas Cage, der die menschliche Form des Ghost Rider gibt. Er spielt den Rider Cage-typisch an einigen Stellen etwas debil, bringt aber die Zerrissenheit des Charakters ganz ordentlich rüber. Ich glaube ohne Cage wäre der Film stark in Richtung Schrott abgedriftet. Hauptperson Zwei, ich habe ihren Namen ehrlich gesagt schon wiede vergessen, wird von Eva Mendez (Hitch - Der Date Doktor) gespielt. Die Rolle taugt im Grunde nur für Deko-Zwecke. Das gelingt Menzez’ Ausschnitt aber ganz gut.

Ansonsten steht auf der Positiv-Liste die Optik (vom Ghost Rider abgesehen) und Stimmung des Films. Der höllische Großstadt-Western wird optisch, musikalisch und v.a. auch durch eine tolle Soundkulisse, bei der die Kinolautsprecher mal zeigen dürfen, was in ihnen steckt, gut dargestellt. Der Rider sieht verglichen zu den anderen, toll animierten Gestalten aus dem Computer aber wie eine brennende Billardkugel mit Kieferbruch aus. Da hat man wirklich besseres gesehen. Ich verstehe v.a. nicht, wieso die Hauptfigur, verglichen zu den eher unwichtigen Dämonen, viel schlechter animiert war.

Fazit: Ghost Rider war für mich kein Höllenritt, sondern bestenfalls ein Ritt durch irgendeinen zweitklassigen Vorhof zur Hölle. 5 von 10 Punkten auf meiner Film-Skala.

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