Nach meinem letzten (Hör)buch habe ich gleich das nächste gehört: “Resturlaub” von Tommy Jaud. Die CDs wollen endlich wieder Heim in die Bücherei…
Jauds zweites Buch “Resturlaub” ist ziemlich anders als der Erstling. “Vollidiot” war anfangs urkomisch, schwächelte dann aber schnell ab und wurde gegen Ende, wie ich fand, langweilig. Bei Resturlaub ist das genau anders herum. Anfangs braucht man ein Paar Kapitel resp. Tracks auf der CD, um mit der Geschichte und Charakteren warm zu werden. Dann aber ist sie unterhaltsam, witzig und wird gegen Ende sogar richtig spannend.
Ich fand das Buch große klasse. Das liegt denke ich nicht zuletzt am Leser Christoph Maria Herbst (Stromberg), der schwäbelnd, fränkeln und mit großer Hingabe den Text vorließt. Einige Lacher gehen sicherlich ausschließlich auf die Kappe von Herbst. Wie das Buch selbst gelesen ist, kann ich natürlich nicht genau beurteilen, aber ich würde mal behaupten: auch lesenswert.
Die Geschichte ist originell, für ein Buch dieses Genre überraschend gut Recherchiert und trotz aller Absurditäten auch in sich schlüssig. Geschichten dürfen wie ich finde völlig absurd und phantastisch sein, aber ich mag es gar nicht, wenn der Plot unlogisch und unschlüssig ist.
Wer jetzt noch etwas über den Inhalt lesen will, sollte hier klicken…
“Resturlaub” dreht sich um Peter “Pitschi” Gräulich. Er ist Mitte 30, PR-Mann einer Brauerei in der fränkischen Provinz, seit 10 Jahren mit seiner Freundin Biene zusammen und er steckt in einer üblen Midlife Crisis. Als Biene ihm eröffnet, dass sie nun bereit für Haus und Kind sei und sie letzteres auch gleich im anstehenden Urlaub “produzieren” will, bricht Pitschi aus seinem (eingeblideten) Gefängnis aus und flüchtet dank eines absurden Manövers nach Argentinien. Ja, Ar-gen-ti-ni-en. -”weil des so sche weid wech is’”. Derweil reist die nichtsahnende Biene samt Freunden nach Malle in die geplanten Ferien.
Pitschis Flucht ist der Anfang einer einwöchigen Odysee durch Buenos Aires, auf der er intensive Bekanntschaft mit Salzsäure, Vogue-Models, Koks und Taxis macht. Eine absonderliche Situation jagt die nächste und Pitschi wird -frei nach dem Motto “Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah” - schnell klar: er will wieder zurück. Dummerweise wird ihm dies in just dem Augenblick klar, an dem Biene ihm ihre vorzeitige Rückkehr aus Malle in knapp 2 Tagen bekannt gibt…
Wer wird als erster wieder zurück im heimischen “Bambersch” sein? Wird Pitschi den dort deponierten Abschiedsbrief noch rechtzeitig vernichten können? Oder ist das das Ende der Beziehung? All das erfahren Sie, wenn sie das Buch lesen oder hören *gg*
(Ich sollte Schreiber für Cliffhanger in Seifenopern werden!)
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