Nach The Departed ist Dreamgirls der zweite Film, den ich im Rahmen meiner Oscar-Orgie angesehen habe.
Mann, bin ich froh, dass ich diesen Film nicht im Kino gesehen habe, sondern nur auf DVD. Der Film nervte mich bzw. uns ganz enorm. Als wir vor einigen Monaten den Trailer im Kino gesehen haben, dachte ich schon damals, dass der Film zumindest meinem Geschmack nicht sonderlich entsprechen würde. Dass es aber so schlimm sein würde, dachte ich aber doch nicht.
Entgegen meiner Erwartung, dass Dreamgirls die Verfilmung der Geschichte irgendeiner mir unbekanten Band aus dem America der 60er / 70er Jahre sei, etwa so wie Ray (Klasse!) oder Walk the Line, ist Dreamgirls ein Musical-Film. Oder die Verfilmung eines Musicals – ganz wie man will. Der Trailer hat das jedenfalls nicht verraten… Ich habe mich auch überhaupt nicht mit dem Film im Vorfeld auseinander gesetzt und somit war ich ziemlich irritiert, als nach knapp der Hälfte des Films plötzlich angefangen wurde, Dialoge zu singen. So recht verstehe ich bis jetzt nicht, warum in der ersten Hälfte vom Film kein gesungener Dialog zu hören war…?
Die Geschichte ist musical-typisch mehr als flach, interessante Handlung gibt es kaum, die Leistung der Schauspieler hält sich in Grenzen, aber dafür gibt es viel Gesag: so schallen sowohl gesungene Dialoge als auch die Auftritte der Band permanent aus den Lautsprechern. Wenn man Soul magt bzw. sogar liebt, wird man den ganzen Film sicher besser verkraften, als wir das getan haben. Mir ging die enorm audringliche Soul-Singerei aber nach knapp einer halben Stunde ganz gewaltig auf den Keks. Ein oder zwei Titel von Beyoncé pro Tag im Radio ist toll. Aber einen nach dem anderen über zwei Stunden halten meine Ohren nicht aus. Im Kino, bei höherer Lautstärke, hätte ich davon sicher Kopfweh bekommen…
Falls ich von den Dreamgirls träumen sollte, bekomme ich allerhöchstens Alpträume… Das meiner Meinung nach noch beste an diesem Film war Eddie Murphy, der einen abgewrackten Sänger spielt. Wenn Eddie Murphy einen Ticken langsamer redet und nicht die murphytypische Geblödel durchzieht, ist er ein wirklich guter Schauspieler. Hätte ich nicht geglaubt.
4 von 10 Punkten.