Manchmal kann es ganz nutzlich sein, wenn man in den Genuss eines Proxy-Servers kommt. Z.B. dann, wenn man auf eine Seite will, die für die eigene IP-Adresse gesperrt wurde. Das kann z.B. dann passieren, wenn man zu oft ein zu falsches Passwort eingetippt hat (wie mir eben) oder wenn man auf eine Seite möchte, die z.B. aus .de nicht erreichbar ist (gibt es auch). Oder aber man möchte einfach nicht, dass seine IP-Adresse in den Logs des Seitenbetreibers auftaucht (warum auch immer).
Möglichkeit 1 ist, dass man sich erst umständlich einen (anonymisierenden) Proxy installiert (z.B. TOR oder JAP). Den muss man aber erst runterladen, installieren, den Browser umstellen und zudem sind die Download-Raten in einer Größenordnung, die nur noch von einem 56K Modem unterboten wird. Wollen wir also nicht haben.
Möglichkeit 2 ist einfach und elegant: Man missbraucht einfach Google. Google bietet einen Übersetzungsdienst an. Der erstellt nicht nur unglaublich beeindruckende Übersetzungen von einzelnen Sätzen (Dieser Text wird jetzt mit Google Sprachtools übersetzt! Ich bin mal gespannt, wie viele Fehler da drin sind… —> This text is translated now with Google Sprachtools! I am times strained, as many errors there in it are…) sondern kann auch ganze Webseiten übersetzen. Das sieht dann z.B. so aus. Der entsprechende HTTP-Request dieses Aufrufs sieht (etwa) so aus:
http://translate.google.com/translate?u=url&langpair=de|en
Die Werte des Parameters langpair geben an, von welcher Sprache in welche Sprache übersetzt wird. Hier also von de(utsch) nach en(glisch). Der Wert des Parameters u gibt die URL der zur übersetzenden Seite an.
Da die Übersetzungsqualität eigentlich kaum vertretbar ist (es sei denn man ist ein koreanischer Hersteller von Videorecordern), ist der wohl größte Sinn in diesem Dienst die “etwas von der Norm abweichende” Benutzung als Pseudo-Proxy. Das geht einfach so, in dem man zwei gleiche langpair-Parameter vorgibt. z.B. de|de. Das sieht dann so aus:
http://translate.google.com/translate?u=url&langpair=de|de
Google lässte sich also ganz einfach als “Pseudo-Proxy” missbrauchen, in dem die gewünschte URL dem Parameter u übergeben wird und zwei gleiche langpair-Parameter verwendet werden.