Monthly Archive for Mai, 2007

Joost - Viel Hype, wenig Toll

Seit ein paar Stunden habe ich nun endlich Joost. Sonderlich viel habe ich mich zugegebenermaßen noch nicht damit beschäftigt, aber trotzdem will ich kurz meinen ersten Eindruck beschreiben.Zuerst möchte ich aber sagen was Joost nicht ist: Fernsehen über das Internet. Zumindest kein Fernsehen, wie wir es aus dem Wohnzimmer kennen: Also Glotze an und auf RTL läuft gerade Supernanny (oder sonst ein hoch unterhaltsames Programm). Irgendwo habe ich vor einiger Zeit etwas über Joost gelesen und ich dachte daher, dass Joost das Programm irgendwelcher Fernsehsender ins Internet streamed. Das ist falsch!

In Joost gibt es derzeit nur englischsprachige Programme oder besser gesagt: Filmschnipsel, die man sich ansehen kann. Diese Schnipsel sind in verschiedenen Channels mit unterschiedlichen Themen angeordnet.

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Im Grunde genommen unterscheidet sich Joost also nicht sonderlich von youtube. Der größte Unterschied ist vielleicht der, dass man bei youtube die Filmschnipsel über den Webbrowser lädt und bei Joost über einen eigenen Client. Es gibt weder in Joost noch in youtube Sendezeiten, sondern man kann sich das, was man ansehen möchte, zu jedem Zeitpunkt und auch so oft wie man will ansehen.

Der Unterhaltungswert der Film-Schnipsel, die ich bislang aufgerufen habe, liegt aber leider knapp oberhalb der Raumtemperatur, das Niveau weit unterhalb. Da habe ich auf youtube schon interessanteres und besseres gefunden.

Weg von den Programmen und einige Takte zur Software: Die Bedienung des Clienten ist auch irgendwie … seltsam. Riesige graphische Elemente, die ziemlich umständlich zu bedienen sind, erschweren die Navigation durch das Programm und Channels. Alles ist zwar im Grunde selbsterklärend aber wirklich begeisternd ist die usability nicht. Hübsch gelungen ist hingegen die Optik. Aber davon kann man sich auch nichts kaufen und ein klareres, einfacheres Interface hätte die Bedienung erleichtert.

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Fazit: Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass wenn nicht bald mehr und bessere Programme im Angebot sind, dass der Hype um Joost abebben könnte. Allerdings müssen sich die Macher darüber vorerst sicher keine Gedanken machen.

Ich habe vorher einen im Kontext von Joost ganz witzigen werdenden Satz bzw. Slogan gefunden: “Kino auf Knopfdruck”. Mir schoss dabei “Höchstens Mäusekino. Höchstens!” durch den Kopf ;-)
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Film: Spider-Man III (Kino)

Jeah! Einer der wenigen Filme, die wirklich so gut waren, wie ich mich im Vorfeld darauf gefreut habe. Und ich habe mich tierisch darauf gefreut. Daher bin ich auch schon heute, an “Tag 1″, im Kino gewesen - normalerweise mache ich das ja nicht, weil ich überfüllte Kinos hasse ;-)

Story: Die Story ist natürlich wie bei Superheldenfilmen so üblichen nach dem immer gleichen Muster gestrickt. Guter Superheld muss arme Menschen vor bösem Superschurken retten. Fertig. Naja fast.
Bei SMIII ist gar nicht so ganz klar, wer Gut und wer Böse ist. Peter Parker kämpft z.B. mindestens so sehr gegen seine eigene Schwäche, Hybris und schlechten Seiten, wie gegen seine wahren Feinde. Das erinnert so ein wenig an die ersten beiden Teile des Sequels. Das macht aber einen guten Teil dessen aus, was die Spiderman Filme “gut” und sehenswert macht und was sie von vielen anderen Comic-Verfilmungen unterscheidet. Parker wird z.B. im ersten Teil des Films so überheblich dargestellt, dass irgendwann eine Kinobesucherin zwei Plätze neben mir mit inbrünstiger Entrüstung: “Ja so ein blöder Affe” lauthals in den Saal quakte. Ich glaube das war der Lacher des Abends.

Wenn Peter nicht gerade damit beschäftigt ist sein Ego zu baden, bekommt er diesmal gleich von drei (vier) Gegenspielern kräftig eines drüber: Natürlich mit von der Partie ist Peters ehemaliger Freund Harry “Kobold junior” Osborn, der Peter noch immer für den Tod seines Vaters verantwortlich macht. Zudem wird bei einem seltsamen Experiment der angebliche Mörder von Peters Onkel in den Sandmann verwandelt. Mit sandastischen Kraften ausgestattet terrorisiert er als Sandsturm, Sandmonster und was weiß ich nicht alles die Stadt. Last not least treibt eine seltsame schwarze Masse ihr Unwesen in der Stadt. Das Zeug kann von Menschen Besitz ergreifen und verstärkt deren “dunkle” Seite. Peter kommt zunächst selbst mit dem Zeug in Berührung und wird zum “bösen” Spiderman. Als ihm seine Verwandlung bewusst wird, gelingt es ihm mit Mühe sich von dem Zeug zu trennen. Dummerweise ergreift die Masse aber Besitz von einem anderen und die Probleme gehen damit erst wirklich los.

Ach ja: Mary-Jane, die Freundin von Peter ist auch wieder mit von der Partie. Das Verhältnis der beiden zueinander ist natürlich auch wieder ein zentraler Teil der Handlung.

Kritik: Die ersten paar Minuten haben mich überhaupt nicht vom Hocker gerissen, da der Film einige Zeit braucht, bis er aus den Puschen kommt. Dann aber wird man bestens unterhalten. Für eine Comic-Verfilmung haben alle Charaktere überraschend viel Tiefgang. Keiner ist einfach “nur böse” oder “nur gut”, sondern alle Charaktere haben ihre Geschichte und sind tiefgründig und “echt” dargestellt.

Natürlich bietet der Film auch “krasse Action”. Während des finalen Kampfs tönte irgendwann ein begeistertes “Feeeeett Alder” gefolgt von einem “Ey, sei ruhig du Mongo” durch den Saal, während alle anderen gespannt die Luft angehalten haben. Noch ein “publikumsverschuldeter” Lacher. :D

Aber auch wegen dem Film (Nein! Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod!) wegen des Films darf gelacht werden. Szenen in denen der Zeitungs-Chef auftritt, sind hier besonders zu nennen. Der dauernd Zigarre qualmende Typ ist so überzeichnet dargestellt, dass er wie eine Karikatur wirkt. Er wird immer dann eingesetzt, wenn die Handlung zu dramatisch oder actionhaltig wird, um etwas Tempo aus der Geschichte zu nehmen. Das tut dem Film sehr gut.

Die Umsetzung des Films ist insgesamt ganz phantastisch gelungen. Der Spagat zwischen Comic-Verfilmung, Action, tiefgründigen Charakteren, guten Animation und Humor ergibt einen äußerst unterhaltsamen Mix. Spider Man III ist daher für mich Popcorn-Kino vom Feinsten.

Fazit: Hoffentlich gibt es einen vierten Teil!#

 

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