Monthly Archive for Juli, 2007

Wunderliches Internet

[Schleichwerbung = on]

Ich bin ja bekennender Internet-Junkie und surfe auf vielen mehr oder weniger sinnvollen Seiten herum und finde so auch mehr oder weniger sinnvolle Dienste im Netz. Vor ein paar Wochen bin ich über trnd (sprich: Trend) gestolpert und habe mich dort auch prompt angemeldet. trnd ist ein Dienst / Projekt / was auch immer, der / das sozusagen virales Marketing für neue Produkte betreibt - ob man das jetzt gut finden darf oder nicht, lasse ich mal dahingestellt. Man bekommt also irgendein Produkt kostenlos zur Verfügung gestellt, sollte das dann auch unter seinen Freunden verteilen und auch mal etwas Feedback auf der Seite von trnd geben, Schleichwerbung machen etc… Ich als Schwabe finde das natürlich vor allem toll, weil man so auch mal was kostenlos abstauben kann :-)
Vorhin klingelt es an der Haustür und der Postler drückt mir ein Paket in die Hand. Inhalt:

Eine Fuhre Mundpflege-Bonbons mit Zungenreinigungsfunktion - was es nicht alles gibt - zum Testen, die wohl bis zur nächsten Steinzeit reichen sollten. Prädikat: ziemlich lecker. Viel verschenken werde ich wohl nichts *lach*

[/Schleichwerbung]

Spruch des Tages

Lange Rede -
Gar kein Sinn!

(Scrubs)

Skurriles aus Tübingen

Tübingen ist ja an und für sich wirklich ein äußerst hübsches Städtchen (siehe unten das von abermillionen Japanern photographierte Neckarufer-Idyll)…

Aber manche Dinge finde ich schon sehr skurril an diesem Städtchen. Zum Beispiel den Automaten für Fahrradschläuche in verschiedenen Größen :D!

Ich will ja nicht wissen, wie viele Besoffene davor schon gestanden haben und sich später gefragt haben, wie sie das “komische Kondom” anlegen sollten. Oder alternativ: Wie viele sich über die Angaben auf dem Automaten (Größe: 21 - 28 Zoll, Belastbarkeit: bis 7 Bar) gewundert haben :D

Harry Potter V

Düster ist sie, die fünfte und neueste Verfilmung aus der Harry Potter Reihe, so düster, dass ich sagen würde: Liebe Ellies: bleibt mit euren Kindern daheim und lasst sie besser Benjamin Blümchen schauen, wenn ihr sie nicht im nächsten halben Jahr -Alpträumen sei dank- im Ehebett haben wollt. Ein Film für Kinder ist das sicherlich nicht. Das hat man auch ganz deutlich heute Abend am Publikum gemerkt. Ich habe selten so viele “so richtig echt Erwachsene” (= Menschen über 30) im Kino gesehen, wie an diesem Abend.

Die Verfilmung, also die Umsetzung von Buch zu Film, fand ich ziemlich gut. Ich habe das Buch zwar nicht mehr genau im Kopf, aber ich denke, dass alle wichtigen Stationen wiedergegeben wurden. Allerdings reihen sich im Film die einzelnen Episoden sehr staccatoartig hintereinander, ohne wirklich sonderlich sorgfältig verbunden zu werden. Der Film wirkt daher, als ob er nicht so recht im Fluss wäre - holprig also. Man könnte aber auch so argumentieren, dass das ein Stilmittel ist, dass die brenzlige Lage, Ruhelosigkeit und Hast ausdrücken soll - sehr gut möglich.

Richtig schön gemacht ist die Stimmung im Film. Die Bilder sind von Anfang bis Ende entsättigt (=Farben wurden abgeschwächt) und mit einem Sepia-Touch versehen worden. Das schafft tatsächlich auf Dauer eine beklemmende Atmosphäre, die auf den Zuschauer übergeht. Wer sich mal mit der Theorie der Bildwirkung auseinander gesetzt hat (darf ich gerade machen), kennt das Phänomen unter dem Begriff “Entsättigungstheorie”. Diese so manipulierten Bilder geben die im Buch beschriebene Situation wirklich recht gut wieder - die Welt ist so aus den Fugen geraten, wie die Farbe im Bild. Ebenso glänzend gemacht ist die Chef-Inquisitorin Dolores (dolor = Schmerz) Umbridge. Die Frau in ihrem rosa Kostümchen und Schwabbelbacken ist so genial überzeichnet, dass man sie vom ersten Augenblick an hasst. Da toppt der Film das Buch ganz klar. Nicht so recht gefallen hat mir der Showdown am Schluss: Dumbledore (der “neue” Dumbledor sieht aus wie ein Penner, den man unter einer Brücke hervorgezogen hat) vs. Lord Voldemort. Mich haben die Bilder und Geräusche unglaublich an Star Wars erinnert. Das hätte man vielleicht etwas anders machen müssen.

Das war es dann aber auch mit den guten Seiten. Denn eigentlich ist der Film ziemlich langatmig. Wie eben das Buch auch. Der fünffte Teil der Potter-Reihe ist imho der bislang schlechteste - der Film kann also kein Glanzstück werden, weil schon das Buch nicht gut ist. Als ich das Buch damals lesen wollte, habe ich es nach 300 Seiten bei Ebay verklappt, weil ich es schrecklich fand. Als Hörbuch war es hingegen gut, aber auch nur, weil der Leser Rufus Beck das einfach glänzend macht.

Gemacht ist der Film mehr als solide, Inhaltlich muss man ihn mögen ;-) 6 /10 Punkten von mir dafür.

Alternative Problemlösungsstrategien

Oder: Spiegel-Leser tragen mehr!

Hat jemand von euch geschätzen männlichen Lesern schon mal versucht eine brauchbare Tasche zu kaufen? Also keine Aktentasche, keine Notebooktasche, keine Reisetasche, keine Sporttasche, keine Beischlaf-Beutel (für Shorts, Shirt, Schampus, Zahnbürste und Kondome) sondern so eine Art Pendant zur weiblichen Handtasche!? Ein Ding, in das man Handy, Autoschlüssel, Regenschirm, Kippen (falls benötigt) und auch mal ein Buch und ein paar Schreibsachen werfen kann? Sozusagen die Alternative zur ausgebeulten Hosentasche?? Die Emanzipation des Mannes von der Frau (Kein: “Schatz, kannst du das mal bitte in deine Tasche tun!?”)???

Ich glaube das ist eine ab-so-lu-te Marktlücke. Zumindest in meinem geliebten Heimatland Reutlingen scheinen sämtliche Läden, in denen man sackförmige Trageprodukte mit Umhängefunktion käuflich erwerben kann, genau sowas, das mir vorschwebt, nicht zu führen. Das gibt es einfach nicht. Statt dessen drücken einem völlig schockierte Verkäuferinnen (”ein Typ will eine Tasche kaufen, das ist jetzt aber abnormal….”) alle möglichen komischen Taschen (Kulturbeutel, Bordtaschen fürs Flugzeug, usw…) oder abstrus große und nicht minder teure Rucksäcke mit etwa 32 Fächern, innenliegender Notebooktasche und außenliegendem Ipod-Fach in die Hand. Die Dinger haben dann Dimensionen, dass man locker einen zweiwöchigen Trip durch Nepal damit bestreiten könnte. Im nächsten Laden bekomme ich sogar eine Tasche in die Hand, die man nicht einfach so umhängen kann, sondern in die man einsteigen muss. “Bodybag nennt sich das”, wurde mir erklärt. Ein klassischer Fall für einen sehr misslungenen Neologismus. Ich will die Verkäuferin schon fragen, was man mit der restlichen Leiche machen soll, weil in den Bodybag ja höchstens der Kopf reinpassen würde, lasse es aber doch. Letzte Hoffnung: Internet. Dort gibt es für die Winzigkeit von 300€ cremefarbige Täschchen, die wie ein Pistolenholster unter der Jacke getragen werden können. Etwas derartig doofes habe ich noch nicht gesehen. Aber es gibt auch zugegebenermaßen recht coole Taschen aus alten LKW-Planen, die im Prinzip gar nicht verkehrt sind, aber 150€ kosten und so weiter und so weiter… Ich gebe auf. Ich schwenke die weiße Flagge. Ich beule meine Hose weiter aus.

Eine Stunde später sehe ich auf Spiegel online, dass Spiegel jetzt auch Taschen, Radios und Armbanduhren verkauft! Eine der Taschen gefällt mir sogar! Der Preis stimmt auch - ich meine für 19,90€ kann man doch nichts sagen!? Und zusätzlich bekommt man auch noch 13 Ausgaben vom Spiegel geschenkt. Gut. Die hätte ich jetzt nicht gebraucht, aber einem geschenkten Barsch, schaut man ja nicht ins Maul. Also: gleich mal bestellt…!

Letzten Freitag kam dann meine Tasche in einem winzigen Transport-Karton…

… und siehe da: Das Ding ist tatsächlich ganz passabel.

Wichtiges Memo an mich: Manchmal muss man ein Problem einfach etwas anders angehen, um es zu lösen! *lach*

Das Handy zum telefonieren(!)

Ohne Worte! (Ok - fast!) Heute gesehen in der Auslage von einem Laden für Senioren-Bedarf. Man kann leider nicht so recht erkennen, wie groß das Ding tatsächlich ist. So Pi mal Daumen waren das sicher 30 - 35cm Länge und 8cm Breite. Ich will dazu mal die passende Gürteltasche sehen!

:D

Honee…?

 … geklaut von I can has cheesburger (siehe Blogroll)


(honee-not-now-i-has-headache.jpg)

Arpa Kadabra - Die Geschichte des Internet (Hafner / Lyon)

Nein, Arpa Kadabra ist kein Zauberspruch aus dem neuesten Potter und nein, ich schreibe auch nichts über die Geschichte des Internet an sich. Ich lese gerade ein ziemlich* hervorragendes Buch, das die Ursprünge des Internet erzählt. Der Klappentext sagt:

Arpa Kadabra erzählt die Geschichte des Internet, die Geschichte einer der faszinierendsten technischen Entwicklungen unserer Zeit. Aber auch die Geschichte einer kleinen Gruppe junger Wissenschaftler und Ingenieure, die vor 25 Jahren im Auftrag der -Arpa- einer Abteilung des US-Verteidigungsministeriums - ein Computernetz bauen sollten, um die Supercomputer einiger amerikanischer Eliteuniversitäten miteinander zu verbinden.

Die Geschichte ist tatsächlich faszinierend. Ich kannte sie zwar schon grob durch einige Vorlesungen, die sich direkt oder indirekt mit dem Internet bzw. Netzwerken an sich beschäftigt habe, aber so präzise wie im Buch beschrieben natürlich nicht. Ich vermute, dass “normale” Menschen ohne große Vorbildung in puncto Informatik nicht so viel Freude an dem Buch haben werden. Aber all diejenigen können so “in der ersten Reihe” sitzen und die Entwicklerteams bei ihrer revolutionären und komplexen Idee Großrechner über ein Netzwerk zu verbinden “beobachten”.

[Nachtrag: Da ich das Buch jetzt (19.07.) vollends durch habe bin ich so ein klein wenig enttäuscht. Das Buch beschreibt im Grunde genommen zu mindesten 75% die Entstehung des ARPAnet - also dem ersten Netzwerk überhaupt. Das Internet, das erst nachdem überall auf der Welt mit dem ARPAnet vergleichbare, landesweite Netze als das "Netz der Netze" entstand, spielt eine sehr kleine Rolle.

Ich habe mir daher gerade noch "Die Wiege des Web. Die spannende Geschichte des WWW." von James Gillies in Amazonien bestellt. Das Buch soll dort anknüpfen, wo Arpa Kadabra aufhört. Bin mal gespannt, was da drin steht!]

[Nachtrag 2: Die Wiege des Web ist jetzt gelesen und bewertet, siehe hier.]

Ein ganz klarer Lesetipp für alle “Netzwerker” mit Interesse für Geschichte. Die 25€ lohnen sich.

Noch ein paar Links zum Thema:

___________

* wer mich kennt weiß, dass “ziemlich” einer meiner liebsten Understatement-Begriffe für “sehr” ist ;-)

Knipserein…

… in der Lernpause. Oder: Fliegendes Viehzug ist furchtbar fies zu fotografieren ;-)

 

 

(Diese Fühlerchen…)

 

(Fliegt nicht. Stimmt. Dafür mit Polfilter)

 

(Dito)

Rezept: Spaghetti Aglio + Olio + Pepperonchini + Pomodori

Ich glaube “Rezept” zu dieser Bauanleitung zu sagen ist übertrieben… Bei mir war das ehrlich gesagt nur ein Versuch eine gute Handvoll Spaghetti vor dem Mülleimertod zu retten und einer sozialverträglicheren Verwendung zuzuführen: nämlich essen.
Zutaten:

  • Spaghetti, gekocht in beliebiger Menge. Gerne auch vom Vortag
  • Olivenöl, in zur Spaghettimenge passendem Verhältnis
  • Knoblauch, so viel wie man sich traut oder darf
  • Pepperoni, so viel wie man verträgt (da meine noch nicht reif sind und sonst keine da waren, habe ich getrocknete, zerstoßene verwendet)
  • Tomaten
  • Basilikum

Zubereitung:

Knoblauch schälen und in feine Scheibchen schneiden. Pepperoni ebenfalls in Scheibchen schneiden. Bei den aus Holland importierten, schüchternen Supermarkt-Teilen evtl. die Kerne und Stege drin lassen (in den Stegen sitzt das meiste Capsaicin) - sonst kann man gleich Paprika nehmen. Knoblauch und Pepperoni in einer Pfanne in Olivenöl ein bis zwei Minuten bei wenig Hitze ganz leicht anbraten - v.a. sollte der Knoblauch nicht dunkel werden.

Wer will kann die Tomaten erst in einen Topf geben, mit heißem Wasser überbrühen dann schälen und entkernen oder (wie ich) sie so wie sie sind klein schneiden und dann in der Pfanne schwenken und nur wenig ankochen.

Die Spaghetti darauf geben, wenden, heiß werden lassen. Noch etwas Salzen und am Schluss eine Portion Basilikum drauf.

Wer die “perfekte” Zubereitung dieses (bzw. eines ähnlichen) Gerichts probieren möchte, der kaufe sich eine Nudelmaschine und lese hier nach.

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