Düster ist sie, die fünfte und neueste Verfilmung aus der Harry Potter Reihe, so düster, dass ich sagen würde: Liebe Ellies: bleibt mit euren Kindern daheim und lasst sie besser Benjamin Blümchen schauen, wenn ihr sie nicht im nächsten halben Jahr -Alpträumen sei dank- im Ehebett haben wollt. Ein Film für Kinder ist das sicherlich nicht. Das hat man auch ganz deutlich heute Abend am Publikum gemerkt. Ich habe selten so viele “so richtig echt Erwachsene” (= Menschen über 30) im Kino gesehen, wie an diesem Abend.
Die Verfilmung, also die Umsetzung von Buch zu Film, fand ich ziemlich gut. Ich habe das Buch zwar nicht mehr genau im Kopf, aber ich denke, dass alle wichtigen Stationen wiedergegeben wurden. Allerdings reihen sich im Film die einzelnen Episoden sehr staccatoartig hintereinander, ohne wirklich sonderlich sorgfältig verbunden zu werden. Der Film wirkt daher, als ob er nicht so recht im Fluss wäre - holprig also. Man könnte aber auch so argumentieren, dass das ein Stilmittel ist, dass die brenzlige Lage, Ruhelosigkeit und Hast ausdrücken soll - sehr gut möglich.
Richtig schön gemacht ist die Stimmung im Film. Die Bilder sind von Anfang bis Ende entsättigt (=Farben wurden abgeschwächt) und mit einem Sepia-Touch versehen worden. Das schafft tatsächlich auf Dauer eine beklemmende Atmosphäre, die auf den Zuschauer übergeht. Wer sich mal mit der Theorie der Bildwirkung auseinander gesetzt hat (darf ich gerade machen), kennt das Phänomen unter dem Begriff “Entsättigungstheorie”. Diese so manipulierten Bilder geben die im Buch beschriebene Situation wirklich recht gut wieder - die Welt ist so aus den Fugen geraten, wie die Farbe im Bild. Ebenso glänzend gemacht ist die Chef-Inquisitorin Dolores (dolor = Schmerz) Umbridge. Die Frau in ihrem rosa Kostümchen und Schwabbelbacken ist so genial überzeichnet, dass man sie vom ersten Augenblick an hasst. Da toppt der Film das Buch ganz klar. Nicht so recht gefallen hat mir der Showdown am Schluss: Dumbledore (der “neue” Dumbledor sieht aus wie ein Penner, den man unter einer Brücke hervorgezogen hat) vs. Lord Voldemort. Mich haben die Bilder und Geräusche unglaublich an Star Wars erinnert. Das hätte man vielleicht etwas anders machen müssen.
Das war es dann aber auch mit den guten Seiten. Denn eigentlich ist der Film ziemlich langatmig. Wie eben das Buch auch. Der fünffte Teil der Potter-Reihe ist imho der bislang schlechteste - der Film kann also kein Glanzstück werden, weil schon das Buch nicht gut ist. Als ich das Buch damals lesen wollte, habe ich es nach 300 Seiten bei Ebay verklappt, weil ich es schrecklich fand. Als Hörbuch war es hingegen gut, aber auch nur, weil der Leser Rufus Beck das einfach glänzend macht.
Gemacht ist der Film mehr als solide, Inhaltlich muss man ihn mögen
6 /10 Punkten von mir dafür.
0 Responses to “Harry Potter V”
Leave a Reply