Heute habe ich eine vortreffliche neue Möglichkeit kennen gelernt, wie man eine am Vormittag auf’s gründlichste geputzte und wohlriechende Küche in ein stinkendes Schlachtfeld verwandeln kann.
Dazu braucht man nur folgendes:
- ein Glas mit Schraubverschlüss
- 2 Knollen frischen Knoblauch
- Olivenöl
- einen Kühlschrank
- 6 Wochen Zeit
… und den guten Vorsatz Knoblauch durch Einlegen in Öl zu konservieren.
Liebe Leser: das ist eine denkbar blöde Idee.
Heute beim Öffnen des “konservierten” und an und für sich wunderbar appetitlich aussehenden Knoblauchgläschens passierte nämlich folgendes: zuerst gab es einen “Plopp”, dann ca. 3 Sekunden später begann der Inhalt des Glases zu sprudeln(!). Zuerst blubberte es nur ein wenig aus einzelnen Zehen, dann blubberte schlagartig die ganze Füllung des Glases. Etwa so, als ob man eine Flasche mit Hefeweizen schüttelt und dann den Kronkorken abmacht. Der geübte Hefeweizentrinker weiß, was jetzt kommt: Schaum. Und exakt den, produzierte auch das Knoblauchglas. Olivenölschaum mit giftigem Knoblauchgammelgas in den Bläschen. Da weder meine Freundin noch ich jemals explodierende Knoblauchdauerkonserven erlebt haben, standen wir beide staunend und mit heruntergeklappter Kinnlade andächtig vor dem auf die Küche schäumenden Glas…
Was ist eigentlich das olfaktorische Pendant zu “Ohren betäubend” oder “Nerven erfetzend”? Nasenschleimhaut zerfressend? Genau so stank jedenfalls das Zeugs… Zum Ko**en!
Eine halbe Flasche Spühli, eine Rolle Küchentücher und diverse Spritzer Spiritus später, war die Arbeitsfläche von der Küche auch wieder sauber, ölfrei und in einem geruchlichen Zustand, der als halbwegs “neutral” bezeichnet werden konnte.
Wichtiges Memo an mich: Knoblauch nicht in Olivenöl einlegen. Es sei denn, man möchte zu hause Tränengas produzieren.
Du hast nicht zufällig ein Video davon gemacht? Das würde ich zu gern gesehen haben!
Warte aber bitte ca. 6 Wochen mit der Zustellung. Mir scheint der Zeitfaktor nicht unerheblich
Ich hatte auch mal Knoblauch eingelegt und noch länger gewartet! Den Kühlschrank habe ich auch außer Acht gelassen.
Das Knoblauch mit der Zeit auch in Öl verwesen kann, hat mich wohl vor gerettet. Ich hatte das Glas kurzerhand entsorgt. Welch ein Glück, wenn ich deinen Bericht lese.
… stimmt!
Ich habe vorhin noch ein bisschen danach gegoogelt und
das Internet ist voll von Berichten von blubberndem Knoblauch. Hast du deinen Knoblauch vorher blanchiert? Nein. Ich auch nicht. Hätten wir machen sollen.
Außerdem: der Gammelknoblauch kann im schlimmsten Fall tatsächlich giftig sein, wenn irgendwelche Botulismus-Bakterien ihr Unwesen treiben.
Mit Basilikumblättern funktioniert das hervorragend und schmeckt ziemlich lecker zum Salat.
Wie lange hast du deine Pesto-Vorstufe stehen lassen? Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass das auch vortrefflich gammeln kann…!!
Ich hab zwei Gläse angesetzt.
Das eine blieb unter Verschluss und war super im Kühlschrank gelagert.
Das zweite wurde zwischendurch geöffnet um weitere Basilikumblätter hinzuzufügen. Das stand auch nicht in der Kühlung und hat irgendwann mal nette weiße “Blüten” bekommen. Daraufhin hat das Glas ein neues Zuhause bekommen, im Mülleimer.
Beide Gläser standen circa 8 Wochen rum.
Siehst du…
Es kann vortrefflich gammeln.
Das ist glaube ich noch nicht mal so ungefährlich. Dieses Botulismusbakterium bzw. dessen Ausscheidungen müssen wirklich bösartig giftig sein und können -wenn nicht zur Milderung von Fältchen eingesetzt- wohl im schlimmsten Fall einen auch unter die Radieschen bringen…
“… mhmmm, Radieschen…”