Bayrisch für Schwaben (1)

Gerade beschleicht mich ein leichtes Hungergefühl und daher habe ich geguggt, was in der Mensa heute Mittag leckeres auf dem Speiseplan steht. Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob ich das gemacht habe, um den Hunger zu dämpfen, aus Neugierde oder um mich auf das Schlimmste vorab gefasst zu machen. Kurze Rede, langer Sinn*: Es gibt “Naturschnitzel und Grillwammerl mit Kräuterbutter und Wedges oder B.n.W”.

  • Naturschnitzel: ist klar
  • Kräuterbutter: ist klar
  • Wedges: ist klar
  • B. n. W.: mittlerweile klar (Beilage nach Wahl)

Aber was zum Geier ist ein/eine Grillwammerl? Etwas googeln bringt des Rätsels Lösung:

Grillwammerl, das (neut.): Durchwachsener (Bauch)Speck vom Schwein auf dem Grill zubereitet.

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* :D

Knofel à la Surprise

Heute habe ich eine vortreffliche neue Möglichkeit kennen gelernt, wie man eine am Vormittag auf’s gründlichste geputzte und wohlriechende Küche in ein stinkendes Schlachtfeld verwandeln kann.

Dazu braucht man nur folgendes:

  • ein Glas mit Schraubverschlüss
  • 2 Knollen frischen Knoblauch
  • Olivenöl
  • einen Kühlschrank
  • 6 Wochen Zeit

… und den guten Vorsatz Knoblauch durch Einlegen in Öl zu konservieren.

Liebe Leser: das ist eine denkbar blöde Idee.

Heute beim Öffnen des “konservierten” und an und für sich wunderbar appetitlich aussehenden Knoblauchgläschens passierte nämlich folgendes: zuerst gab es einen “Plopp”, dann ca. 3 Sekunden später begann der Inhalt des Glases zu sprudeln(!). Zuerst blubberte es nur ein wenig aus einzelnen Zehen, dann blubberte schlagartig die ganze Füllung des Glases. Etwa so, als ob man eine Flasche mit Hefeweizen schüttelt und dann den Kronkorken abmacht. Der geübte Hefeweizentrinker weiß, was jetzt kommt: Schaum. Und exakt den, produzierte auch das Knoblauchglas. Olivenölschaum mit giftigem Knoblauchgammelgas in den Bläschen. Da weder meine Freundin noch ich jemals explodierende Knoblauchdauerkonserven erlebt haben, standen wir beide staunend und mit heruntergeklappter Kinnlade andächtig vor dem auf die Küche schäumenden Glas…

Was ist eigentlich das olfaktorische Pendant zu “Ohren betäubend” oder “Nerven erfetzend”? Nasenschleimhaut zerfressend? Genau so stank jedenfalls das Zeugs… Zum Ko**en!

Eine halbe Flasche Spühli, eine Rolle Küchentücher und diverse Spritzer Spiritus später, war die Arbeitsfläche von der Küche auch wieder sauber, ölfrei und in einem geruchlichen Zustand, der als halbwegs “neutral” bezeichnet werden konnte.

Wichtiges Memo an mich: Knoblauch nicht in Olivenöl einlegen. Es sei denn, man möchte zu hause Tränengas produzieren.

Mission: Leberkässemmel

Die Tage war ich Mittags mit meinem Kollegen beim Bäcker, um etwas Essbares zu organisieren. In der Mensa gab es nämlich nichts, was in diese Kategorie auch nur ansatzweise gepasst hätte…

Beim Bestellen machte ich wahrscheinlich schon den ersten Fehler: Ich bestellte statt einer “Laberkassemmel” einen “Läberkäswecken” und statt einer “Brez’n” “a Brätzl”. Blöd. Die erzbayrische(?) Bäckereifachverkäuferin schaute jetzt noch einen ticken grießgrämiger drein als wenige Augenblicke vorher.

Nach zwei Minuten knallt die “Dame” (?) die Leberkässemmel auf den Tresen und guggt mich mit einem Gesichtsausdruck, den ich hier nicht beschreiben will, fragend an und sagt nichts. Ich: “Und dann noch bitte meine Bretzel”. Das Weib schnaubt (!), verdreht (!!) die Augen und sagt im Umdrehen “Des hätt’st ja au glei sog’n können”(!!!). Die ersten Mitkunden werden schon auf das kleine Schauspiel aufmerksam. Ich (relativ scharf): “Gute Frau, das habe ich ihnen vorhin schon gesagt. Außerdem: was ist Ihr Problem?”. Sie antwortet nicht. Ihre Kollegin beginnt sich bei mir für die “Szene” zu entschuldigen. Das Bäckerweib knallt die Brezel auf die Theke und guggt mich wieder wortlos und mit dem selben Blick wie vorhin an. Nach einigen Sekunden sage jetzt doch etwas genervt: “Was macht das?”. Sie: “Ja wos hos’t den scho zahlt?”. Ich: “Nichts!? Ich will ja zahlen?! Warum hätte ich schon was gezahlt haben sollen? Und außerdem: Sie bedienen mich ja gerade.”.

Mittlerweile gibt es doch schon eine Reihe von Beobachtern dieser Szene. Zwei Frauen hinter mir drehen sich um und sagen deutlich hörbar: “Wir gehen zum andern Bäcker”. Die Kollegin entschuldigt sich nochmals bei mir und in die Runde und kassiert mein Essen, weil die andere es vorgezogen hat zu ihrem Leberkäs zurück zu gehen.

Beim Gehen ruft die dritte Kollegin auch noch ein “Entschuldigung” hinter mir her…

Wenn ich nicht solchen Hunger gehabt hätte, hätte ich spätestens nach den verdrehten Augen den Laden verlassen… Sowas habe ich glaube ich echt nicht erlebt.

München, Outback, 9pm

Ich muss gestehen: ich bin von meinem Münchener Exil bisher fast schon begeistert. Keine 50 Meter von hier beginnen Felder, man kann schöne Spaziergänge aufs Land unternehmen (späteres Joggen nicht ausgeschlossen), DHL findet mich und liefert absolut lebenswichtige Dinge (Gewürzmühlen), in der Innenstadt gibt es Schuhläden, die das GESAMTE Sortiment meiner Lieblingsmarke* führen und die Wohnung ist obendrein größer als gedacht und der “Anbau” schreitet voran *g*

Münchener Outback bei Dämmerung

Münchener Outback bei Dämmerung

Mai, so schlimm ist Bayern gar nicht. Sogar vor dem dritten Maß!

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* das “Lieblings” resultiert daher, dass die blöden Dinger wenigstens passen!

Angekommen!

Es gibt mich noch. Jetzt sogar als eingebürgerter Bayer ;-) Die ersten paar Tage München waren soweit noch angenehm (da Urlaub). Morgen geht es aber zur Arbeit. Ach, wie ist das schön!