Der Impfstoff für die Schweinegrippe wird ja in Fläschchen geliefert, die genügend “Stoff” für 10 Personen enthalten. Trotz des Konservierungsstoffs, der übrigens unglaublich gesunde Quecksilbersalze enthält, bleibt der Saft nur sehr kurz frisch. Meine beste Hausärztin von allen kam daher auf die tolle Idee eine Schweinegrippenimpfparty zu veranstalten, damit das feine Impfstöffchen innerhalb von 30 Minuten unter (oder besser: in) das hypochondrierende Volk gebracht und so garantiert nicht sauer wird.
Bei der Impfparty trafen sich also 10 fremde Menschen im Wartezimmer der Ärztin ihres Vertrauens und warteten eine gewisse Zeit gemeinsam auf den “Piek”. Der Info-Flyer vom Bundesgesundheitsministerium, den man in die Hand gedrückt bekommen hat, unkt von den fiesesten Nebenwirkungen der Impfung aber auch den fiesesten Auswirkungen der Scheinegrippe und gibt viel Gesprächsstoff für die Wartenden vor. Man fühlt sich irgendwie so, als hätte man die Wahl zwischen Erhängen und Erschießen. Nach nur 5 Minuten existiert daher im Wartezimmer eine Solidargemeinschaft, die es so wohl nur bei Sklaven im alten Rom vor 2500 Jahren gab die sich Gladiatoren oder Löwen (oder beidem) stellen mussten oder meinetwegen auch in bei Kandidaten einer Castingshow in der Neuzeit kurz vor dem Recall.
Der erste wird aufgerufen und kommt schon nach 2 Minuten wieder zurück. “Dös war gor nicht so schlimm ned. Bloß oan klona Pieksa”. Ok. Der Zweite geht raus, kommt zurück. Er lebt auch. Der dritte geht raus und … ist nach 5 Minuten noch immer nicht wieder da. Einer meint: “Den hot’s umg’haut. Jetzt kimmt glei’ da Kraonkenwog’n”. Nervöses Lachen. Einer meint zu seinem 7-jährigen Sohn: “Jetzt darfst’ vier Woch’n koan Schweinsbrot’n mehr essen”… Der Nachwuchsbayer kontert: “Dann ess’ i hoit a Schnitz’l”. So geht es weiter, bis auch der letzte geimpft ist… Sehr vergnüglich.
Wie bei jeder guten Party, hat man übrigens auch noch tags darauf etwas davon. Normalerweise hat man zwar eher einen Kater und zünftiges Kopfweh, von einer Schweinegrippenimpfparty bekommt man zünftiges Armweh. Ohne zu übertreiben: Oberarm und Schulter fühlen sich jetzt so an, als hätte ich ein ganzes Schwein gespritzt bekommen oder alternativ, als ob Nikolai Valujew mir eine reingehauen hätte. Merke: der Wirkverstärker eines Impfstoffs wirkt wie ein Schlagring…
Update: Die Impfung schlägt nicht nur auf den Arm, sondern auch auf den Kopf. Uumindest meinen.