Vor einigen Tagen habe ich mir ein neues Spielzeug gekauft: einen Zotac Mag Mini Nettop, den ich zu einem Videorecorder und Mediacenter ausbauen möchte. Da das Gerät sehr interessant vom Preis-Leistungsverhältnis und wie geschaffen für diesen Einsatzzweck ist und daher viele Käufer finden wird, hänge ich hier eine kurze Rezension auf und schreibe auf, was mir (v.a. im Betrieb unter Ubuntu) aufgefallen ist…
Was ist drin und dran:
Intel Atom N330 @ 1,6 Ghz, Nvidia ION Chipsatz, 160 GB Festplatte, 2GB RAM, LAN, WLAN (b, g, n), 6 x USB, analog/digital Audio in/out, VGA, HDMI, eSATA, … Betriebssystem: keines!
Was kostet das Ding:
ca. 240 Euro bei Amazon
Was wird mitgeliefert:
PC, Netzteil, Ständer, VESA-Halterung, ein paar Schrauben, eine Treiber CD, ein paar Seiten unnütze Bedienungsanleitung und jede Menge Kartonnage.
Haptik, Qualität und sonstiges:
Der Zotac Mag Mini ist kein Apple Mac Mini. Das heißt, dass die äußere Anmutung natürlich nicht so hochwertig ist, wie die des Mac. Der Zotac kommt in einem schwarzen Hartplastikgehäuse daher, das fürchterlich Fingerabruchanfällig ist aber ansonsten ganz chic. Was mir etwas auf den Nerv geht ist der immer beleuchtete Anschaltknopf nebst einer seltsamen kreisrunden Betriebsanzeige auf der Gehäuseoberfläche. Ansonsten sieht der Mag aber ganz chic aus, wenn er auf seinem Ständerchen neben dem Monitor steht.
Lüfter
Leicht erschreckend ist die Lautstärke des Lüfters. Entgegen des Versprechens flüsterleise zu sein, ist der Mag eher laut wie ein kleiner Fön auf der gerinsten Leistungsstufe. Im BIOS irgendwo hinten links kann man aber (nachdem man das BIOS auf die neuste Version gebracht hat) den Lüfter so regeln, dass er erst ab einem höheren Schwellwert als normal schneller zu drehen beginnt. Damit ist der Mag im Normalbetrieb leiser aber etwas wärmer und wird erst dann laut, wenn er wirklich rechnen muss (cpuburn
).
WLAN
Das ist auch so eine Sache. Verbaut ist wie in so vielen Geräten dieser Art ein Atheros Chipsatz. Seit einigen Monaten wurden die madwifi-Treiber aus dem Linux Kernel -soweit ich weiß- rausgeschmissen und durch neue und angeblich superdupertolle ath5k oder ath9k Treiber ersetzt. Diese sind zumindest bei dem aktuell in Ubuntu 9.10 eingesetzten Kernel wg. ständigen Verbindungseinbrüchen kaum nutzbar. Abhilfe schafft hier der Einsatz neuerer ath5/9k Treiber aus dem linux-backports-modules. Großer Nachteil -diesmal liegt es an der Hardware- die WLAN Antenne scheint nicht sonderlich gut zu sein… Sonderliche Entfernungen zw. Sender und Mag dürfen also nicht bestehen.
Leistung
Ich bin ziemlich begeistert wie fix der Mag läuft. Ubuntu 9.10 mit Gnome läuft samt Desktopeffekten (wer’s braucht) flüssig. Anwendungen starten fix und es gibt auch bei laufendem Betrieb nichts zu meckern. Interessehalber habe ich auch mal ein Windows Vista (weiche!) installiert und dies lief auch sehr flott. Nicht übel.
Grafik
Im Mag werkelt der ION Chipsatz von Nvidia. Dieser ermöglicht es auf dem schmalbrüstigen Rechner HD-Videos anzusehen – vorausgesetzt die Nvidia-Treiber sind installiert und man nutzt eine Anwendung die mit VDPAU umgehen kann. Ein herkömmlicher VLC kann das z.B. (noch) nicht. Hier muss man z.B. XBMC benutzen, welches man wie hier beschrieben installieren kann. Meine ersten Versuche HD-Videos abzuspielen waren eher ernüchternd, da ruckelnd. Der Grund war eine alte Treiberversion (185). Man sollte daher darauf achten, den neuesten Treiber (195) zu nutzen.
Fazit:
Nach anfänglichen Problemen bin ich mittlerweile recht angetan von diesem Gerät. Ich denke, dass man derzeit nichts vergleichbares für diesen Preis bekommt. Charmant ist v.a., dass kein Windows 7 mit ausgeliefert wird, welches man ja auch kaufen müsste…
ich schließe mich ganz und gar diesem beitrag an: ich nutze ihn als media pc. geschwindigkeit der cpu passt und die grafikkarte spielt mit coreavc und der hardwarebeschleunigung locker 1080p mkv dateien bei einer cpulast von ca. 20 % ab. was wirklich nervt ist der lüfter und das schlechte wlan. als lösung habe ich im bios den lüfter umgestellt (läuft jetzt schon deutlich wärmer bei 65 grad anstelle 55 grad) und mir einen externen usb wlan stick für 10 euro besorgt. als os benutze ich win7, welches ich günstig über die uni beziehen konnte. als mediacenter unter windows bleibt eigentlich nur das windowseigene wg der coreavc unterstützung. ich habe es mit dem mediacenterstudio optisch angepasst. das eigentliche problem gestaltet sich allerding schwieriger: ASIO wird im mediacenter respektive mediaplayer unterstützt – allerdings ist es mir bis jetzt nicht gelungen, in EINEM player zwei unterschiedliche audiooutputs (video und audio) zu definieren. für lösungen wäre ich dankbar
fazit: zufrieden
fazit: bin zufrieden