Ice Cream Sandwich für HTC Desire (Android 4.0)

Kaum zu glauben aber wahr: kaum zwei Wochen nachdem die Quellen für Android 4 von Google frei gegeben wurden ist schon das erste Custom ROM basierend auf Ice Cream Sandwich für das HTC Desire verfügbar. Nachdem die ersten Versionen schon sehr experimentell waren, ist nun die erste Beta verfügbar.

Abgesehen von der Kamera und Multitouch (z.B. in Google Maps) funktioniert alles. Geschwindigkeit ist verglichen zu Androide 2.3.x nicht großartig schlechter geworden. Alles in allem also sehr positiv…

Informationen und Download im entsprechenden Thread bei XDA Developers.

Viewsonic Viewpad 10s

Mir träumt es ja schon längere Zeit von einem Tablet-PC. Das iPad ist mir zu teuer und die meisten Android-Alternativen auch. Vor ein paar Tagen bin ich über ein interessantes Gerät für gerade mal 200 Euro gestolpert: Das Viewsonic Viewpad 10s. Also her damit!

Klarer und offensichtlicher Haken an dem Gerät: Android 2.2 – das ist aber nicht weiter schlimm, denn man kann auch hier alternative ROMs aufspielen und kommt so in Genuss von Android 3.2 (vermutlich auch 4, da es eine überraschend große Community gibt, die ROMs für das Gerät bereit stellt) und erhält dann vollen Zugriff auf den Android Market. Bei Tablets ohne 3G, wir erinnern uns, gibt es keinen Android Market.

Beim Auspacken und Testen heute Morgen sind mir allerdings gleich eine ganze Reihe weiterer Probleme aufgefallen:

  • Verarbeitung: Das Gehäuse des ViewPad besteht aus schwarzem Hochglanzkunststoff. Der ist unfassbar grabbelig und auch nicht stabil. Hält man das Gerät in einer Hand und tippt mit der anderen auf dem Display knarzt es.
  • Display: Ich habe noch nie ein derart blickwinkelabhängiges Display erlebt wie dieses. Tablet flach auf den Tisch legen und irgendwas lesen? Geht kaum. Zudem zieht es Fingerabdrücke quasi magisch an und interessanterweise lassen sich diese quasi nicht wegputzen. Die Helligkeit reicht für helle Umgebungen (ein Zimmer in das seitlich die Sonne scheint) fast nicht aus. Zudem kommt, dass das Display äußerst stark spiegelt.
  • Bisher dachte ich, die alternativen Android Markets wären nutzbar. Nein. Ohne den “echten” Android Market von Google ist man aufgeschmissen. Der auf dem Gerät installierte Market enthält zwar auch Software, aber leider nicht die, die man haben möchte.
  • Mit einem hätte ich nicht gerechnet: der schlechten Darstellung von Schrift. Ein Buch in Aldikio lesen oder ein PDF im Acrobat Reader kann man vergessen. Vermutlich kann Android 2.2 so etwas wie Kantenglättung bei Schriften nicht. Möglich, dass das bei 3.x anders ist. Getestet habe ich das aber nicht.

Die Verarbeitung stört mich gar nicht so. Was stört ist das Display… Ein Tablet das nicht zu lesen ist, wenn es auf dem Tisch liegt, nutzt nicht… Das ist sehr schade, da die sonstige Hardware sehr ordentlich ist. Google Maps reagiert z.B. ähnlich schnell wie auf einem iPad und auch alle anderen Anwendungen laufen schnell und die Animationen ruckelfrei.

Mein Viewpad geht daher zurück. Adios!

Dropbox vs. Spideroak

Dropbox, der natürliche Feind des USB-Sticks, hat eine interessante Konkurrenz bekommen: Spideroak.

Wie Dropbox bietet Spideroak Clients für die gängigen PC-Betriebssysteme (also Mac, Linux, Windows) und auch mobile Geräte (Android, iOS) an. Der Spideroak-Client ist ebenfalls als ein Hintergrunddienst implementiert, der Verzeichnisse überwacht und alle Änderungen auf einen Server pusht. D.h. man muss nicht manuell Daten in ein Tool schieben oder von dort herunterladen.

Spideroak hat einige Unterschiede verglichen zu Dropbox:

  • Spideroak ist im Grund ein Backup-Dienst der zusätzlich Dateien zwischen Geräten synchronisieren kann und auch Shares bietet. D.h. man erzeugt ein Spideroak-Konto und pumpt zunächst seine kostbarsten Daten dort hin. Ein Konto kann übrigens zum Backup verschiedener Rechner genutzt werden. Optional kann man basierend auf diesen Backups Synchronisationen zwischen Geräten und Shares erzeugen.
  • Die Uploads erfolgen verschlüsselt. Das hierzu benutzte Passwort wird auf einem eigenen Client, d.h. nicht von den Spideroak-Servern, erzeugt. Dieses Passwort ist somit Spideroak nicht bekannt, was natürlich auch heißt, dass die Daten weder von Spideroak noch einem Angreifer auf den Dienst entschlüsselt werden können. Voraussetzungen dafür sind natürlich, dass a) der Client nicht nach Hause telefoniert und b) man sich nicht auf der Weboberfläche des Dienstes einloggt und dort sein Passwort Preis gibt. Nachteil: Vergisst man das Passwort, kann man es sich nicht von Spideroak zurück holen.
  • Man kann genau steuern welche Ordner zwischen Geräte gesynct werden. Dropbox hat -soweit das nicht in letzet Zeit geändert wurde und ich es nicht mitbekommen habe- das Paradigma One-Folder-For-All. Die Metapher “ich werfe mein Zeugs dort rein und irgendwann liegt es an der selben Stelle auf all meinen Geräten”  ist einerseits sehr eingänglich, andererseits aber auch sehr limitierend. Mit Spideroak kann man genau steuern, dass Ordner X von Rechner A mit Ordner Y auf Rechner B synchronisiert wird.
  • Da man relativ komplizierte Backup-, Sync- und Sharing-Spielereien mit Spideroak einrichten kann, ist eine mächtigere UI als die von Dropbox nötig. Diese ist zudem wie ich finde unnötig kompliziert gestaltet und mit diversen Anzeigen überfrachtet die man gar nicht bräuchte.
  • Ich habe den Eindruck, dass Spideroak wahnsinnig langsam ist. Der Upload dauert natürlich deswegen so lange, da man zu Hause nur eine verhältnismäßig lahme DSL-Verbindung hat und es einfach dauert 1GB Zeugs in die Cloud zu pushen. Die Download-Rate der Server ist allerdings nicht schneller als meine DSL-Leitung höchlädt… Zudem kommt, dass es eine ganze Weile dauert, bis die Clients auf zwei Rechnern “merken”, dass es etwas zu tun gibt… “Mal eben schnell” kleine Dateien zwischen zwei Rechnern austauschen dauert mit Spideroak gefühlt 2- bis 3-fach so lange verglichen zu Dropbox.

Fazit: Noch keines. Ich probiere den Dienst jetzt aus. Dropbox ist für mich noch nicht gestorben. Ich sehe aber viele entscheidende Vorteile (Sicherheit, Funktionsumfang) bei Spideroak, dafür gibt es ein paar Einschränkungen (Benutzbarkeit, Geschwindigkeit).

Krustenbraten

Es gibt einige Varianten, wie man einen Krustenbraten zubereiten kann. Niedrigtemperaturgaren vs. volles Rohr braten; Schwarte anbraten vs. nicht anbraten; Schwarte einschneiden vs. nicht einschneiden; … Ich habe nicht alle aber immerhin 2 oder 3 davon ausprobiert. Das Ergebnis hat mich aber nie wirklich überzeugt. Die hier aufgeschriebene Variante hat aber bei mir prima funktioniert.

Zutaten:

  • ein Stück Schweineschulter, ca 1.5 Kilo
  • ein großer Bund Suppengrün (Knollensellerie, Karotten, Lauch, Zwiebel, … )
  • 2 Tomaten
  • Tomatenmark
  • Brauner Zucker
  • Rotwein
  • Salz
  • Pfeffer
  • Kümmel
  • Koriandersaat
  • 2 Knoblauchzehen
  • Scharfer und süßer Senf
  • Honig

  • Die Schweineschulter abwaschen und trocken tupfen. Bratpfanne auf den Herd stellen und auf moderate Hitze bringen – auf meiner Induktionsplatte war es Stufe 6 von 10. Wenig Öl in die Pfanne geben. Fleisch reichlich mit grobem Meersalz salzen – meines war quasi paniert… Jetzt die Schweineschulter auf allen Fleischseiten gründlich anbraten. Die Schwarte wird nicht angebraten.
  • Jetzt das Fleisch aus der Pfanne nehmen und kurz bei Seite stellen. Den Bratensatz mit etwas Wasser aus der Pfanne lösen und in eine ausreichend große Auflaufform, Bräter, etc. füllen. Ggf. noch etwas heißes Wasser nachgießen. Es sollen ca. 2cm hoch Wasser in der Form stehen. Das Fleisch mit der Schwarte nach unten (!) in die Form setzen.
  • Jetzt stellt man eine Art Marinade her. Ich habe zwei Knoblauchzehen, einen Löffel grobes Salz (dient im Wesentlichen dazu den Knoblauch zu zermahlen), Kümmel, Pfeffer und Koriandersaaten zu einer Paste zerstoßen. Dazu kamen noch je ein guter Teelöffel scharfer und süßer Senf. Die Paste auf das Fleisch auftragen.
  • Das Fleisch kommt jetzt eine Stunde bei ca. 130 Grad in den vorgeheizten Backofen (Ober- und Unterhitze). Ziel ist, dass die Schwarte weich gekocht wird, das Fleisch relativ langsam auf Temperatur kommt und die Gewürze einziehen.
  • Derweil stellt man langsam aber sicher den ersten Teil des Saucenansatz her. Das Suppengrün wird in 2 x 2 x 2 cm große Stücke geschnitten und mit wenig Öl kräftig angebraten. 
  • Nach einer Stunde nimmt man die Form samt Fleisch aus dem Ofen. Die Schwarze ist jetzt weich und kann mühelos in ca 1 x 1 cm große Quadrate eingeschnitten werden. Das angebratene Gemüse kommt samt der zerkleinerten Tomaten unten in die Auflaufform. Das Fleisch kommt obendrauf. Diesmal zeigt die Schwarte aber nach oben.
  • Das Fleisch für zwei weitere Stunden zurück in den Ofen stellen. Die Temperatur wird auf 160 Grad hoch geschraubt. Damit das Fleisch nicht zu sehr austrocknet, wird es alle 20, 30 Minuten mit etwas Sud übergossen. Ich habe nachdem 1,5 Stunden um waren den Ofen übrigens zusätzlich auf Umluft gestellt. Ziel: das Fleisch soll langsam aber sicher knusprig werden und die Kruste knackig werden. Natürlich übergießt man jetzt das Fleisch nicht mehr.
  • Jetzt kommt Komponente zwei der Sauce: dazu werden zwei schwach gehäufte Löffel brauner Zucker in einem flachen Topf langsam zerlassen. Sobald der Zucker zerlaufen ist werden zwei Esslöffel Tomatenmark zugegeben. Zucker und Tomatenmark sollen anbraten, d.h. es darf sich am Topfboden eine leicht braune Schicht bilden. Mit Wein ablöschen, verrühren und auf die Hälfte einkochen lassen.
  • Das Fleisch ist jetzt fertig. Jetzt muss nur noch die Schwarte zur Kruste werden. Backofen auf 220 Grad Grill mit Umluft stellen und das Fleisch drunter.
  • Nun werden Sud und Gemüse durch ein Sieb zu der eben hergestellten Weinreduktion geschüttet. Mit einem Löffel ein Teil des Gemüses durch das Sieb gestrichen. Das sorgt für eine leichte Bindung in der Sauce. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Wer mag gibt noch etwas Honig über die Kruste und lässt diesen kurz karamellisieren.
  • Fertig.

Manche werden sich jetzt über den Rotwein wundern. Meist wird Krüstenbraten ja mit Bier angegossen. Ich war den Ansicht, dass der Rotwein besser zum dazu gereichten Rotkraut (das ebenfalls Wein enthielt) passt als Bier. Wer also einen “echt bayrischen” Braten will lässt die Rotweinreduktion weg und gießt statt dessen das Fleisch immer wieder mit etwas dunklem Bier an. Die restliche Zubereitung bleibt gleich.

Mediterrane Hähnchen-Fleischküchle

Fleischküchle sind eines meiner Alltime-Favourites. Leider sind die Dinger doch recht fettig und haben die Tendenz im Magen zu liegen… Heute habe ich versucht etwas ähnliches zu kochen, nur eben leichter. Herausgekommen sind diese mediterranen Fleischküchle aus Hühnerfleisch.

Zutaten:

  • 600g Hähnchenbrustfilet
  • 200g 20%iger Quark (Magerquark geht sicherlich auch)
  • 2 Zwiebeln, in feinen Würfeln
  • 2 Knoblauchzehen, in feinen Würfeln
  • 1 kleine rote Paprika, in feinen Würfeln
  • Salz
  • Pfeffer
  • Chili
  • Nach belieben Kräuter (z.B. Kräuter der Provence)

Zubereitung:

  • Gemüse in etwas Olivenöl zwei Minuten anschwitzen.
  • Hähnchenbrustfilets von Fett und Sehnen befreien, grob würfeln. Die Hälfte des Fleisches mit der Hälfte des Quark im Cutter zerkleinern. Andere Hälfte entsprechend zerkleinern.
  • Hähnchen-Quark-Farce mit Gemüse vermischen. Wenn das Gemüse etwas Wasser gezogen hat, ist das nicht schlimm. Die Farce schluckt die Flüssigkeit ohne Problem. Ei, Semmelbrösel, Brötchen, etc braucht man nicht. Die Masse bindet prima ab…
  • Kräftig mit Salz und Gewürzen abschmecken.
  • In einer Pfanne reichlich Öl bei mittlerer Hitze aufsetzen. Wenn die Pfanne heiß ist die Farce in kleinen Portionen langsam braten. 10 Minuten -je nach Größe- reichen aus.

Die Fleischküchle schmecken warm und auch kalt ganz prima.  Als Beilage eignet sich Salat.

PS: Gemüsewürfel und v.a. Quark in die Fleischmasse zu geben klingt grenzdebil. Der Quark sorgt aber dafür, dass die Masse saftig bleibt und keine Konsistenz ähnlich Fugenkitt nach dem Braten annimmt. Die Gemüsewürfel bringen Feuchtigkeit und Geschmack gleichermaßen.


GPX Track Export for MiniHomer on MacOS

As I’ve written some days ago, I bought a MiniHomer GPS Device. Unfortunately the ntrip Beta software for Mac is not able to export the Tracks to GPX files. I discovered that the ntrip software uses a SQlite database which you can export to anything you want. So I wrote a little converter that inputs the SQlite DB of ntrip and outputs lovely GPX track files.

You can download the script here.

How to use:
1. Place script to folder with ntrip SQlite Database. If you want to place the script elsewhere, adjust pathToDB setting.

pathToDB = "trip.sqlite"

2. Adjust pathtoOutputFldr in Settings section to tell the script where to output files

pathtoOutputFldr = "/Users/xxx/Desktop"

3. Run script in terminal.

4. Enjoy home brewn GPX files with any application

Navin MiniHomer mit MacOS

Update 3: Ich habe eben herausgefunden, dass nur die Beta von Ntrip auf den Homer zugreifen kann. Per GPSBabel oder HoudahGPS kann man nämlich die Daten vom Homer laden. Das seltsame ist aber, dass die Tracks nicht komplett sind. Bei mir fehlte eben der Anfang und Schluss eines Tracks… Dämlich!

Update 2: Seit MacOS Lion kann ich nicht mehr auf den Logger zugreifen :-/

Update: Ich habe mittlerweile einen Konverter geschrieben. Infos und Downloads hier!

Schaut man sich nach einem vernünftigen GPS-Logger um, kommt man um den MiniHomer kaum herum. Für 80 Euro erhält man lt. Beschreibungen ein Gerät mit dem man speichermäßig locker zwei Wochen Urlaub tracken kann. Die Batterie soll für 10, 12 Stunden reichen. Zudem ist das Ding klein, recht hübsch anzusehen und wartet noch mit ein paar Goodies auf, wie z.B. freie Eingabe von Koordinaten (gut für Geocaching), Speicherung mehrerer Punkte an denen man sich gerade befindet (Auto, Hotel, …) und das zurückführen zu ebendiesen und auch die Anzeige der Geschwindigkeit.

Die Empfangsleistung der GPS-Antenne ist klasse. Selbst sogar in meiner Wohnung im 1. Stock weg von den Fenstern klappt der Fix. Die Genauigkeit ist auch prima – unter 5 Metern würde ich sagen. Die Zusatzfunktionen scheinen auch meist gut nutzbar zu sein. Allein die Eingabe der Koordinaten zu der man hingeführt werden möchte ist grauenhaft. Erstens weiß man aufgrund der beschränkten Informationsmenge auf dem Display nie, ob man sich bei der Eingabe verschrieben hat und zweitens ist das Eingeben an sich (auch dank der hakeligen und brettharten Tasten) kompliziert und wenig erfreulich. Trotzdem – zur Not klappt das schon.

Entscheidend ist aber, wie gut das Gerät mit meinem Mac klar kommt, da bekanntermaßen der beste Logger nichts nutzt, wenn man die Logs nicht aus dem Gerät bekommt. Es ist leider nicht so, dass der MiniHomer als simples USB-Speichergerät erkannt wird und so kann man auch nicht “einfach so” GPX-Tracks herunterkopieren. Statt dessen braucht man eine bestimmte Software (ntrip) die genau dies erlaubt. Der Haken an der Sache ist der, dass ntrip derzeit nur für Windows vorliegt. Vor dem Kauf habe ich beim Vertrieb (ich glaube die Firma heißt zynex) angefragt, wie es mit einer Mac-Lösung aussieht und erhielt eine Beta-Version von ntrip für Mac. Die lässt sich recht problemlos installieren und lädt auch brav die Trackdaten vom MiniHomer herunter.

Jetzt fangen aber die Probleme an. Ich will meine Tracks bitteschön als GPX-Dateien haben, um sie in jedes x-beliebige Programm werfen zu können, um so z.B. Photos zu taggen oder sie mir in Google Earth anzeigen zu lassen. Die ntrip-Software kann eigentlich genau das im Prinzip auch, ich will aber nicht meinen Photo-Workflow auf die ntrip-Software umstellen.

Als “ambitionierter” User fängt man nun natürlich an herumzuspielen. Idee 1 war, das Gerät in eine Virtualbox mit installiertem Windows und ntrip umzuleiten. Das klappt aber nicht. Vom Service habe ich aber erfahren, dass dies bei Parallels möglich sein soll. Das habe ich aber nicht. Ebenso erhielt ich den Tipp myTracks zu testen. Das kann tatsächlich die Trackdaten herunterladen. Man muss allerdings als Logger ein SkyTraq Venus basiertes Gerät angeben. Leider funktionieren zwei Dinge nicht: 1. erhält man einen Track, der aus allen einzelnen Tracks besteht. Das ist nicht weiter tragisch, da die Software natürlich Tracks auseinander schneiden kann. 2. fehlen z.T. die Geschwindigkeitsangaben in den Logs. Das ist leider nicht so toll. Im Netz findet sich noch der Hinweis, dass der MiniHomer auch mit GPSBabel auszulesen sei. Auch das ist richtig, allerdings kommen nur gefühlte 3% der Trackpunkte an. Aus irgendwelchen Gründen werden manche Trackpunkte ausgelesen, andere nicht. Das ist also auch nicht der Weisheit letzer Schluss.

Gestern Abend habe ich allerdings noch etwas bemerkt, was sehr vielversprechend aussieht. Die ntrip-Software speichert die vom MiniHomer heruntergeladenen Daten in einer SQLite Datenbank :D SQlite ist im Grunde genommen eine herkömmliche Datenbank nur halt ohne Datenbankserver. Unter MacOS kann man sogar ohne irgendetwas installieren zu müssen darauf zugreifen, da sowohl sqlite3 als auch python mit den sqlite-Bibliotheken installiert sind… Ich habe gestern noch kurz mit der Datenbank gespielt und es ist recht problemlos diese mit einem Python-Skript auszulesen.

Mein Fazit bisher: ein toller Logger mit einigen Schwächen: Bedienbarkeit -dies ist z.T. auch einfach der Größe geschuldet und somit zu erwarten – und die Software für Mac. Ich hoffe, dass wie vom Service versprochen die Mac-Software in den kommenden Wochen verbessert wird und ähnlich gut funktioniert wie die Windows-Version (die ist tadellos). Ich gehe allerdings davon aus, da der Service wirklich klasse ist und sehr schnell antwortet…

 

Unterbelichtung bei Tamron AF 70-300mm F4-5.6 Di SP VC USD

Wie ich hier beschrieben habe, trat bei meinem Exemplar des Tamron 70-300 eine Unterbelichtung auf. Der Effekt trat v.a dann auf wenn ich kleinere Blendenwerte als F8 eingestellt habe. Dieses Problem ist aber mittlerweile behoben, da ich das Objektiv zum Hersteller zur Justage geschickt habe. Jetzt habe ich ein optimal funktionierendes Objektiv.

Erfreulicherweise dauerte die Justage nur ca. eine gute Woche inkl. Versand und Rückversand. Ich kann jedem nur raten das Objektiv ebenfalls einzuschicken falls das gleiche Problem auftritt. Die Kamera musste ich übrigens nicht mitschicken.

Vergleich: Tamron AF 70-300mm F4-5.6 Di SP VC USD vs. Nikon Nikkor AF-S 70-300 F4,5-5,6G VR

Ich habe das Tamron 70-300 bestellt nachdem ich mir erst ein Nikon 70-300 gekauft aber nach langem hin und her für zu unscharf beurteilt habe. Das Einzel-Review und ein paar Testbilder zu dem Nikon gibt es hier. Hier versuche ich das, was ich über das Tamron gelernt habe in Relation zum Nikon zu bewerten. Vielleicht ist der Bericht für den ein oder anderen nützlich.

Das Tamron ist ein brandneues Objektiv und meines Wissens nach das erste Objektiv, welches Tamron mit einem Ultraschallantrieb anbietet. In den Foren wird es als kleines Schärfewunder angepriesen. Quasi einhellige Meinung ist, dass es um einiges schärfer sei als das Nikon… Schärfe ist aber nicht alles, … Aber dazu später mehr.

Zunächst einmal zu den eher einfach festzustellenden Eigenschaften: Die Haptik und Verarbeitung des Tamron sind gut. Das Plastik macht verglichen zu dem des Nikon einen etwas grabbligeren Eindruck – es wirkt glatter und rutschiger. Das ist aber nicht schlimm, da der Zoom- und Fokusring des Objektivs wie bei Nikon mit einer griffigen Gummiummantelung versehen sind. Somit ist für ausreichend viel Grip gesorgt. Der Zoomring läuft etwas straffer als der des Nikon, ist dafür aber wesentlich geschmeidiger (nicht hakelig) und angenehmer.
Punkte? Keine: Nikon vs Tamron: 0:0

Im Lieferumfang enthalten sind das Objektiv, eine Sonnenblende, Frontdeckel und Bajonettdeckel und eine Bedienungsanleitung. Eine Objektivtasche wie beim Nikon sucht man leider vergebens :-/
Ein Pluspunkt für Nikon gibt es aber nicht, da der Objektivbeutel eigentlich auch wegen fehlender Polsterung nutzlos ist. Nikon vs Tamron: 0:0

Größen- und Gewichtsmäßig schenken sich beide Objektive nicht viel. Das Tamron ist eingefahren etwas kürzer als das Nikon, wird aber bei 300mm etwas länger. Das Tamron ist leicht dicker als das Nikon. Das Tamron hat 62mm Filterdurchmesser, das Nikon 67mm. Witzig ist beim Tamron die Sonnenblende – das Ding ist gigantisch groß. Sitzen tut die Blende gut.
Punkte gibt es keine. Nikon vs Tamron: 0:0

Ich war schon vom VR des Nikon begeistert. Verglichen zu dem des Tamron sieht der des Nikon aber alt aus. Wenn man den Auslöser der Kamera halb drückt, dauert es vielleicht 0,3 – 0,5 Sekunden bis der VR des Tamron arbeitet und dann ist das Bild förmlich eingefroren. Für mich war das ein wirklicher Aha-Effekt. Nicht nur das Sucherbild ist ruhiger, der VR sorgt auch für weniger Ausschuss durch Verwackeln als beim Nikon.
Negativ könnte man das Ansprechverhalten des Tamron VR empfinden und die fehlende “Action”-Einstellung. Letztere soll es dem Nikon ermöglichen in nur 2 der 3 Dimensionen zu stabilisieren. Somit soll mitziehen, z.B. mit einem vorbeifahrenden Fahrrad, möglich werden. Wie gut oder schlecht das funktioniert, kann ich nicht sagen. Der VR des Tamron braucht zudem etwas länger als der des Nikon bis er anspricht (aktiviert ist) und regelt abrupter. Ich könnte mir vorstellen, dass der VR für sehr spontane Schnappschüsse (braucht etwas bis er funktioniert) oder Filmer (regelt abrupt) nicht geeignet ist.
Mir ist aber Effektivität wichtiger als Spontanität, daher der erste Punkt für Tamron: Nikon vs Tamron: 0:1

Der Autofokus-Antrieb beider Objektive ist gefühlt gleich fix und scheint gut mit meiner D7000 zu arbeiten.
Keine Punkte! Nikon vs Tamron: 0:1

Der Punkt für die Schärfe geht klar an Tamron. Schon bei kürzeren Brennweiten zeigt sich ein großer Unterschied zum Nikon, aber v.a. bei langen Brennweiten wird der Unterschied offensichtlich. Das Tamron ist einiges schärfer. Ein paar Testaufnahmen die dies Veranschaulichen finden sich auf einer externen Galerie. Blendeneinstellung und Name des verwendeten Objektivs sind im Dateinamen ersichtlich.
Daher noch ein Punkt für Tamron: Nikon vs Tamron: 0:2

Leider ist Schärfe aber nicht alles. Wichtig ist auch eine natürlich Wiedergabe von Farben und der Lichtstimmung. Hier wiederum sehe ich das Nikon ganz klar im Vorteil. Meiner Meinung nach dieser Punkt sogar der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Objektiven. Mein Tamron liefert in Verbindung mit meiner D7000 oft Bilder die ich als zu dunkel und flau beschrieben würde. D.h. die Farben sind oft ausgeblichen, grau, wenig lebhaft. Die Bilder wirken dann natürlich entsprechend langweilig.
Ich schieße RAW und wandle die RAW-Dateien in Software in JPEG-Dateien um. Eigentlich gute Voraussetzungen die Bilder zu verbessern. Interessanterweise klappt das mit Bildern die mit dem Tamron geschossen wurden nicht gut. Die Software verrichtet in 90% der Fälle bereits im Automatik-Modus bei Bildern, die mit anderen Objektiven geschossen wurden, sehr gute Arbeit. Bei den Tamron-Bildern versagt die Software völlig. In der Regel wird die Belichtung auf quasi Anschlag hochgedreht und zusätzlich der Kontrast ordentlich vergrößert. Oft wird der Schwarzwert zusätzlich herabgesetzt, also das Histogramm in richtung Schwarz verschoben. Die Bilder wirken nach der Auto-Korrektur unnatürlich und sind quasi unbrauchbar. Man kann natürlich manuell korrigieren, aber das verursacht hohen Aufwand.
Ich denke (hoffe) aber, dass man hier etwas machen kann. In den Foren wird davon berichtet, dass die beschriebene Unterbelichtung durch eine fehlerhaft arbeitende Blende verursacht wird. Dies kann man wohl von Tamron korrigieren lassen. Allerdings fürchte ich, dass die flauen Farben nur teilweise auf die Unterbelichtung zurück zu führen sind. Die maue Farbwiedergabe ist mir mittlerweile (nachdem ich das Objektiv selbst habe) bei vielen Beispielbildern aus dem Internet aufgefallen. Beispielbilder sind wieder in einer externen Galerie zu sehen. Wer mag kann sich die Bilder auch als ZIP ziehen.
Für die meiner Meinung nach gute Farbwiedergabe bekommt das Nikon seinen ersten und wirklich dicken Punkt: Nikon vs Tamron: 1:2

Fazit:

Ich habe das Gefühl, dass die Wahl in der 70-300er Klasse zwischen Nikon und Tamron sehr schwierig ist. Das eine ist weich, das andere belichtet unter. Jetzt kann man natürlich sagen, dass man einfach das Tamron justieren lässt. Klar. Aber will man das? Will man ein Objektiv kaufen und es gleich einschicken? Ich stehe gerade vor der Entscheidung, ob ich das Tamron auch zurück schicke oder ob ich es behalte und darauf hoffe, dass der Tamron-Service das Objektiv so justiert, dass es passt. Wie oben schon geschrieben: ich bin nicht überzeugt, dass damit alle Probleme behoben sind. Vielleicht ist es einfach vermessen zu glauben ein Objektiv zu bekommen das “perfekt” arbeitet und “nur” 400 Euro kostet. Zwei Brillengläser entsprechend vergütet kosten ähnlich. Die haben aber kein VR, kein Ultraschallantrieb, kein …

Update:

Scheinbar funktioniert die Blende an meinem Exemplar wirklich nicht richtig. Bilder die mit Blende <F8 gemacht werden, werden in der Regel falsch belichtet:

Offenblende - Fehlbelichtung

Blendet man ab, z.B. F8, dann sieht die Welt schon ganz anders aus:

F8 - Korrekte Belichtung

… dann werde ich wohl in den sauren Apfel beißen und schicke das Tamron zu Tamron!