Update 3: Ich habe eben herausgefunden, dass nur die Beta von Ntrip auf den Homer zugreifen kann. Per GPSBabel oder HoudahGPS kann man nämlich die Daten vom Homer laden. Das seltsame ist aber, dass die Tracks nicht komplett sind. Bei mir fehlte eben der Anfang und Schluss eines Tracks… Dämlich!
Update 2: Seit MacOS Lion kann ich nicht mehr auf den Logger zugreifen :-/
Update: Ich habe mittlerweile einen Konverter geschrieben. Infos und Downloads hier!
Schaut man sich nach einem vernünftigen GPS-Logger um, kommt man um den MiniHomer kaum herum. Für 80 Euro erhält man lt. Beschreibungen ein Gerät mit dem man speichermäßig locker zwei Wochen Urlaub tracken kann. Die Batterie soll für 10, 12 Stunden reichen. Zudem ist das Ding klein, recht hübsch anzusehen und wartet noch mit ein paar Goodies auf, wie z.B. freie Eingabe von Koordinaten (gut für Geocaching), Speicherung mehrerer Punkte an denen man sich gerade befindet (Auto, Hotel, …) und das zurückführen zu ebendiesen und auch die Anzeige der Geschwindigkeit.
Die Empfangsleistung der GPS-Antenne ist klasse. Selbst sogar in meiner Wohnung im 1. Stock weg von den Fenstern klappt der Fix. Die Genauigkeit ist auch prima – unter 5 Metern würde ich sagen. Die Zusatzfunktionen scheinen auch meist gut nutzbar zu sein. Allein die Eingabe der Koordinaten zu der man hingeführt werden möchte ist grauenhaft. Erstens weiß man aufgrund der beschränkten Informationsmenge auf dem Display nie, ob man sich bei der Eingabe verschrieben hat und zweitens ist das Eingeben an sich (auch dank der hakeligen und brettharten Tasten) kompliziert und wenig erfreulich. Trotzdem – zur Not klappt das schon.
Entscheidend ist aber, wie gut das Gerät mit meinem Mac klar kommt, da bekanntermaßen der beste Logger nichts nutzt, wenn man die Logs nicht aus dem Gerät bekommt. Es ist leider nicht so, dass der MiniHomer als simples USB-Speichergerät erkannt wird und so kann man auch nicht “einfach so” GPX-Tracks herunterkopieren. Statt dessen braucht man eine bestimmte Software (ntrip) die genau dies erlaubt. Der Haken an der Sache ist der, dass ntrip derzeit nur für Windows vorliegt. Vor dem Kauf habe ich beim Vertrieb (ich glaube die Firma heißt zynex) angefragt, wie es mit einer Mac-Lösung aussieht und erhielt eine Beta-Version von ntrip für Mac. Die lässt sich recht problemlos installieren und lädt auch brav die Trackdaten vom MiniHomer herunter.
Jetzt fangen aber die Probleme an. Ich will meine Tracks bitteschön als GPX-Dateien haben, um sie in jedes x-beliebige Programm werfen zu können, um so z.B. Photos zu taggen oder sie mir in Google Earth anzeigen zu lassen. Die ntrip-Software kann eigentlich genau das im Prinzip auch, ich will aber nicht meinen Photo-Workflow auf die ntrip-Software umstellen.
Als “ambitionierter” User fängt man nun natürlich an herumzuspielen. Idee 1 war, das Gerät in eine Virtualbox mit installiertem Windows und ntrip umzuleiten. Das klappt aber nicht. Vom Service habe ich aber erfahren, dass dies bei Parallels möglich sein soll. Das habe ich aber nicht. Ebenso erhielt ich den Tipp myTracks zu testen. Das kann tatsächlich die Trackdaten herunterladen. Man muss allerdings als Logger ein SkyTraq Venus basiertes Gerät angeben. Leider funktionieren zwei Dinge nicht: 1. erhält man einen Track, der aus allen einzelnen Tracks besteht. Das ist nicht weiter tragisch, da die Software natürlich Tracks auseinander schneiden kann. 2. fehlen z.T. die Geschwindigkeitsangaben in den Logs. Das ist leider nicht so toll. Im Netz findet sich noch der Hinweis, dass der MiniHomer auch mit GPSBabel auszulesen sei. Auch das ist richtig, allerdings kommen nur gefühlte 3% der Trackpunkte an. Aus irgendwelchen Gründen werden manche Trackpunkte ausgelesen, andere nicht. Das ist also auch nicht der Weisheit letzer Schluss.
Gestern Abend habe ich allerdings noch etwas bemerkt, was sehr vielversprechend aussieht. Die ntrip-Software speichert die vom MiniHomer heruntergeladenen Daten in einer SQLite Datenbank
SQlite ist im Grunde genommen eine herkömmliche Datenbank nur halt ohne Datenbankserver. Unter MacOS kann man sogar ohne irgendetwas installieren zu müssen darauf zugreifen, da sowohl sqlite3 als auch python mit den sqlite-Bibliotheken installiert sind… Ich habe gestern noch kurz mit der Datenbank gespielt und es ist recht problemlos diese mit einem Python-Skript auszulesen.
Mein Fazit bisher: ein toller Logger mit einigen Schwächen: Bedienbarkeit -dies ist z.T. auch einfach der Größe geschuldet und somit zu erwarten – und die Software für Mac. Ich hoffe, dass wie vom Service versprochen die Mac-Software in den kommenden Wochen verbessert wird und ähnlich gut funktioniert wie die Windows-Version (die ist tadellos). Ich gehe allerdings davon aus, da der Service wirklich klasse ist und sehr schnell antwortet…