Mehr Linux für den Mac

Als ich vor 3 Jahren angefangen habe Macs zu benutzen habe ich recht fix die lieb gewonnene Paketverwaltung von Ubuntu (apt) vermisst. Einige Zeit habe ich mich ganz gut auch ohne durchgeschlagen, mittlerweile nutze ich aber die “nachgerüstete” Paketverwaltung homebrew für den Mac.

Die Installation ist denkbar einfach. Zunächst wird auf dem Mac Xcode installiert (über den Mac Store), danach geht es wie auf dieser Seite beschrieben weiter. Was man für die restliche Installation tun muss ist im Grunde genommen nur ein Script auszuführen. Fertig.

homebrew funktioniert nun wie folgt:

  • Installierbare Programme auflisten:Ich habe leider keine Liste aller durch brew installierbarer Applikationen gefunden. Abhilfe schafft folgendes:
    brew search --> gibt alle installierbaren Applikationen aus 
    brew search x --> gibt alles mit "x" im Namen aus
    brew info y --> gibt Informationen über Applikation y aus
    brew home y --> öffnet die zu Applikation y gehörige Homepage
  • Programme installieren:Eine Applikation (und alle benötigten Abhängigkeiten) installiert man durch
    brew install y

    Von der Installation bleiben die Quellcode-Archive zurück. Wer Platz sparen will, löscht die im Cache-Verzeichnis liegenden Archive. Der Cache liegt normalerweise unter ~/Library/Caches/Homebrew/ – Alternativ lässt sich das Verzeichnis durch folgenden Befehl bestimmen:

    brew --cache
  • Programme deinstallieren: Applikationen lassen sich natürlich auch löschen. Die Abhängigkeiten (auch wenn sie ansonsten nicht mehr benötigt werden) bleiben (leider) erhalten:
    brew list --> listet installierte Applikationen
    brew remove y --> entfernt Applikation y
  • Updates: Die installierten Applikationen lassen sich durch die folgenden beiden Befehle auf den neuesten Stand bringen:
    brew update
    brew upgrade

 

WLAN-Probleme mit MacOS 10.7.x

Wenn ein Mac-Rechner eines kann, dann fix aus dem Standby aufwachen und sich in Nullkommanix mit dem vorhandenen WLAN verbinden. Denkste. Bei meinen beiden MacBook Airs klappt das nicht. Beim Start oder nach dem Aufwachen klagen beide Rechner, dass “keines ihrer bevorzugten Netze ist verfügbar”. Blöd das.

Ich habe eben endlich das funktionierende Tutorial in einem Mac-Forum gefunden.

  1. WLAN deaktivieren
  2. Im Terminal:
    sudo rm /Library/Preferences/SystemConfiguration/com.apple.airport.preferences.plist
  3. WLAN aktivieren

Das war’s. Und so klappt’s auch mit dem WLAN!

Ice Cream Sandwich für HTC Desire (Android 4.0)

Kaum zu glauben aber wahr: kaum zwei Wochen nachdem die Quellen für Android 4 von Google frei gegeben wurden ist schon das erste Custom ROM basierend auf Ice Cream Sandwich für das HTC Desire verfügbar. Nachdem die ersten Versionen schon sehr experimentell waren, ist nun die erste Beta verfügbar.

Abgesehen von der Kamera und Multitouch (z.B. in Google Maps) funktioniert alles. Geschwindigkeit ist verglichen zu Androide 2.3.x nicht großartig schlechter geworden. Alles in allem also sehr positiv…

Informationen und Download im entsprechenden Thread bei XDA Developers.

Viewsonic Viewpad 10s

Mir träumt es ja schon längere Zeit von einem Tablet-PC. Das iPad ist mir zu teuer und die meisten Android-Alternativen auch. Vor ein paar Tagen bin ich über ein interessantes Gerät für gerade mal 200 Euro gestolpert: Das Viewsonic Viewpad 10s. Also her damit!

Klarer und offensichtlicher Haken an dem Gerät: Android 2.2 – das ist aber nicht weiter schlimm, denn man kann auch hier alternative ROMs aufspielen und kommt so in Genuss von Android 3.2 (vermutlich auch 4, da es eine überraschend große Community gibt, die ROMs für das Gerät bereit stellt) und erhält dann vollen Zugriff auf den Android Market. Bei Tablets ohne 3G, wir erinnern uns, gibt es keinen Android Market.

Beim Auspacken und Testen heute Morgen sind mir allerdings gleich eine ganze Reihe weiterer Probleme aufgefallen:

  • Verarbeitung: Das Gehäuse des ViewPad besteht aus schwarzem Hochglanzkunststoff. Der ist unfassbar grabbelig und auch nicht stabil. Hält man das Gerät in einer Hand und tippt mit der anderen auf dem Display knarzt es.
  • Display: Ich habe noch nie ein derart blickwinkelabhängiges Display erlebt wie dieses. Tablet flach auf den Tisch legen und irgendwas lesen? Geht kaum. Zudem zieht es Fingerabdrücke quasi magisch an und interessanterweise lassen sich diese quasi nicht wegputzen. Die Helligkeit reicht für helle Umgebungen (ein Zimmer in das seitlich die Sonne scheint) fast nicht aus. Zudem kommt, dass das Display äußerst stark spiegelt.
  • Bisher dachte ich, die alternativen Android Markets wären nutzbar. Nein. Ohne den “echten” Android Market von Google ist man aufgeschmissen. Der auf dem Gerät installierte Market enthält zwar auch Software, aber leider nicht die, die man haben möchte.
  • Mit einem hätte ich nicht gerechnet: der schlechten Darstellung von Schrift. Ein Buch in Aldikio lesen oder ein PDF im Acrobat Reader kann man vergessen. Vermutlich kann Android 2.2 so etwas wie Kantenglättung bei Schriften nicht. Möglich, dass das bei 3.x anders ist. Getestet habe ich das aber nicht.

Die Verarbeitung stört mich gar nicht so. Was stört ist das Display… Ein Tablet das nicht zu lesen ist, wenn es auf dem Tisch liegt, nutzt nicht… Das ist sehr schade, da die sonstige Hardware sehr ordentlich ist. Google Maps reagiert z.B. ähnlich schnell wie auf einem iPad und auch alle anderen Anwendungen laufen schnell und die Animationen ruckelfrei.

Mein Viewpad geht daher zurück. Adios!

Dropbox vs. Spideroak

Dropbox, der natürliche Feind des USB-Sticks, hat eine interessante Konkurrenz bekommen: Spideroak.

Wie Dropbox bietet Spideroak Clients für die gängigen PC-Betriebssysteme (also Mac, Linux, Windows) und auch mobile Geräte (Android, iOS) an. Der Spideroak-Client ist ebenfalls als ein Hintergrunddienst implementiert, der Verzeichnisse überwacht und alle Änderungen auf einen Server pusht. D.h. man muss nicht manuell Daten in ein Tool schieben oder von dort herunterladen.

Spideroak hat einige Unterschiede verglichen zu Dropbox:

  • Spideroak ist im Grund ein Backup-Dienst der zusätzlich Dateien zwischen Geräten synchronisieren kann und auch Shares bietet. D.h. man erzeugt ein Spideroak-Konto und pumpt zunächst seine kostbarsten Daten dort hin. Ein Konto kann übrigens zum Backup verschiedener Rechner genutzt werden. Optional kann man basierend auf diesen Backups Synchronisationen zwischen Geräten und Shares erzeugen.
  • Die Uploads erfolgen verschlüsselt. Das hierzu benutzte Passwort wird auf einem eigenen Client, d.h. nicht von den Spideroak-Servern, erzeugt. Dieses Passwort ist somit Spideroak nicht bekannt, was natürlich auch heißt, dass die Daten weder von Spideroak noch einem Angreifer auf den Dienst entschlüsselt werden können. Voraussetzungen dafür sind natürlich, dass a) der Client nicht nach Hause telefoniert und b) man sich nicht auf der Weboberfläche des Dienstes einloggt und dort sein Passwort Preis gibt. Nachteil: Vergisst man das Passwort, kann man es sich nicht von Spideroak zurück holen.
  • Man kann genau steuern welche Ordner zwischen Geräte gesynct werden. Dropbox hat -soweit das nicht in letzet Zeit geändert wurde und ich es nicht mitbekommen habe- das Paradigma One-Folder-For-All. Die Metapher “ich werfe mein Zeugs dort rein und irgendwann liegt es an der selben Stelle auf all meinen Geräten”  ist einerseits sehr eingänglich, andererseits aber auch sehr limitierend. Mit Spideroak kann man genau steuern, dass Ordner X von Rechner A mit Ordner Y auf Rechner B synchronisiert wird.
  • Da man relativ komplizierte Backup-, Sync- und Sharing-Spielereien mit Spideroak einrichten kann, ist eine mächtigere UI als die von Dropbox nötig. Diese ist zudem wie ich finde unnötig kompliziert gestaltet und mit diversen Anzeigen überfrachtet die man gar nicht bräuchte.
  • Ich habe den Eindruck, dass Spideroak wahnsinnig langsam ist. Der Upload dauert natürlich deswegen so lange, da man zu Hause nur eine verhältnismäßig lahme DSL-Verbindung hat und es einfach dauert 1GB Zeugs in die Cloud zu pushen. Die Download-Rate der Server ist allerdings nicht schneller als meine DSL-Leitung höchlädt… Zudem kommt, dass es eine ganze Weile dauert, bis die Clients auf zwei Rechnern “merken”, dass es etwas zu tun gibt… “Mal eben schnell” kleine Dateien zwischen zwei Rechnern austauschen dauert mit Spideroak gefühlt 2- bis 3-fach so lange verglichen zu Dropbox.

Fazit: Noch keines. Ich probiere den Dienst jetzt aus. Dropbox ist für mich noch nicht gestorben. Ich sehe aber viele entscheidende Vorteile (Sicherheit, Funktionsumfang) bei Spideroak, dafür gibt es ein paar Einschränkungen (Benutzbarkeit, Geschwindigkeit).

GPX Track Export for MiniHomer on MacOS

As I’ve written some days ago, I bought a MiniHomer GPS Device. Unfortunately the ntrip Beta software for Mac is not able to export the Tracks to GPX files. I discovered that the ntrip software uses a SQlite database which you can export to anything you want. So I wrote a little converter that inputs the SQlite DB of ntrip and outputs lovely GPX track files.

You can download the script here.

How to use:
1. Place script to folder with ntrip SQlite Database. If you want to place the script elsewhere, adjust pathToDB setting.

pathToDB = "trip.sqlite"

2. Adjust pathtoOutputFldr in Settings section to tell the script where to output files

pathtoOutputFldr = "/Users/xxx/Desktop"

3. Run script in terminal.

4. Enjoy home brewn GPX files with any application

Navin MiniHomer mit MacOS

Update 3: Ich habe eben herausgefunden, dass nur die Beta von Ntrip auf den Homer zugreifen kann. Per GPSBabel oder HoudahGPS kann man nämlich die Daten vom Homer laden. Das seltsame ist aber, dass die Tracks nicht komplett sind. Bei mir fehlte eben der Anfang und Schluss eines Tracks… Dämlich!

Update 2: Seit MacOS Lion kann ich nicht mehr auf den Logger zugreifen :-/

Update: Ich habe mittlerweile einen Konverter geschrieben. Infos und Downloads hier!

Schaut man sich nach einem vernünftigen GPS-Logger um, kommt man um den MiniHomer kaum herum. Für 80 Euro erhält man lt. Beschreibungen ein Gerät mit dem man speichermäßig locker zwei Wochen Urlaub tracken kann. Die Batterie soll für 10, 12 Stunden reichen. Zudem ist das Ding klein, recht hübsch anzusehen und wartet noch mit ein paar Goodies auf, wie z.B. freie Eingabe von Koordinaten (gut für Geocaching), Speicherung mehrerer Punkte an denen man sich gerade befindet (Auto, Hotel, …) und das zurückführen zu ebendiesen und auch die Anzeige der Geschwindigkeit.

Die Empfangsleistung der GPS-Antenne ist klasse. Selbst sogar in meiner Wohnung im 1. Stock weg von den Fenstern klappt der Fix. Die Genauigkeit ist auch prima – unter 5 Metern würde ich sagen. Die Zusatzfunktionen scheinen auch meist gut nutzbar zu sein. Allein die Eingabe der Koordinaten zu der man hingeführt werden möchte ist grauenhaft. Erstens weiß man aufgrund der beschränkten Informationsmenge auf dem Display nie, ob man sich bei der Eingabe verschrieben hat und zweitens ist das Eingeben an sich (auch dank der hakeligen und brettharten Tasten) kompliziert und wenig erfreulich. Trotzdem – zur Not klappt das schon.

Entscheidend ist aber, wie gut das Gerät mit meinem Mac klar kommt, da bekanntermaßen der beste Logger nichts nutzt, wenn man die Logs nicht aus dem Gerät bekommt. Es ist leider nicht so, dass der MiniHomer als simples USB-Speichergerät erkannt wird und so kann man auch nicht “einfach so” GPX-Tracks herunterkopieren. Statt dessen braucht man eine bestimmte Software (ntrip) die genau dies erlaubt. Der Haken an der Sache ist der, dass ntrip derzeit nur für Windows vorliegt. Vor dem Kauf habe ich beim Vertrieb (ich glaube die Firma heißt zynex) angefragt, wie es mit einer Mac-Lösung aussieht und erhielt eine Beta-Version von ntrip für Mac. Die lässt sich recht problemlos installieren und lädt auch brav die Trackdaten vom MiniHomer herunter.

Jetzt fangen aber die Probleme an. Ich will meine Tracks bitteschön als GPX-Dateien haben, um sie in jedes x-beliebige Programm werfen zu können, um so z.B. Photos zu taggen oder sie mir in Google Earth anzeigen zu lassen. Die ntrip-Software kann eigentlich genau das im Prinzip auch, ich will aber nicht meinen Photo-Workflow auf die ntrip-Software umstellen.

Als “ambitionierter” User fängt man nun natürlich an herumzuspielen. Idee 1 war, das Gerät in eine Virtualbox mit installiertem Windows und ntrip umzuleiten. Das klappt aber nicht. Vom Service habe ich aber erfahren, dass dies bei Parallels möglich sein soll. Das habe ich aber nicht. Ebenso erhielt ich den Tipp myTracks zu testen. Das kann tatsächlich die Trackdaten herunterladen. Man muss allerdings als Logger ein SkyTraq Venus basiertes Gerät angeben. Leider funktionieren zwei Dinge nicht: 1. erhält man einen Track, der aus allen einzelnen Tracks besteht. Das ist nicht weiter tragisch, da die Software natürlich Tracks auseinander schneiden kann. 2. fehlen z.T. die Geschwindigkeitsangaben in den Logs. Das ist leider nicht so toll. Im Netz findet sich noch der Hinweis, dass der MiniHomer auch mit GPSBabel auszulesen sei. Auch das ist richtig, allerdings kommen nur gefühlte 3% der Trackpunkte an. Aus irgendwelchen Gründen werden manche Trackpunkte ausgelesen, andere nicht. Das ist also auch nicht der Weisheit letzer Schluss.

Gestern Abend habe ich allerdings noch etwas bemerkt, was sehr vielversprechend aussieht. Die ntrip-Software speichert die vom MiniHomer heruntergeladenen Daten in einer SQLite Datenbank :D SQlite ist im Grunde genommen eine herkömmliche Datenbank nur halt ohne Datenbankserver. Unter MacOS kann man sogar ohne irgendetwas installieren zu müssen darauf zugreifen, da sowohl sqlite3 als auch python mit den sqlite-Bibliotheken installiert sind… Ich habe gestern noch kurz mit der Datenbank gespielt und es ist recht problemlos diese mit einem Python-Skript auszulesen.

Mein Fazit bisher: ein toller Logger mit einigen Schwächen: Bedienbarkeit -dies ist z.T. auch einfach der Größe geschuldet und somit zu erwarten – und die Software für Mac. Ich hoffe, dass wie vom Service versprochen die Mac-Software in den kommenden Wochen verbessert wird und ähnlich gut funktioniert wie die Windows-Version (die ist tadellos). Ich gehe allerdings davon aus, da der Service wirklich klasse ist und sehr schnell antwortet…

 

25 GB Online-Speicher for free: Telekom Mediencenter unter Ubuntu mounten

Neulich bin ich im Netz durch Zufall auf einen Dienst von Microsoft gestoßen: Sky Drive. Der Dienst bietet satte 25 GB kostenlosen Speicher im Netz … äh: in der Cloud (!!) an. Leider ist dieser Dienst für mich nutzlos, da ich weder mit meinem Mac noch den Ubuntu-Kisten aus Ermangelung der nötigen Software darauf zugreifen kann. Irgendwo habe ich gelesen, dass man theoretisch auch per Webdav zugreifen können soll. Settings fand ich aber keine und so sicher ob dieses Feature überhaupt existiert und nicht wie Nessie eher fabulöser Art ist, konnte ich nicht feststellen.

Alternativ bietet auch die gute alte Telekom 25 GB kostenlosen Speicher an. Nein, nicht für Telekom-Kunden, sondern für alle. Kostenlos. Für alle. Das ging zunächst auch nicht in meinen Kopf, stimmt aber. Das schöne ist, dass man diesen Speicher unter Mac, Ubuntu usw mounten kann, da Webdav zur Verfügung steht.

Mounten lässt sich das ganze so:

sudo mount -t davfs https://webdav.mediencenter.t-online.de
/mount/mediencenter

Leider stellt man aber schnell fest, dass hochkopierte Dateien zwar auf dem Server angelegt werden, aber exakt Null Bit groß sind. Hier hilft aber eine Anpassung in der Datei /etc/davfs2/davfs2.conf. Einfach folgende Zeile irgendwo in die Datei schreiben:

if_match_bug    1

Ich habe das eben getestet und der Upload eines 5GB Image hat dank meiner dicken Uni-Internetanbindung wenige Minuten gedauert (d.h. die Telekom-Server sind auch nett performant) und die Daten stehen auch wirklich zur Verfügung.