Als Ersatz für meinen neulich verkauften Mac habe ich mir ein Lenovo Edge 11 ausgesucht. Das kleine Notebook ist mit einen Intel i3 Prozessor mit 1333 MHz und einer 320 GB Festplatte bestückt. 1,3GHz klingen nicht spektakulär, der Prozessor hat aber zwei Kerne und beherrscht Hyperthreading. Für ein (Sub)Notebook das irgendwo zwischen Nettop und vollwertiger Workstation angesiedelt ist also voll ok. Die 2GB voreingebauter RAM sind eigentlich ausreichend, man kann aber dank freiem Slot weitere 2GB für knapp 30 Euro aufrüsten.
Hier eine kurze Mittagspausen-Beschreibung meines ersten Eindrucks vier Stunden nach erstmaligem Einschalten des Edge:
Display: Das Display ist ein Glare-Display, wie leider heute fast schon üblich. Bisher hatten Thinkpads noch Matte-Displays aber das Edge versteht man wohl eher als Consumer-Gerät und hat daher ein Glare-Display verbaut. Seltsamerweise hat das weitgehend ähnliche “Schwestergerät” X100e ein Matte-Display. Das Edge-Display an sich ist genügend hell und löst für die kleine Fläche (11,6 Zoll Bildschirmdiagonale) mit 1366×768 hoch auf. Das 16:9 Bildschirmverhältnis kann man mögen, mir sind “hochformatigere” Bildschirmverhältnisse bedeutend lieber. Verglichen zum Display eines fast doppelt so teuren Macbook Air 11 stinkt das des Edge etwas ab. Das Air-Display ist ca. 25% heller und wirkt insgesammt “knackiger”. Dennoch: Display ist okay.
Verarbeitung: Man kann keine Wunder von einem 550 Euro Rechner erwarten. Das Gehäuse wirkt stabil, ist gut verarbeitet und sieht verhältnismäßig wertig aus. Über die Haltbarkeit kann ich nicht viel sagen. Aber der helle, lackierte Rahmen bzw. der Bildschirmdeckel in Piano-Optik lassen ehrlich gesagt schlimmes erahnen… Fingerabdrücke bzw. Abrieb sind zu befürchten.
Ergonomie: Im aufgeklappten Zustand ist das kleine Lenovo Tipp Topp. Man schreibt sofort blind auf der guten Tastatur, findet Trackpad bzw. Trackpin und kann alles gut bedienen. Das Trackpad ist für ein Notebook dieser Größe groß. Größer zumindest als die Trackpads von T60 und Konsorten. Mit dem hervorragenden Trackpad eines MacBook kann es aber nicht mithalten. Kleiner Trost ist der Trackpin der inmitten der Tastatur sitzt. Neu ist, dass die Fx Tasten oben nun wie bei einem Mac mit Funktionen a la Bildschirm heller/dunkler bzw. Lauter/Leiser belegt wurden. Dies ist sicherlich auch wieder umkonfigurierbar. Was mir nicht gefällt ist das Aufklappen des Edge. Das Gerät ist so leicht bzw. die Scharniere des Deckels so fest, dass man den Deckel keinen Millimeter öffnen kann, ohne die Basis des Notebooks fest zu halten. Außerdem bilden die Trackpad-Tasten mit dem Gehäuse eine Linie. Reißt man das Notebook in der Mitte auf, könnte es passieren, dass man plötzlich eine Trackpad-Taste in der Hand hat. Ansonsten: Der Ein/Ausschalter ist etwas sehr Randnah am Scharnier platziert, so dass man die Finger schön spitz machen muss, um den Rechner in Gang zu setzen.
Optik: Ich finde das Edge “schön”. Wenn “schön” hier das richtige Adjektiv ist. Mir persönlich gefällt es besser als ein MacBook Air 11. Grund ist, dass das Air einen unglaublich dicken Rand um die Tastatur bzw. das Display hat. Störend ist nur der 6-Zellen-Akku, der wie leider oft bei Lenovo üblich hinten hinaussteht. Die Akkuwurst sieht schon etwas “unsexy” aus. Gewöhnungsbedürftig ist auch die rote LED die das i-Tüpfelchen des “ThinkPad”-Schriftzugs auf dem Gehäuse innen und außen darstellt. Ich finde das ziemlich albern.
Hitzeentwicklung und Geräuschkulisse: Meine wichtigsten Kriterien an ein Notebook sind Wärme- und Geräuschentwicklung. Ich betreibe es gerade unter einem vom Stick gebooteten Ubuntu und sichere die Festplatte auf eine Andere. Oben wird das Edge handwarm, unten ist es deutlich wärmer aber nicht heiß. Mein x60t wird vom bloßen herumstehen unter Ubuntu heißer. Der Lüfter des Edge scheint hoch zu drehen aber ist verhältnismäßig ruhig. Hier muss man aber noch tweaken, auf Dauer würde mich das nerven.
Fazit für den Moment: Nice. Ich muss später zu Hause Ubuntu aber noch “richtig” installieren und auch einige Daten auf die Platte knallen. Dann wird man wohl mehr sehen und bessere Aussagen treffen können.
So viel für den Moment. Es werden noch weitere Eindrücke folgen.
Update: Teil 2