oder: “Die Genius-Bar”
Ich habe es endlich in den Apple-Laden in München geschafft, um meine nervig laut surrende Festplatte begutachten zu lassen. Sagen wir einmal so: es war ein echtes Erlebnis Event.
Zum Kundendienst im Apple Laden Store kann man nicht einfach so gehen. Nein! Man muss sich erst einen Termin holen. Etwa so wie beim Zahnarzt oder Friseur. Das kann man bei mehr oder weniger nett anzusehenden Mädels in leuchtend orangefarbenen T-Shirts machen, die wie aufgeschreckte Hühner mit MacBook Airs auf dem Arm im Laden herumrennen. In Apple-Sprech nennen sich die Chicas übrigens Concierge. Mir war das ganze Prozedere ehrlich gesagt bis dato fremd, daher fragte ich etwas verloren so ein Concierge-Chick, wo denn der Support zu finden sei. “Oben”, war die Antwort, aber ich brauche sowieso einen Termin. Und zwar wohl gemerkt nicht beim Support, sondern bei einem Genius an der Genius Bar. Genius ist wieder Apple-Sprech und bedeutet so viel wie “Support-Mensch” und “Bar” heißt so viel wie Help-Desk Service-Schalter. Fein…
Also stand ich eine Stunde später zum appointeten Date um 14:00 im Second Floor des Apple Stores und wartete chillig bis ein Platz bei einem Genius an der Bar frei wurde. Der für einen Computerladen* tatsächlich freundliche und überraschend aufmerksame Supportler Genius erkannte das Problem und wollte tatsächlich die Platte austauschen. Olé! Natürlich geht das nicht einfach mal so geschwind oder man bekommt die Platte alternativ auch nicht mit nach Hause zum selbst umbauen mit. Nein: es gibt wieder einen Termin. Den wollte der gute Mann mir auch schon geben, wäre da nicht das Problem mit der Seriennummer gewesen.
Meinen Mac gibt es nämlich gar nicht. Er wurde nicht im System erfasst und die Seriennummer ist somit unbekannt. Toll! Für mich heißt das nämlich: Ohne Registrierung des Rechners auf mich keinen Support. Und ohne Seriennummer keine Registrierung. Also ist Schritt 1: Apple die Seriennummer meines MacBooks im Nachhinein bekannt machen. (“Hallo, ihr habt da eines vergessen…”) “Das Wird wohl kein Problem sein”, dachte ich “schließlich stehst du im Apple Flagship Store Germany und dein Genius kann das sicher ganz fix für dich machen”. Nö. Kann er nicht. Das muss der Kunde nämlich per Fax, Brief oder Brieftaube selbst machen. “People-Ware unterstützt das noch nicht”. “Wer?” “Die CRM-Software, die Apple einsetzt”. “Verstehe…” Jetzt war ich dann doch etwas angekäst. Das machte ich meinem Genius auch klar, und siehe da: nach nur 30 Minuten hatte der gute Mann alle nötigen Unterlagen für mich ausgefüllt und nach Irland gefaxt. (Danke dafür!) Nur: die Bearbeitungszeit liegt bei 3 Tagen. Das ist länger als ich heute noch warten wollte. Heißt also, ich muss nochmals in den Laden rennen und kann wohl dann meine Festplatte tauschen.
Apple – es ist immer wieder ein echtes Erlebnis!
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* Hardcore-Mac-Fans verzeihen mir vielleicht den schnöden Begriff “Computer”…