Dropbox vs. Spideroak

Dropbox, der natürliche Feind des USB-Sticks, hat eine interessante Konkurrenz bekommen: Spideroak.

Wie Dropbox bietet Spideroak Clients für die gängigen PC-Betriebssysteme (also Mac, Linux, Windows) und auch mobile Geräte (Android, iOS) an. Der Spideroak-Client ist ebenfalls als ein Hintergrunddienst implementiert, der Verzeichnisse überwacht und alle Änderungen auf einen Server pusht. D.h. man muss nicht manuell Daten in ein Tool schieben oder von dort herunterladen.

Spideroak hat einige Unterschiede verglichen zu Dropbox:

  • Spideroak ist im Grund ein Backup-Dienst der zusätzlich Dateien zwischen Geräten synchronisieren kann und auch Shares bietet. D.h. man erzeugt ein Spideroak-Konto und pumpt zunächst seine kostbarsten Daten dort hin. Ein Konto kann übrigens zum Backup verschiedener Rechner genutzt werden. Optional kann man basierend auf diesen Backups Synchronisationen zwischen Geräten und Shares erzeugen.
  • Die Uploads erfolgen verschlüsselt. Das hierzu benutzte Passwort wird auf einem eigenen Client, d.h. nicht von den Spideroak-Servern, erzeugt. Dieses Passwort ist somit Spideroak nicht bekannt, was natürlich auch heißt, dass die Daten weder von Spideroak noch einem Angreifer auf den Dienst entschlüsselt werden können. Voraussetzungen dafür sind natürlich, dass a) der Client nicht nach Hause telefoniert und b) man sich nicht auf der Weboberfläche des Dienstes einloggt und dort sein Passwort Preis gibt. Nachteil: Vergisst man das Passwort, kann man es sich nicht von Spideroak zurück holen.
  • Man kann genau steuern welche Ordner zwischen Geräte gesynct werden. Dropbox hat -soweit das nicht in letzet Zeit geändert wurde und ich es nicht mitbekommen habe- das Paradigma One-Folder-For-All. Die Metapher “ich werfe mein Zeugs dort rein und irgendwann liegt es an der selben Stelle auf all meinen Geräten”  ist einerseits sehr eingänglich, andererseits aber auch sehr limitierend. Mit Spideroak kann man genau steuern, dass Ordner X von Rechner A mit Ordner Y auf Rechner B synchronisiert wird.
  • Da man relativ komplizierte Backup-, Sync- und Sharing-Spielereien mit Spideroak einrichten kann, ist eine mächtigere UI als die von Dropbox nötig. Diese ist zudem wie ich finde unnötig kompliziert gestaltet und mit diversen Anzeigen überfrachtet die man gar nicht bräuchte.
  • Ich habe den Eindruck, dass Spideroak wahnsinnig langsam ist. Der Upload dauert natürlich deswegen so lange, da man zu Hause nur eine verhältnismäßig lahme DSL-Verbindung hat und es einfach dauert 1GB Zeugs in die Cloud zu pushen. Die Download-Rate der Server ist allerdings nicht schneller als meine DSL-Leitung höchlädt… Zudem kommt, dass es eine ganze Weile dauert, bis die Clients auf zwei Rechnern “merken”, dass es etwas zu tun gibt… “Mal eben schnell” kleine Dateien zwischen zwei Rechnern austauschen dauert mit Spideroak gefühlt 2- bis 3-fach so lange verglichen zu Dropbox.

Fazit: Noch keines. Ich probiere den Dienst jetzt aus. Dropbox ist für mich noch nicht gestorben. Ich sehe aber viele entscheidende Vorteile (Sicherheit, Funktionsumfang) bei Spideroak, dafür gibt es ein paar Einschränkungen (Benutzbarkeit, Geschwindigkeit).

Dropbox App für Android verfügbar

Die lange erwartete App für Dropbox steht nun im Android Market zur Verfügung, siehe dazu auch diesen Blogeintrag: http://www.dropbox.com/anywhere

Alles in allem bin ich etwas enttäuscht. Die App bietet zwar vollen Zugriff auf alle Daten der Dropbox, man kann auch recht bequem Daten zur Dropbox aus diversen Anwendungen hochpumpen ABER: man kann nicht Daten auf das Android Device syncen. Ich hätte mir z.B. die Funktion gewünscht, dass man sich Dateien oder Ordner auswählen kann, welche entweder täglich, alle paar Stunden oder manuell auf das Gerät kopiert werden würden – dies wäre z.B. für Todo-Listen, Notizen usw praktisch und dies würde den Einsatz von weiteren Diensten überflüssig machen.

Ich gehe aber davon aus, dass diese erste Release (0.9.7) bald mit neuen Funktionen angereichert werden wird und wohl solche elementaren Dinge nachgezogen werden.