Film: 300 (Kino)

Man ließt ziemlich viel über “300″ in diesen Tagen. Die Kommentare sind dabei ebenso widerspüchlich wie zahlreich. Ich habe mir heute Abend 300 angesehen, um mir eine eigene Meinung zu bilden. Ich wollte 300 im Grunde nur deswegen sehen, um ihn gesehen zu haben. So wirklich interessiert hat mich der Film ehrlich gesagt nicht.

Kurz gefasst, geht es darum: Der Perserkönig Xerxes landet mit ein paar hundertausend Mann an der Küste Griechenlands und will das Land überrennen. Dummerweise hat er sich ausgerechnet den Küstenabschnitt ausgesucht, von dem nur eine schmale Schlucht ins Landesinnere führt. Leonidas, König der Spartaner, ist etwas cleverer als sein persischer Kollege und nutzt den Engpass dazu aus, um mit nur 300 Mann den Persern den Weg abzuschneiden. Die 300 Mann sind alles, was Leonidas gegen den Feind aufbringen kann und darf, weil der Rest des Armee wegen eines religiösen Fests nicht zu den Waffen greifen darf.

Obwohl Xerxes alles einsetzt, was er zu bieten hat, mähen die Spartaner mehr oder weniger alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Erst durch einen hinterhältigen Verra gelingt es Xerxes Leonidas’ Männer zu bezwingen.

Zuerst einmal zu dem positiven Seiten des Films: er ist sehr hübsch anzusehen. Die choreographischen Schlachtszenen sind beeindruckend inszeniert und wirklich gelungen. Von der ersten bis zur letzten Minute, wird eine sehr interessante und irgendwie mysthische Stimmung erzeugt. Die Musik- und Geräuschkulisse und die düsteren, fahlen Farben unterstreichen dies eindrucksvoll.

Leider fand ich den Film aber aus mehreren Gründen ein wenig entäuschend und um Längen weniger spannend als ich angenommen habe.

  1. der Film ist ein ziemlicher Spätzünder. Etwa 35 Minuten braucht es, bis irgendetwas auch nur annährend “aufregendes” passiert. In der ersten Zeit wird lang und breit Leonidas’ Ausbildung zum Krieger und der sich anbahnende Konflikt geschildert. Das ist zwar ganz interessant, aber auch nicht wirklich spannend.
  2. die Schlachtszenen sind im Grunde genommen “schön” anzusehen aber langweilig. Xerxes legt immer noch “eine Schippe mehr” drauf, die Spartaner freuen sich und filettieren den Feind. Trotz (oder gerade wegen) der in Zeitlupe in alle Himmelsrichtung spritzenden Blutfontänen und Korperteile, wirkt 300 nicht mehr butal. Eher wie ein Kunstwerk mit einer etwas abnormalen Ästhetik. Mitunter deswegen ist der Film auch kein Stück emotional. Der König stirbt – Was solls…?
  3. auf Dauer nervt das pausenlose Gerede der Krieger von Ruhm und Ehre ganz enorm. Die Jungs klingen ähnlich verblendet wie ein gewisser amerikanischer Präsident, wenn er über den Kampf gegen die Achse des Bösen spricht.
  4. Krieger mit unterwäschemodeltauglichen Sixpack-Bäuchen in ledernen Schlüppern wirken irgendwie wie die California Dreamboys auf Blutrausch.
  5. alle Charaktere sind ausnahmslos nur grob gezeichnet. Es gibt keine Figur, mit der sich der Zuschauer auch nur annährend identifizieren könnte, bzw. die interessant und wichtig genug ist, als dass man um ihr Leben besorgt wäre.
  6. Die Geschichte an sich ist nicht “rund” – mich stört das an einigen Stellen. Die Spartaner ziehen mit 300 gegen Hunderttausende und der Rest der Armee hockt dumm rum? Ja klar… Ebenfalls sehr glaubwürdig und ungemein der Spannung dienlich: die letzte Schlacht. Bisher sind etwa 3 Spartaner gefallen und einer hat eine Schramme am rechten Auge. Umgekehrt haben sie aber 1, 2, … ach: viele Gegner getötet. Bei der letzten Schlacht, nachdem sie verraten wurdn, fallen aber plötzlich alle Spartaner quasi simultan tot um.

300 empfand ich als keinen wirklich schlechten Film, aber auch nicht als einen wirklich guten. Von der Art ragt 300 aus der Masse der Filme heraus, ansonsten finde ich den Film aber nur durchschnittlich unterhaltsam und spannend.

Man muss v.a. ganz klar sehen, dass 300 auf einem Comic basiert, der wiederum auf einer grichischen Legende basiert. Das erklärt viele meiner Kritikpunkte, u.a. kann daher die Geschichte einfach nicht logisch sein… Auch muss man diese Art von Film einfach mögen. Fans des Genres werden sicher begeistert. Mir ist ein etwas “konventionellerer” Film im Stile von “Gladiator” lieber.

Film: Monster House (DVD)

Last not least die Nummer Drei aus der Liste der Oscar-nominierten Trickfilme: Monster House.

Endlich mal (wieder) ein Trickfilm, der nicht auf der “süß und knuddlig” Schiene fährt wie Nemo, Happy Feet, Cars, Madagascar, … sondern spassigen Grusel “light” für die ganze Family bietet. Ich glaube auch, dass Monster House der erste Film in der “Softcore Ani-Grusel-Sparte” ist.

Darum geht es: Neben dem 12jährigen Jungen DJ wohnt der alte Kauz Nebbercracker in einem düsteren und heruntergekommenen Haus. Der mesanthropische Knilch verscheucht alle Kinder, die nur in die Nähe des Hauses kommen. Als Nebbercracker eines Tages ins Krankenhaus muss, kommen sich das Haus, das plötzlich ein bizarres Eigenleben entwickelt und DJ und seine Freunde “näher”. Genau genommen will das Haus die Kids verspeißen. Mahlzeit. Die Kids glauben zuerst, dass sie der Geist des verstorbenen Nebbercracker heimsucht, aber die Sache ist doch ein wenig anderst…

Der Film ist richtig launig. In bester Horrorfilm-Manier wird die Story nach und nach aufgebaut und spitzt sich bis zum finalen Showdown richtig schön zu. Klar, wirklich “shocking” kann der Film natürlich nicht sein, da er ja kein Hardcore-Horrorfilm ist, sondern eine Grusel-Komödie für die ganze Familie. Dennoch ist das Monster Haus spannend, unterhaltsam und ein (ganz) klein wenig gruselig.

Mir hat der Film außerordentlich gut gefallen. Die Filmidee ist in der Ani-Sparte wirklich neu und nimmt in gewissem Sinne die bekannten Horror-Haus Geschichten ein wenig auf die Schippe. Auch finde ich schön, dass endlich einmal wieder in einem Ani-Film eine Geschichte erzählt wird, die mehr als ein paar witzige Possen von irgendwelchen knuddligen Tierchen beinhaltet, sondern als ansatzweise komplex bezeichnet werden kann. Wenn ich es mir recht überlege, gibt es da ohnehin bislang nur “The Incredibles”. Ok, an einigen Stellen ist das Drehbuch zwar ein wenig unlogisch (woher kann ein Kind perfekt mit einem Bagger umgehen!?) aber sei’s drum. Sonderlich stören tut das nicht.
Von mir bekommt der Streifen 8 von 10 Punkten und wenn ich den Trickfilm-Oscar vergeben müsste, wüsste ich ganz ehrlich nicht, ob ich Cars oder Monster House damit beglücken würde. Sicher ist aber, dass Happy Feet den Oscar von mir nicht bekäme.

Film: Happy Feet (DVD)

Wieder ein Film aus meiner Odyssee durch die Oscar 2007 – Gewinner. Happy Feet hat die Kategorie “Bester Animationsfilm” gewonnen. Nominiert waren auch Cars und Monster House (Sagt mir gar nichts?!). Happy Feet ist mal wieder etwas ziemlich Anderes, als der Zuschauer eigentlich erwarten würde.

Ein Kollege hat mich schon vor einiger Zeit vor dem Film “gewarnt”. Er hat ihn allerdings mehr oder weniger als animiertes Kinder-Musical beschrieben, das vom knuddligen Pinguin Mumble handelt. Etwas in der Art könnte man auch wegen der Trailer denken bzw. wird das auch so von den Kinoplakaten suggeriert.

Mumble ist ein Außenseiter, da er im Gegensatz zu allen anderen Pinguinen nicht singen kann, sondern tanzt. Genau aus diesem Grund, hat er auch kein “Herzenslied” gefunden. Das Herzenslied ist bei den Pinguinen aber das allerwichtigste. Es bestimmt sozusagen das Leben des Pinguins. Gefällt das Herzenslied eines Pinguin-Männchens einem Pinguin-Weibchen heiraten die beiden und bekommen ein Ei. An dieser Stelle habe ich mich so ein bisschen gefragt, was die Drehbuchschreiber geraucht haben.

Mumble wird irgendwann wegen seiner Tanzerei von den ältesten der Kolonie ausgestoßen und sucht sein Glück in der Fremde. Und jetzt kippt der Film plötzlich um und wird zum Umwelt-Drama mit dem erhobenen Zeigefinger.

Mumble sucht nämlich den Grund, wieso die Pinguine keine Fische mehr finden. Vielleicht habe ich nicht so recht aufgepasst, aber die Fisch-Problematik war mir bis zu genau jenem Zeitpunkt noch gar nicht so klar gewesen. Aber okay. Mumble sucht also nach den Fisch-Räubern. Und das sind “wir”. Die Menschen. Allerdings nennen uns die Pinguine “Aliens” und beschreiben uns als große, wabbelige rosa Dinger *g*. Trifft auch auf viele von uns zu.

Bei seiner Suche macht Mumble Bekanntschaft mit hungrigen Seeleoparden und “Killer”walen – ich schätze, dass kleine Kinder noch Wochen später nicht schlafen werden können. Viel Spaß euch Eltern ;-)

Schließlich gerät er in die Gefangenschaft der Aliens (–>Zoo) und erregt durch sein Tanzen die Aufmerksamkeit der Welt. Die Menschen-Aliens sehen in seinem Tanz den Versuch ihnen etwas mitzuteilen, packen Mumble einen Peilsender auf den Rücken und schicken ihn zurück ins ewige Eis. Wenn meine Freundin mich das nächste Mal nicht versteht, versuche ich es einfach mal mit Tanzen…

Mumble kehrt zurück und führt die Menschen zur hungernden Kolonie. Die Menschheit zieht daraufhin die Fangfische aus den Gewässern um die Kolonie  ab und die Pinguine sind gerettet…

Haarsträubend, oder?

Happy Feet ist supertoll animiert und hat -wie es sich für ein Musical gehört- eine Menge toller Songs zu bieten. Die Geschichte finde ich aber recht schlecht. Ein wenig Außenseiterdrama hier, etwas Gennerationskonflikt da und dann noch ein Klecks Umweltbewusstsein… Die Mischung ist mir etwas zu wirr und ich habe nicht begriffen, was der Film eigentlich sein will. Daher hat mir Happy Feet auch nicht sonderlich gefallen.

5 von 10 Punkten und den Oscar hätte ich Cars gegeben.

Film: Hui Buh – Das Schlossgespenst

So: Pause! Die Zeit will ich nutzen, um ein paar Takte über “Hui Buh” zu verlieren. Was mich da geritten hat, als ich mir den Film besorgt habe, kann ich jetzt und nachträglich nicht mehr sagen. Wahrscheinlich war es so etwas wie Neugierde was Hui Buh denn ist oder das Bedürfnis mal wieder einen besonderes einfach zu verdauenden Film anzusehen – quasi zur Schonung des diplomarbeitstippgeschädigten Großhirns. Falls es das war, ist mein Plan voll aufgegengen.

Von Hui Buh habe ich einen Film a la “Schuh des Manitou” (Klasse!) oder “Traumschiff Surprise” (*gähn*) erwartet – also ein Comedy-Film für Erwachsene, der aber auch für Jugendliche bzw. Kinder geeignet ist. Allerdings richtet sich Hui Buh wohl doch nur an die Einmeter-Fraktion aus dem Kinderzimmer, da die Geschichte schon arg dünn und kindlich ist. Nach 20 Minuten kann man im Grunde abschalten, weil man den restlichen Verlauf des Films quasi exakt verhersehen kann.

Das ist eigentlich schade, denn die Schauspieler Bully Herbig und besonders C.M. Herbst und Heike Makatsch hätten sicher mehr drauf, als ihnen in diesem Film abverlangt wird. Wer z.B. Herbst in “Fred” gesehen hat bzw. wer ihn als Stromberg oder Leser von Hörbüchern kennt, weiß sicher was ich meine.

Trotzdem ist Hui Buh auch für Erwachsene halbwegs unterhaltsam. Ich fand den Streifen jedenfalls um Längen unterhaltsamer als den superunterirdisch schlechten zweiten Teil der “Sieben Zwerge” bzw. Traumschiff Surprise. Auf der “Plusseite” des Films stehen v.a. die recht liebevolle Aufmachung und die soliden, aber etwas comicartigen Animationen. Vor 20 Jahren wäre ich garantiert voll begeistert von diesem Film gewesen. Dummerweise hat sich mein Hirn aber innerhalb der letzten 20 Jahre zu einem der höchstentwickelten Denkfabriken dieses Planeten entwickelt :D und diesem neuronalen Meisterwerk war Hui Buh dann doch zu seicht.

Fazit: Dem Kind im Manne hat Hui Buh irgendwie gefallen. Öffentlich zugeben würde ich das allerdings nie.

Film: Dreamgirls (DVD)

Nach The Departed ist Dreamgirls der zweite Film, den ich im Rahmen meiner Oscar-Orgie angesehen habe.

Mann, bin ich froh, dass ich diesen Film nicht im Kino gesehen habe, sondern nur auf DVD. Der Film nervte mich bzw. uns ganz enorm. Als wir vor einigen Monaten den Trailer im Kino gesehen haben, dachte ich schon damals, dass der Film zumindest meinem Geschmack nicht sonderlich entsprechen würde. Dass es aber so schlimm sein würde, dachte ich aber doch nicht.

Entgegen meiner Erwartung, dass Dreamgirls die Verfilmung der Geschichte irgendeiner mir unbekanten Band aus dem America der 60er / 70er Jahre sei, etwa so wie Ray (Klasse!) oder Walk the Line, ist Dreamgirls ein Musical-Film. Oder die Verfilmung eines Musicals – ganz wie man will. Der Trailer hat das jedenfalls nicht verraten… Ich habe mich auch überhaupt nicht mit dem Film im Vorfeld auseinander gesetzt und somit war ich ziemlich irritiert, als nach knapp der Hälfte des Films plötzlich angefangen wurde, Dialoge zu singen. So recht verstehe ich bis jetzt nicht, warum in der ersten Hälfte vom Film kein gesungener Dialog zu hören war…?

Die Geschichte ist musical-typisch mehr als flach, interessante Handlung gibt es kaum, die Leistung der Schauspieler hält sich in Grenzen, aber dafür gibt es viel Gesag: so schallen sowohl gesungene Dialoge als auch die Auftritte der Band permanent aus den Lautsprechern. Wenn man Soul magt bzw. sogar liebt, wird man den ganzen Film sicher besser verkraften, als wir das getan haben. Mir ging die enorm audringliche Soul-Singerei aber nach knapp einer halben Stunde ganz gewaltig auf den Keks. Ein oder zwei Titel von Beyoncé pro Tag im Radio ist toll. Aber einen nach dem anderen über zwei Stunden halten meine Ohren nicht aus. Im Kino, bei höherer Lautstärke, hätte ich davon sicher Kopfweh bekommen…

Falls ich von den Dreamgirls träumen sollte, bekomme ich allerhöchstens Alpträume… Das meiner Meinung nach noch beste an diesem Film war Eddie Murphy, der einen abgewrackten Sänger spielt. Wenn Eddie Murphy einen Ticken langsamer redet und nicht die murphytypische Geblödel durchzieht, ist er ein wirklich guter Schauspieler. Hätte ich nicht geglaubt.

4 von 10 Punkten.

Film: The Departed (DVD)

Nachdem ich neulich festgestellt habe, dass ich quasi keinen der Filme gesehen habe, die in diesem Jahr Oscars bekamen oder nominiert waren, habe ich angefangen wenigstens die Filme auf DVD “nachzusehen” – man könnte ja eine Bildungslücke haben.

Im Fall von The Departed ist das tatsächlich der Fall. Der Film von Martin Scorsese gefielt mir richtig gut.

Departed ist nichts für Kinder. In Departed fallen mehr Schimpfworte, als eigentlich nötig gewesen wären. Mir ging das Gefluche und die Teils etwas derbe Fäkalsprache mitunter ganz ehrlich gesagt auf den Sack äh Wecker.. Etwas weniger wäre mehr gewesen.

Auch ist der Film ziemlich brutal, wenn man die ab und an etwas in der Gegend herumspritzende Gehirnmasse heute noch als (sehr) brutal empfindet. Allerdings gibt es da heute garantiert viel extremere Streifen (Hostel), die spritzende Hirnmasse mit etwas Handlung würzen, nur um gleich noch mehr Blut vergießen zu können. Bei Departed wird “halt mal” jemand erschossen und da der Film nicht an 10jährige gerichtet ist, fließt dabei auch Blut.

Ich finde Departed hat eine sehr gut und logisch erzählte, aber anspruchsvolle Geschichte. Man muss bei dem Film aufpassen, um mitzukommen und um alles zu verstehen. Abgesehen vom Anfang, bei dem der Zuschauer etwas seltsam in die Geschichte geworfen wird und dem gleich folgenden Zeitsprung, wird die Geschichte aber gut und verständlich entwickelt und spitzt sich gegen Ende immer mehr zu.

Die schauspielerische Leistung aller Rollen empfand ich als sehr gut. Leo DiCaprio wird mir langsam aber sicher sympathisch. Er sieht zwar noch immer wie ein Milchbubi aus, daran ändert auch das Bärtchen nichts, aber er spielt gut. Die Verzweiflung und das Leiden, die er in seiner Rolle ausdrücken musste, kam perfekt rüber.

Sein Kontrahent, ein von Matt Damon gespielter korrupter Cop, wiegt sich zunächst in selbstgefälliger Zufriedenheit und Sicherheit und kommt immer mehr unter Druck, als ihm Undercover-Cop Leo zusetzt. Matt Damon spielt das ganze ebenfalls hervorragend. Ich mochte ihn zwar lange Zeit auch nicht, aber auch er wird wie Leo langsam richtig gut.

Die Nebenrollen sind mit Marc Walberg, Jack “Diabolic Grin” Nicholson und Martin Sheen auch mehr als gut und glaubwürdig besetzt. Die Kamera empfand ich als excellent und die Musik unaufdringlich und immer zur Situation passend.

Was will man mehr an einem Film? Der Oscars für den besten Film, Drehbuch und Trallala gehen für mich absolut in Ordnung! Von mir bekommt der Film 9 von 10 Punkten.

Ich glaube, ich muss unbedingt noch Gangs of New York ansehen. Der Film ist ebenfalls von Scorsese, mit Leo DiCaprio und ist ebenfalls ein in diesem Genre anzusiedelnder Film.

Kino/Buch: Vollidiot

Selten, wirklich sehr selten, habe ich gedacht, dass der Titel eines Films und der Schauspieler, der die Titelrolle übernimmt, so vortrefflich zusammenpassen, wie es bei der Verfilmung von Tommy Jauds Buch “Vollidiot” der Fall ist…Oliver Pocher, Deutschlands schmalbrüstigster B-Klasse Promi und Mietkomiker, darf nämlich den Vollidioten Simon Peters ab dem 12. April in den Kinos geben. Weiter mit von der Partie sind Anke “Gäääähn” Engelke und Fred … ?? … Nein, der heißt nicht Fred … !! … Herbert … !! … Herbert Feuerstein.

Schon das Buch fand ich nicht so ganz gelungen. Nach einem genial-witzigen und temporeichen Anfang, den ich damals wie kaum ein zweites Buch verschlungen habe, verlor die Geschichte immer mehr an Fahrt. So aber der Hälfte etwa las ich das Buch nur noch mit großer Mühe und hoffte bis zum Schluß (vergeblich), dass die Spaßkurve wieder nach oben gehen würde. Leider nein.

Wenn ich mir jetzt aber noch vorstelle, dass der völlig unlustige Pocher und seine Konsorten in der Verfilmung mitspielen und wenn ich mir die wenigen dämlichen Bilder, die im Netz herumdümpeln ansehe, bin ich ziemlich stark davon überzeugt, den FIlm NICHT im Kino zu sehen.

Apropos Kino: Den Trailer schon gesehen? Zitat: “Wie viele Bonusmeilen kriegt man, wenn man eine Stewardess poppt…?” Genialer Witz… Da hat sicher eine ganze Armada an Gag-Schreibern einen Abend lang geknobelt…

Film: Mitten ins Herz

Gleiches Kino, gleicher Saal, gleiche Reihe, gleicher Platz. Schon wieder sitze ich diese Woche im Kino, diesmal aber in der “romantischen Komödie” Mitten ins Herz. Der Streifen scheint ein kompletter Frauenfilm zu sein! Ich bin jedenfalls völlig überrascht, dass quasi nur Frauen jeglichen Alters in diesem Film sitzen. Ich schätze die Quote auf gut 90%… Die paar Herren der Schöpfung, die vereinzelt herumsitzen, sind wie ich mit ihrer Freundin oder Frau im Kino.Der Film fängt an und wir werden sofort von einem nachgespielten Musik-Video der 80er Jahre für unser kommen “belohnt”. Doch echt, das Video ist großartig … großartig schräg. Text, eingängige Musik, seltsame Choreographie, furchtbare Klamotten einfach alles sieht nach einem Video der 80er Jahre aus – ein perfektes Imitat. Eine nette Einstimmung auf den Film.

Kurz gesagt geht es darum: Alex Fletcher (gespielt von Chju Grant) ist ein alterneder und mittlerweile fast vergessener Popstar. Eine Chache für ein Comeback erhält er, als das (stark an Shakira/Christina erinnerde) Pop-Sternchen Cora einen Song von ihm geschrieben haben will. Dummerweise hat Alex seit Jahren keinen (guten) Song mehr komponiert und noch schlimmer: getextet. Durch Zufall bekommt der lyrische Grobmotoriker Hilfe durch seine Pflanzenpflegerin (!) Sophie, (Drew Berrymore) die sich als geniale Texterin entpuppt. Natürlich kommen die beiden sich während der Arbeit näher…

Eigentlich ein absolut vorhersehbarer 08/15 Plot. Dennoch weiß der Film gut zu unterhalten und ist meiner Meinung nach keine Sekunde langweilig. Das liegt zum einen an gut geschriebenen, witzigen Dialogen, zum anderen aber auch an den zahlreichen Songs des Films. Die sind natürlich allsamt im Stil der 80er Jahre…

Hugh Grant ist eine tolle Besetzung für den Alex Fletcher. Er gibt den Alex granttypisch humorvoll-charmant. Mit Drew Berrymore bin ich nicht ganz “zufrieden”. Sie spielt die etwas schräge, irgendwie knuffige und sympathische Sophie zwar gut und völlig glaubwürdig, allerdings passen sie und Grant irgendwie dann doch nicht sonderlich gut zusammen. Das verliebte Paar kaufe ich beiden jedenfalls nicht völlig ab.

“Mitten ins Herz” hat, soweit ich das beurteilen konnte, dem gesamten Kino-Publikum und mir auch gut gefallen. Ein netter Film für einen Kinoabend zu zweit. Von mir gibt es 8 …? … nein: 7 von 10 Punkten.

Film: Cars

Im Herbst 2006 kamen die “Cars” in die Kinos. Warum auch immer, ich habe den Film damals verpasst. Eigentlich ziemlich verwunderlich, weil ich mir sonst alle Animationsfilme (bis auf wenige Ausnahmen, die ich bewusst auslasse) ansehe. Jedenfalls schloss ich gestern diese “Bildungslücke” per DVD.Cars stammt wie “Finding Nemo” oder “The Incredibles” von Pixar und legt wie ich finde die Messlatte in Puncto Animation noch einen guten Tick weiter nach oben. Die Bilder, v.a. Landschaften, wirken fast echt. Auch ist der Detailreichtum der Einstellung und die Anzahl verrückter Ideen (Trecker, die wie Kühe auf Wiesen stehen und von einem stierartigen Mähdrescher bewacht werden, kleine VW-Käfer mit Flügeln als Fliegen, die um eine Lampe summen, …) kaum zu überbieten. Fast ständig gibt es so irgendwelche netten Gags irgendwo im Bild zu erkennen.

Ich war v.a. davon überrascht, wie gut die “lebenden” Autos funktionieren. Nach 5 Minuten vergisst man fast, dass in diesem Film Autos die Hauptpersonen sind. Ich hätte nicht geglaubt, dass man Autos, als Menschen völlig unähnliche Dinge, dermaßen viel Leben geben kann.

Das einzige was mich etwas genervt hat, waren manche Synchronstimmen. So werden einige Nebenfiguren von Personen aus dem Formel 1 Zirkus gesprochen. Beispielsweise habe ich Nikki Lauda, Christian Danner und Michael Schumacher (“Ooooh, eine echte Mikkaele Schumakker Ferrari” *g*) herausgehört. Die Jungs klingen alle wie drittklassige Nachrichtensprecher eines Schulerradios.

Für mich ist Cars einer der besten Trickfilme, die ich je gesehen habe. 9 von10 Punkten auf meiner Skala.

Film: Ghost Rider (Kino)

Comics in gedruckter Form kann ich persönlich nicht ausstehen. Comic-Verfilmungen gefallen mir hingegen zum Teil richtig gut. Die letzte aus der Batman-Reihe wäre da zu nennen oder auch die beiden Spiderman-Filme (Teil 3 kommt übrigens in Kürze). Nachdem ich einige ziemlich positive, wie auch negative Kritiken zum Ghost Rider gelesen habe, bin ich in der Erwartung einen unterhaltsamen aber flachen Film zu sehen in Kino gegangen.Und tatsächlich, Ghost Rider ist genau das: Flach aber unterhaltsam! Ein Film bei dem man überhaupt nicht denken muss, nein: gar nicht erst denken darf, da einem sonst bewusst wird, dass man ziemlichen Schrott sieht, bei dem man aber ansonsten für ca. 114 Minuten ganz launig unterhalten wird.

Das nicht-denken-dürfen will ich damit begründen, dass das Drehbuch ziemliche unlogisch bzw. dass der Plot nicht so ganz stringent ist. Beispiel: Ghostrider Jonny wird von der Polizei wegen eines äußerst vagen Indizes erst Hops genommen und dann im Grunde genommen völlig unbegründet eingesperrt. Danach äschert er die halbe Besatzung des Gefängnisses ein, flieht während ihn eine halbe Armee jagt und entkommt. Was würde jeder Cop mit etwas Verstand tun? Genau: Jonnies Wohnung überwachen. Aber Pustekuchen. In Jonnies Wohnung laufen erst Freund, dann Feind und schließlich er selbst ein und kein Cop interessiert sich dafür.
Ebenfalls habe ich nicht verstanden, wieso der Caretaker mit Jonny zur “Location” des finalen Duells zwischen Gut und Böse reitet, sich aber kurz vor der Ankunft -buchstäblich- in Luft auflöst und Jonny die ganzen Mist dann doch alleine richten lässt.

Oder: Warum hat Jonny, nachdem er als Ghost Rider durch ein Messer verletzt wurde, einen Schnitt an der Schulter? Später wurde der Ghost Rider von von etwa 49.000 Kugeln durchsiebt, Jonny hatte aber nicht einen Kratzer…

Apropos Duell: Ghost Rider ist im Grunde genommen ein Action-Film. Aber mit Action ist es doch nicht so weit bestellt. Ich glaube gerade mal vier Kämpfe muss der Rider gegen seine Gegner bestehen. Diese meistert er mit etwas Kettengerassel und feurig Gucken, quasi im Handumdrehen und in Minutenschnelle. Dramatisch und spannend geht anders.

Das wie ich finde Beste an dem Film ist Nicholas Cage, der die menschliche Form des Ghost Rider gibt. Er spielt den Rider Cage-typisch an einigen Stellen etwas debil, bringt aber die Zerrissenheit des Charakters ganz ordentlich rüber. Ich glaube ohne Cage wäre der Film stark in Richtung Schrott abgedriftet. Hauptperson Zwei, ich habe ihren Namen ehrlich gesagt schon wiede vergessen, wird von Eva Mendez (Hitch – Der Date Doktor) gespielt. Die Rolle taugt im Grunde nur für Deko-Zwecke. Das gelingt Menzez’ Ausschnitt aber ganz gut.

Ansonsten steht auf der Positiv-Liste die Optik (vom Ghost Rider abgesehen) und Stimmung des Films. Der höllische Großstadt-Western wird optisch, musikalisch und v.a. auch durch eine tolle Soundkulisse, bei der die Kinolautsprecher mal zeigen dürfen, was in ihnen steckt, gut dargestellt. Der Rider sieht verglichen zu den anderen, toll animierten Gestalten aus dem Computer aber wie eine brennende Billardkugel mit Kieferbruch aus. Da hat man wirklich besseres gesehen. Ich verstehe v.a. nicht, wieso die Hauptfigur, verglichen zu den eher unwichtigen Dämonen, viel schlechter animiert war.

Fazit: Ghost Rider war für mich kein Höllenritt, sondern bestenfalls ein Ritt durch irgendeinen zweitklassigen Vorhof zur Hölle. 5 von 10 Punkten auf meiner Film-Skala.