Der Google Calendar ist ein ziemlich bemerkenswerter Internet-Service. GC ist ein kostenloser (wie quasi alle Google Produkte) , gruppenfähiger Terminplaner, der in jedem aktuellen Browser geladen werden kann. Die Funktionsvielfalt kann sich, wie ich finde, mit MS Outlook messen und lässt im Prinzip für normale Anwender keine Wünsche offen.
Der für mich größte Vorteil an einem Online-Terminplaner ist, dass man von jedem internetfähigen PC auf seine Termine zugreifen kann. Das ist v.a. für die Leute interessant, die mehrere Computer mit ggf. mehreren Betriebssystemen haben. Auf jedem Rechner eine Software zu installieren und die Rechner immer neu zu synchronisieren kommt nicht in Frage. Daher finde ich GC richtig klasse.

Was passiert aber, wenn man unterwegs ist, kein Internet hat und wissen will, was als nächstes auf dem Terminkalender steht? Eigentlich kein Problem! Man muss jetzt aber in den sauren Apfel beißen und doch Software installieren. z.B. Sunbird aus der Mozilla-Familie. Sunbird kann, wie viele andere Kalender-Programme, Kalender im ical-Format bzw. ical-Feeds importieren. Da GC einen solchen ical-Feed bereit stellt, können Termine sehr leicht aus GC nach Sunbird importiert werden.
Jetzt kommt aber das Problem: Das Ganze ist eine Einbahnstraße. Versucht man umgekehrt Sunbird mit GC zu synchronisieren, um z.B. “offline” in Sunbird angelegte Termine nach GC zu exportieren, um sie online zu haben, stellt man fest, dass das nicht geht. ical könnte zwar auch theoretisch das, aber Google will nicht. Das Warum wird wohl ewig ein Rätsel bleiben. Ich finde es jedenfalls ziemlich bescheuert.
Abhilfe schafft da eine kostenlose Software, die sich GCALDeamon nennt. GCALDeamon ist ein im Hintergrund laufender Dienst (Deamon), der lokale Kalenderdateien mit GC und umgekehrt synchronisieren kann. Da GC wie gesagt den direkten Zugriff auf die Kalender-Daten nicht zulässt bzw. auch keine API bereitstellt, mit der Änderungen machbar wären, greift GCALDeamon über ein “Hintertürchen” auf GC zu:
Der GCALDeamon macht sozusagen automatisiert das, was ein Mensch auch tun würde: GC im Browser laden, Termin erstellen und “OK” klicken. Wenn man “OK” anklickt schickt der Browser einen HTTP-Befehl an den Google-Server und der Termin ist gespeichert. GCALDeamon liest nun neue Termine aus der Kalenderdatei und schickt diese über HTTP an den Google Server.
Die Installation von GCALDeamon macht zwar ein wenig Mühe, sie ist aber ganz brauchbar auf der Projekt-Homepage beschrieben. Ich schätze, dass das auch Laien problemlos schaffen werden. Ich habe es leider nicht geschafft, aber das liegt ganz einfach daran, dass sich Sunbird sofort aufhängt, wenn ich das Programm starte.

[Update: Mittlerweile gibt es eine einfachere Lösung. Siehe hier!]
Hungrig geworden? Keine Lust mehr auf Computer??
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