“Die Henkerstochter” ist ein fiktiver, historischer Roman der kurz nach dem 30jährigen Krieg in Bayern spielt: In Landsberg am Lech wird die Leiche eines Jungen angeschwemmt. Der Bub wurde mit mehreren Messerstichen getötet und es findet sich ein rätselhaftes Symbol an seinem Schulterblatt. Schnell ist klar: hier ist Hexerei am Werk! Der aufgebrachte Mob stürmt das Haus der hiesigen Hebamme und will kurzen Prozess machen, wird aber vom Henker abgehalten*.
Ausgerechnet der Henker ist einer der wenigen die glauben, dass die Hebamme unschuldig ist. Zusammen mit seiner Tochter und dem Medicus der Stadt beginnt er Nachforschungen anzustellen und findet bald Ungereimtheiten. Als weitere Kinderleichen auftauchen, andere Kinder verschwinden und auch noch der Stadl der Stadt brennt, spitzt sich die Situation weiter zu…
Schaut man auf Amazon die Bewertungen über dieses Buch an, könnte man eigentlich glauben, dass die Henkerstochter allerbester Lesestoff ist. Ich bin nicht ganz dieser Meinung. Zwar ließt sich das Buch gut und man hat den Eindruck, dass der Autor sich in die Geschichte der Hexenverbrennung gut eingearbeitet hat, aber irgendwie ist das Buch an einigen Stellen etwas langatmig geschrieben. Das Verhältnis Seitenzahl zu Spannung ist teils nicht ganz ausgewogen. Wenn der Autor zum vierten Mal einen bestimmten Sachverhalt erklärt (Warum wollen die Landsberger nicht den Tross des Kurfürsten in der Stadt haben?) und dabei quasi den gleichen Wortlaut benutzt, nervt es schon ein wenig…
Trotzdem: Guter Lesestoff! Von mir gibt es daher 8 von 10 Punkten!
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* Ich halte nie Leute ab, die meine Arbeit machen wollen