Lenovo Thinkpad Edge 11 (Part 4)

Ich habe heute den ganzen Tag mit dem (durch SSD und 4GB RAM gepimpten) Edge gearbeitet. Ich bin ziemlich begeistert, wie gut das geht… Selbst mein durch Virtualbox virtualisiertes Windows läuft auf dem Kistchen derartig schnell, dass es eine wahre Freude ist…

Mein WLAN-Problem hat nun aber bewirkt, dass ich den Edge zurück schicke. Der selbst übersetzte Treiber läuft nicht richtig und verursacht Probleme mit dem Trackpad und die Alternative den Windows-Treiber via ndiswrapper zu nutzen funktioniert nicht. Gestern habe ich noch geschrieben, dass man eine Half Mini PCIe Karte kaufen könnte und diese in das Edge schrauben. Offen gestanden ist mir das aber zu doof und zudem sind diese Karten doch teurer als zunächst angenommen…

Let’s talk about Windows: Zum Abschluss meines Edge-Experiments war ich kurz versucht Linux Linux sein zu lassen und das gute alte (von Lenovo vorinstallierte) Windows zu verwenden. Nach 10 Minuten hatte ich keine Lust mehr. Das mittlerweile wieder auf “Normalzustand” rückgebaute Edge kriecht verglichen zu Ubuntu formlich unter Windows. Ok, die SSD ist jetzt freilich der langsamen Festplatte gewichen, aber eigentlich sollte ein frisches Windows gut und flott laufen. Aber nein. Das Windows lahmt dank installierter Lenovo-Tools derart, dass der eeePC 12schlagmichtot (mit Dualcore Atom…) meiner Freundin gefühlt schneller ist…

Schade, Schade, … Goodbye Edge!

Lenovo Thinkpad Edge 11 (Part 2)

Das Thinkpad Edge ist jetzt mit dem aktuellen 10.10er Ubuntu ausgestattet. Die Installation läuft natürlich problemlos ab und fast alles funktioniert “out of the box”. Die einzigen beiden Komponenten, die nicht oder nur teilweise funktionieren ist WLAN und das Touchpad.

Letzteres funktioniert zwar, das Multi-Touch Scrolling funktioniert aber leider nicht. Wie man das aktivieren kann, habe ich auch noch nicht heraus gefunden – trotz 20 Minuten googeln.

Das WLAN lässt sich aber einfach aktivieren: Zunächst benötigt man die build-essentials. Diese können fix per apt-get installiert werden. Dann benötigt man noch die Sourcen des Treibers. Im Edge ist lt. lspci folgendes installiert:

Realtek Semiconductor Co., Ltd. Device 8176 (rev 01)

Lustigerweise gibt es auf der Realtec-Seite keinen Treiber für dieses Gerät. Lt. diverser Foren und Blogs soll man aber den Treiber eines anderen Geräts verwenden. Dessen Bezeichnung ist rtl8192ce. Der Treiber lässt sich dann per “make” und “make install” übersetzen und installieren. Ich musste zusätzlich die Firmware-Dateien aus dem im Download enthaltenen Ordner nach /lib/firmware kopieren. Rebooten. Tut.

Nach einigen Stunden intensiverer Beschäftigung mit dem Edge kann ich folgendes sagen:

  • das Edge bleibt auch unter Ubuntu verhältnismäßig lauwarm und leise
  • die Geschwindigkeit ist völlig ausreichend. Ich habe nicht das Gefähl, dass das Edge lahmer reagiert als mein verkauftes 2.4GHz Macbook. Ich habe allerdings zwischenzeitlich noch 2GB RAM und meine SSD in die kleine Kiste geschraubt. Die SSD trägt natürlich viel zum gefühlten Speed bei, der RAM bringt Sicherheit, dass auch später ein Windows in einer Virtual Box genügend Platz bekommt.
  • einziges Manko das ich bisher finden konnte ist das Touchpad: dieses setzt nämlich ab und an einige Sekunden aus. Den Grund dafür kenne ich nicht, ich (das Internet und ein Kollege auch) habe(n) aber den Eindruck dass dieses Problem erst nach der installation des WLAN-Treibers für die Realtec-Karte auftritt. Man kann jetzt entweder auf die Zeit setzen und hoffen, dass die Community den Bug findet und fixt oder man installiert einfach eine andere Half Mini PCIE WLAN Karte. Diese gibt es für 20 Euro im Internet zu kaufen und die Installation sollte jedem gelingen.
  • Das bringt mich auch schon zum nächsten Punkt: Am Boden des Edge ist eine einzige Serviceklappe die mit drei Schrauben fixiert ist. Wenn diese offen ist, können Festplatte, RAM und auch die angesprochene Mini PCIE leicht ausgetauscht werden.

Ich muss sagen, dass mir das Edge bisher (auch unter Ubuntu) sehr gefällt. Wenn mich das WLAN-Touchpad Problem nervt kaufe ich noch eine andere WLAN-Karte und schraube dieses in das Notebook.

Ach ja: meine ersten Eindrücke (v.a. Optik, Gehäuse, …) habe ich im ersten Teil meiner kleinen Serie beschrieben.

Lenovo Thinkpad Edge 11 (Part 1)

Als Ersatz für meinen neulich verkauften Mac habe ich mir ein Lenovo Edge 11 ausgesucht. Das kleine Notebook ist mit einen Intel i3 Prozessor mit 1333 MHz und einer 320 GB Festplatte bestückt. 1,3GHz klingen nicht spektakulär, der Prozessor hat aber zwei Kerne und beherrscht Hyperthreading. Für ein (Sub)Notebook das irgendwo zwischen Nettop und vollwertiger Workstation angesiedelt ist also voll ok. Die 2GB voreingebauter RAM sind eigentlich ausreichend, man kann aber dank freiem Slot weitere 2GB für knapp 30 Euro aufrüsten.

Hier eine kurze Mittagspausen-Beschreibung meines ersten Eindrucks vier Stunden nach erstmaligem Einschalten des Edge:

Display: Das Display ist ein Glare-Display, wie leider heute fast schon üblich. Bisher hatten Thinkpads noch Matte-Displays aber das Edge versteht man wohl eher als Consumer-Gerät und hat daher ein Glare-Display verbaut. Seltsamerweise hat das weitgehend ähnliche “Schwestergerät” X100e ein Matte-Display. Das Edge-Display an sich ist genügend hell und löst für die kleine Fläche (11,6 Zoll Bildschirmdiagonale) mit 1366×768 hoch auf. Das 16:9 Bildschirmverhältnis kann man mögen, mir sind “hochformatigere” Bildschirmverhältnisse bedeutend lieber. Verglichen zum Display eines fast doppelt so teuren Macbook Air 11 stinkt das des Edge etwas ab. Das Air-Display ist ca. 25% heller und wirkt insgesammt “knackiger”. Dennoch: Display ist okay.

Verarbeitung: Man kann keine Wunder von einem 550 Euro Rechner erwarten. Das Gehäuse wirkt stabil, ist gut verarbeitet und sieht verhältnismäßig wertig aus. Über die Haltbarkeit kann ich nicht viel sagen. Aber der helle, lackierte Rahmen bzw. der Bildschirmdeckel in Piano-Optik lassen ehrlich gesagt schlimmes erahnen… Fingerabdrücke bzw. Abrieb sind zu befürchten.

Ergonomie: Im aufgeklappten Zustand ist das kleine Lenovo Tipp Topp. Man schreibt sofort blind auf der guten Tastatur, findet Trackpad bzw. Trackpin und kann alles gut bedienen. Das Trackpad ist für ein Notebook dieser Größe groß. Größer zumindest als die Trackpads von T60 und Konsorten. Mit dem hervorragenden Trackpad eines MacBook kann es aber nicht mithalten. Kleiner Trost ist der Trackpin der inmitten der Tastatur sitzt. Neu ist, dass die Fx Tasten oben nun wie bei einem Mac mit Funktionen a la Bildschirm heller/dunkler bzw. Lauter/Leiser belegt wurden. Dies ist sicherlich auch wieder umkonfigurierbar. Was mir nicht gefällt ist das Aufklappen des Edge. Das Gerät ist so leicht bzw. die Scharniere des Deckels so fest, dass man den Deckel keinen Millimeter öffnen kann, ohne die Basis des Notebooks fest zu halten. Außerdem bilden die Trackpad-Tasten mit dem Gehäuse eine Linie. Reißt man das Notebook in der Mitte auf, könnte es passieren, dass man plötzlich eine Trackpad-Taste in der Hand hat. Ansonsten: Der Ein/Ausschalter ist etwas sehr Randnah am Scharnier platziert, so dass man die Finger schön spitz machen muss, um den Rechner in Gang zu setzen.

Optik: Ich finde das Edge “schön”. Wenn “schön” hier das richtige Adjektiv ist. Mir persönlich gefällt es besser als ein MacBook Air 11. Grund ist, dass das Air einen unglaublich dicken Rand um die Tastatur bzw. das Display hat. Störend ist nur der 6-Zellen-Akku, der wie leider oft bei Lenovo üblich hinten hinaussteht. Die Akkuwurst sieht schon etwas “unsexy” aus. Gewöhnungsbedürftig ist auch die rote LED die das i-Tüpfelchen des “ThinkPad”-Schriftzugs auf dem Gehäuse innen und außen darstellt. Ich finde das ziemlich albern.

Hitzeentwicklung und Geräuschkulisse: Meine wichtigsten Kriterien an ein Notebook sind Wärme- und Geräuschentwicklung. Ich betreibe es gerade unter einem vom Stick gebooteten Ubuntu und sichere die Festplatte auf eine Andere. Oben wird das Edge handwarm, unten ist es deutlich wärmer aber nicht heiß. Mein x60t wird vom bloßen herumstehen unter Ubuntu heißer. Der Lüfter des Edge scheint hoch zu drehen aber ist verhältnismäßig ruhig. Hier muss man aber noch tweaken, auf Dauer würde mich das nerven.

Fazit für den Moment: Nice. Ich muss später zu Hause Ubuntu aber noch “richtig” installieren und auch einige Daten auf die Platte knallen. Dann wird man wohl mehr sehen und bessere Aussagen treffen können.

So viel für den Moment. Es werden noch weitere Eindrücke folgen.

Update: Teil 2

OCZ Vertex 2 120GB SSD – Sehr seltsames Device

Oder: Der Sinn und Unsinn von SSDs.

SSDs sind ja mittlerweile halbwegs bezahlbar geworden. Also wollte ich mir so eine “Wunder-Festplatte” holen und in mein betagtes Notebook (x60t (1,5GHz Core2 Duo, 3GB Ram, ehemals WD Scorpio Black@7200 UPM) schrauben.  Derzeit ist wohl die OCZ Vertex 2 120GB für 180 Euro das -theoretisch- Beste was man für das Geld bekommen kann – also habe ich diese bestellt.

Die Leistungssteigerung verglichen zu der WD Scorpio Black ist tatsächlich signifikant – wobei meine alte Scorpio schon deutlich fixer ist als herkömmliche 5400er Notebookplatten… Ubuntu bootet mit der SSD auf meiner alten Kiste in etwa 25 Sekunden, d.h. 15 Sekunden schneller als mit der Scorpio. Applikationen starten verblüffend fix und überhaupt: das ganze Betriebssystem fühlt sich verdammt “snappy” an. Dicke Brummer wie OpenOffice brauchen gerade mal 2 Sekunden zum Laden, Gimp kein 5.  Mit der Scorpio bräuchte alles etwa drei Mal so lange.

Mit dem Laufwerkverwaltung-Tool von Ubuntu habe ich kurz einen (Lese-)Benchmark laufen lassen. Hier erreichte die SSD um 160MB/s. Theoretisch sollte mehr drin sein. Auf der Packung sind mehr als 250MB/s angegeben. Vermutlich unterstützt mein Notebook nur Sata I – die 160MB/s entsprechen etwa der theoretischen Geschwindigkeit von Sata I. Mit einem neueren Notebook mit Sata II sollte mehr drin sein.

Dennoch: happy bin ich mit der SSD nicht:

Natürlich will man als halbwegs kundiger Anwender die SSD auf den neuesten Firmware-Stand bringen und dort halten. Lt. Hersteller sind die Updates sinnvoll und wichtig, da sie mehr Leistung und bessere Langlebigkeit der SSD bringen, da bestimmte Algorithmen verbessert werden. Hierzu bietet OCZ ein Tool an, welches unter Windows läuft. Wohlgemerkt nur unter Windows. Es gibt ja keine anderen Betriebssysteme auf der Welt… Andere Hersteller sind hier kaum besser. Wenn man Glück hat wird der Updater als CD-Image angeboten, das man brennen und von dem man booten kann…

Also musste ich erst Windows installieren, um ein Update machen zu können. Wohlgemerkt gedenke ich eigentlich auf der Platte nur Linux zu installieren, da mir der Platz für ein parallel installiertes 10GB-Windows zu schade ist. Bedeutet also: ich müsste für jedes Firmware-Upgrade Windows installieren und vorher alle Daten irgendwie wegsichern. Tolle Aussichten.

Der Updater selbst war schnell installiert und funktionierte erst einmal nicht. Das Tool meldete überzeugt: “No SSD found”. Fein. Nach mehreren Versuchen kam ich auf die Idee das Tool als Administrator zu starten und siehe da: es fand die Platte. Schon doof, wenn ein Tool, das administrative Rechte will, nicht wie sonst unter Windows, Linux oder Mac üblich einfach danach fragt…

Das war aber nicht der letzte Ärger mit dem Tool sondern der Anfang: Das anschließende Firmware-Update schlug nämlich fehl. Warum? Das verriet das Programm nicht wirklich -1 Sekunde wurde eine kryptische Fehlermeldung angezeigt- und startete Windows einfach neu. Oder besser gesagt: es versuchte den Neustart. Die SSD wurde jetzt nämlich nicht mehr richtig erkannt und ohne SSD kein Windows.

“Toll, jetzt ist die SSD gebrickt”, denke ich. Denkste: Nachdem ich den “Brick” ausgebaut und einige Zeit außerhalb des Rechners herum liegen habe lassen, entschloss sich die SSD wieder artig zu sein. Sie ließ sich nämlich plötzlich wieder erkennen und bootete – nach viermaligem Rechner ein- und aussschalten- artig Windows. Und siehe da: Lustigerweise war die Firmware sogar upgedated worden…!

Fazit: Man ist gezwungen empfohlene Upgrades dieser und vieler anderer Festplatten unter Windows zu machen. Und selbst damit klappte es bei der Vertex 2 nur halbwegs gut und bereitet einem viele Probleme. Ich weiß nicht, aber ich komme irgendwie zum Schluss, dass eine (oder diese) SSD noch nicht völlig ausgereift ist. Zudem: 180 Euro für 120 GB Speicher sind -wenn man es ganz realistisch betrachtet- trotz der hohen Geschwindigkeitssteigerung zu viel. Es ist ja nicht so, dass man pausenlos sein Notebook neu startet oder dicke Applikationen öffnet. Aber genau hier nützt die SSD…

SSDs sind zweifelslos die Zukunft und Festplatten werden aus unseren Rechnern nach und nach verschwinden. Für mich ist dieser Zeitpunkt aber noch nicht gekommen… Daher: die SSD geht morgen zurück zu Amazon…

WLAN-Streik?

Ich bin verwirrt. Mehr als verwirrt. Ich habe hier vier Notebooks rumstehen. Alle vier können sich brav zum heimischen WLAN verbinden. Das fünfte Notebook kann sich auch zum WLAN connecten. Aber nur unter Linux. Unter Windows: nein, nope, njet!

Die Vermutung liegt irgendwie nahe, dass der Treiber unter Windows flöten gegangen ist. Nein, falsch!. Zu anderen WLANs verbindet sich das störrische Notebook nämlich brav und ohne Murren. Also ist der Treiber gesund.

Kennt irgendwer so einen Fehler? Und wenn ja, wie kriegt man das hin?? … ich bin verwirrt …

Kurz getestet: Dell Vostro 1310

Heute ist ein nagelneues Dell Vostro 1310 Notebook hier aufgeschlagen. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, das Ding kurz anzuguggen. Ein paar Eckdaten:

  • Core 2 Duo mit 1,8 GHz
  • 3 Gig RAM
  • 250 Gig Platte
  • 1280 x 800 px Auflösung

Die Verarbeitung wirkt auf den ersten Blick sehr hochwertig und gut. Die Tastatur gefällt mir ebenfalls. Leichtgängig und nicht klapperig. Das schaffen manche teuren Lenovos nicht (mehr). Das Display ist ebenfalls gut. Kein “echtes” Glare-Display, sondern irgendein Zwischending aus den herkömmlichen Displays und den superspiegelnden. Die Farben sind schön bunt und auch die Helligkeit stimmt. Das netteste an dem Gerät ist aber, dass es verhältnismäßig klein und leicht ist. Billige günstige Notebooks neigen ja leider dazu fett und bleischwer zu sein.

Für die Linux-Fraktion kann ich noch folgendes Sagen: alles scheint out of the box zu laufen bis auf das WLAN-Modul, wobei dieses wohl ohne große Probleme zum Laufen gebracht werden können sollte. Desktop-Effekte funktionieren aber ;-) Wobbly Windows statt WLAN…

Fazit: Für knappe 400€ bekommt man eine ganze Menge Notebook!