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Die Klapsmühle hat Geburtstag!

Mai, …! Ich bin überwältigt. ,-) Gerade frage ich mich (aus welchen Gründen auch immer) wie lange ich meinen Blog denn nun auf “vernünftigem” Webspace mit einer “vernünftigen” URL hoste und stelle was fest? Der Blog wird heute genau 1 Jahr alt! Da steht’s! Oder besser gesagt: die Domain wird ein Jahr alt, denn den Blog gab es ja früher schon einige Zeit unter dem schönen Namen “Sammelsurium” und ganz kurz auch auf der Fehlkauf-Umlaut-Domain die-klapsmühle.de.

Ich finde es außerdem in zunehmendem Maße verblüffend, wie viele Leute das Zeugs das ich von mir gebe täglich lesen. Täglich sind das nämlich immerhin gut 200 Leute bzw. Zugriffe oder Page Impressions, wie es so schön auf neubayrisch heißt. Seltsam allerdings, dass umgekehrt so wenige Kommentieren (wobei das in letzter Zeit ja auch etwas zugenommen hat). Danke übrigens an die Spammer! Seit dem ersten Spam, der mich damals ja sehr erfreut hat, sind mittlerweile weitere 8036 Spams eingegangen. Jungs, macht weiter so, ich find’ euch klasse. Sorry übrigens, dass ich noch nie bei euch Viagra, Extensions für gewisse Körperteile oder eine Fettabsaugung gekauft habe.

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Dann ab in’s nächste Jahr. Mal schaun was ich 2010 zu berichten habe ;-)

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Juhuu, …

… es geht nach Bayern. Jetzt ist es offiziell. Jedenfalls steht das so im Internet. Ab demnächst wird der Blog also weiß-blau und nur noch in bayrischer Mundart geschrieben.

Pfiat euch!

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Und tschüss

So, ich mach’ mich auf in den wohl verdienten Oster-”Urlaub”. Fröhliches Ostereiersuchen im Schnee allerseits…

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http://die-klapsmuehle.org

Umlautdomains sind ein bisschen sch***e. Daher gibt es jetzt zusätzlich die Domain die-klapsmuehle.org :-) Das ist jetzt auch die “Haupt-URL” von diesem Blog. Bookmarkt, feedreadert und bloglistet bitte die und nur die!
Ergo: Damit sollte es wohl keine Probleme mehr geben.

PS: Ich bin echt baff: In zwei Stunden eine Org-Domain registrieren und sie durchs DNS laufen zu lassen.

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Willkommen in der Klapsmühle

Nach diversen Pannen mit meinem alten Blog habe ich nun die Nase von Freehostern voll und habe mir Webspace samt einer Domain gekauft. :-) Nein, bei mir ist der Wohlstand (leider) nicht ausgebrochen, aber um es mit Tobias’ Worten zu sagen: Was nix kostet, taugt auch nichts.

Die Nase hatte ich auch irgendwie von dem alten Blognamen voll und da es die entsprechende Domain nicht mehr gab und mein Leben gerade ohnehin etwas von einem Irrenhaus hat, habe ich mir diese Domain registriert.

Willkommen also in der Klapse. Hier ist der Irrsinn zu Hause.

PS: Tolleres Template wird noch nachgereicht, aber dazu reicht jetzt die Zeit nicht mehr aus.

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Ich bin dann mal wieder da!

So. Meine Woche Hütten-Urlaub in .at ist vorüber und der Alltag hat mich wieder. Österreich raus, Alltag rein – oder wie ging nochmal der Werbespruch?!

Wie das Wetter war? Ich will es mal so beantworten:

Aber netterweise war es so nur am Anfang und Ende. Werde wohl demnächst noch ein paar Bilder hochladen, die die schönen drei Tage (oder zumindest einen davon) zeigen…

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Superklasse ole, ole Reloaded: Die Kraft der 80 Umdrehungen

Heute an Tag zwei meines unfreiwilligen Bett-Sit-Ins geht es mir …? Ja wie denn? Auch nicht besser. Großer Vorteil gegenüber gestern: Das Fussballspiel ist vorbei. Nachteil: Mein Husten erzeugt Windböen der Windstärke 8. Als ich vorhin mal kurz draußen auf dem Balkon war, habe ich versehentlich eine Amsel vom Ast gehustet. Sorry. Und das arme Kind, dass ein paar Häuser weiter Flöte übt (“Hääänsel uuund Greeeeetel vergiiiingen sich im Waaaald”) kommt auch ständig aus dem Takt. Aber egal. Flöte ist eh Scheiße.

Mein Schnupfen ist aber welt-klas-se! Ich habe innerhalb 24 Stunden meinen Papierkorb (30cm hoch, 29cm Durchmesser, $latex (pi \cdot radius^2) \cdot hoehe \approx 20l$) mit “gebrauchten” Papiertaschentüchern vollbekommen… Wieder ein Regenwald weniger. Ich muss nachher unbedingt mal ausrechnen, wie viele Taschentücher das waren und das Ergebnis mit der durchschnittlichen “Schneuzmenge” multiplizieren. Was kommt wohl aus der Nase pro Schneuzer raus? 5ml…?

Apropos widerlich: Geduscht habe ich heute auch nicht. Bringt ohnehin nichts (da extreme Schweißausbrüche) und außerdem war mir heute morgen noch schwindliger als gestern. Ich habe mir zwar noch kurz überlegt, ob ich einen Hocker in die Dusche stelle… Aber das war mir zu doof. Daher: Schottenwäsche mit Waschlappen und Deo tut’s auch zur Not.

Wieder ab ins Bett bis 11. Dann hatte ich genug und ich habe einen Ausflug gemacht: Zum Medizinschrank. Da MUSS doch noch irgendwas drin sein, dass man sich einwerfen kann, damit es einem besser geht. Und tatsächlich: Ich finde eine mysteriöse Flasche auf der “Klosterfrau Melissengeist” steht und drunter eine ellenlange Liste, wofür das alles toll ist. Und da steht unter anderem: “Erkältungen, Atembeschwerden und Druck im Kopf”. Bingo. Schlimmer kann es nicht werden.

Ich lese kurz den Waschzettel. Da steht: “Anwendung: bis zum ersten Strich der Messkappe Klosterfrau einfüllen, dann bis zum zweiten Strich mit Wasser auffüllen, trinken”. Von mir aus! Die Klostertanten sollten unbedingt “umrühren” noch vor “trinken” mit auf die Liste setzen. Warum? Weil oben im Messbecher das blöde Wasser und unten der ganze Schnaps war. Eine Vermischung hat quasi NICHT stattgefunden. Das wusste ich aber nicht.

“Auf ex”! Erst floss Wasser (auch noch lauwarmes!) und dann ganz, ganz leicht verdünnter, 80%iger Schnaps. Leck’ mich an de Föös! Da tun die Nonnen immer so scheinheilig und dann das Gebräu! Hat jemand eine grobe Vorstellung, wie sich 80%iger Schnaps in einem pavianarschroten Rachen anfühlt? Nicht gut. Gar – nicht – gut! Nach zwei Minuten Husten und Japsen ging es auch schon wieder. Das seltsame ist, dass ich seit dem kein Halsweh mehr habe. Ich sag’s euch: Das Zeug tötet alles! Wahrscheinlich kann man damit auch alte Möbel abbeizen und sein Auto betanken.

Wieder ab ins Bett. Spannend! Also was machen um nicht rammdösig zu werden? Surfen – Notebook sei dank! Irgendwann kurz vor dem Abendessen hatte ich YouTube durch und mir wurde langweilig. Was machen!? Eine Runde durchs Haus drehen. Spazieren gehen, quasi. Toll! Dummerweise kam ich an einem Spiegel vorbei und habe meine Frisur gesehen: Oben waren alle Haare platt zusammengedatscht und seitlich standen rings um den Kopf herum alle Haare im perfekten 90 Grad-Winkel vom Kopf ab. So Scheiße sehen noch nicht einmal die Menschen aus, die man sonst aus Unisex-Friseurstudius herauskommen sieht.

Ich bin eitel. Und obwohl ich nur im Haus rumhänge musste dieser Zustand beendet werden. Ab ins Bad und Kopf unter den Wasserhahn hängen. Das war eine interessante Erfahrung: Kopfüber, mit geschlossenen Augen, mit ausklingendem Klosterfraurausch UND Fieberschwindel den Kopf zwischen Wasserhahn und Waschbecken zu bugsieren ist eine Meisterleistung. Fast so wie mit der Queen Mary II ins Parkhaus fahren. Aber: es hat geklappt.

Was auch wunderbar geklappt hat, war, dass ich meinen Nacken bei der Aktion irgendwie zu sehr gedehnt habe und einen Nerv ein wenig pikiert habe. Klasse. Jetzt tut beim Husten nicht nur Kopf und Lunge weh, sondern auch der Nacken. Aber: was steht da noch auf der Klosterfrau-Flasche drauf? “Bei Nervenschmerzen, Muskelkater und Hexenschuss!” Bingo. Schlimmer kann es nicht werden.

Oder?

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Superklasse, ole ole

Ein Posting aus der beliebten Reihe “Frustabbau” ;-)

Gibt es etwas bescheuerteres als eine Grippe zu haben? Ja: gibt es. Sommergrippe. Weil da steckt in bekannter “Nimm Zwei”-Manier das “Beste” aus

1.) Sommer und
2.) Grippe drin.

Sommer ist ja an und für sich nichts schlechtes, im Gegenteil. Aber in der Kombination mit Grippe verliert meine Lieblingsjahreszeit doch ein wenig an Charme. Vor allem das Fieber kommt mit der gerade und just in dem Moment, in dem ich krank werde, ausgebrochenen Hitzewelle gut. Schon mal abwechselnd schwitzend (Schweiß gedünstet) und dann wieder frierend im Bett gelegen? Das ist ein Gefühl wie blanchiert zu werden. Schön, ne?

Liegen ist aber noch okay. Alle vertikal zu verrichtenden Tätigkeiten sind da schon wesentlich anstrengender: Duschen war heute morgen zum beispiel ganz toll. So eng wie heute ist mir die Duschkabine noch selten vorgekommen. Lag wahrscheinlich daran, dass ich weniger Standfestigkeit hatte, als ein Teenie nach einer Flatrate-Party und dementsprechend in der Kabine hin- und hergeschaukelt habe.

Fein. Raus aus der Dusche und abtrocknen. Das war etwa so Erfolg versprechend wie die Sache damals bei Sysiphos und dem Stein. Nur dass ich keinen Stein einen Berg hochrollen musste, sondern mich abtrocknen wollte. Versuch’ das mal, wenn man schwitzt wie nach einem 20km Marsch.  Irgendwann habe ich mich auf den Badewannenrand gesetzt und mich mit dem Fön trocken gepustet.

Jetzt kommt aber das Beste, nein: Gemeinste: Es ist jetzt einmal WARM und SONNIG in diesem Kacksommer und wat is? Mann wird flach gelegt. Nein, ich habe nichts dagegen flach gelegt zu werden. Aber bitteschön nicht von einer Grippe oder was das auch immer ist. Jetzt draußen im Garten zu sitzen und ein, zwei, drei Bierchen zu trinken und grillen – das hätte was. Geht nicht. Statt dessen gibt es Echinacin Tropfen. Zur Steigerung der körperlichen Abwehrkräfte!

Und zu allem Überfluss richtet heute der lokale Idioten… ehm… Tschuldigung: Fussballverein ein paar hundert Meter von mia casa entfernt auf dem Sportplatz ein hochrangiges Fussballturnier aus, bei dem -ich vermute mal- Vereine aus der 2. – 6. Regionalliga gegeneinander antreten. In den Pausen, davon gibt es einige, weil die Flaschen keine 45 Minuten durchlaufen können, läuft dafür Musik. Und die flutet meinen Gehörgang und verhindert, dass ich seelig entschlafe. Fenster zummachen würde zwar einen Teil von DJ Ötzi, Right Said Fred und Gianna Nanini abhalten, das geht auch nicht, da man ja atmen muss. Gianna Nanini klingt übrigens bei 500 Watt starken Kopfschmerzen gar nicht mehr so impossibile bello…

Aber der Oberklopper ist dieser Trottel mit der Presslufttröte. Die bringt meine leicht aufgematschten Gehirnwindungen nämlich zum erbeben. Und das ist gar nicht lecker bei Kopfweh. Ist es eigentlich Körperverletzung in Notwehr, wenn man diesem Typen seine Tröte in den Hintern steckt…?

Superklasse, ole ole – wirklich!

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Das Freddy-Kruger-Gedächtnis-Nachthemd

Heute morgen musste ich in dringender Mission in meine geliebte Uni-Stadt Tübingen. Ziel des Vorhabens: Fixierung eines Prüfungstermins bei einem Professor. Banale Sache. Eigentlich. Vorausgesetzt man könnte seine kraftstoffbetriebene Gehilfe benutzen und in dieser mal eben nach Tübingen rauschen…

Das Fahren an sich ist ja nicht soooo das Problem – ich bin ja ein Mann! ;-) Das Problem ist eher das Parken. Die Uni hat zwar in der Innenstadt einen Parkplatz, dort aber einen Platz zum Parken zu finden ist ein eher komplexes Problem. (Gottlob studiere ich normalerweise etwas außerhalb vom Zentrum und kann dort problemlos parken…) Der Glückliche, der tatsächlich einen Platz auf dem Cityparkplatz gefunden hat, muss außerdem auch sehr mutig sein, weil auf diesem Platz Dinge passieren, die wohl sonst so nirgendwo in dieser Republik geschehen.

Auf normalen Parkplätzen sind nämlich meist Bereiche markiert, auf denen man parken darf/soll/kann. Das ist auf dem Uniparkplatz zwar auch so, aber der Student an sich parkt einfach dort, wo es ihm gefällt. Das ist so ein bisschen gelebte Anarchie. Studentenaufstand light. Insbesondere wird daher auch da geparkt, wo eigentlich Autos, die ein- oder ausgeparkt werden, eigentlich fahren können sollten. Der Tübinger Studi kuppelt dann einfach aus, zieht (im Idealfall) nicht die Handbremse an und parkt einfach auf den Fahrwegen. Ggf. muss das dort geparkte Auto (und drei bis sieben weitere) dann zwar von einem Kommilitonen, der ausparken will, weggeschoben werden (der Begriff “Autoschieber” bekommt so eine völlig neue Bedeutung…), aber das ist ja kein Problem…

Naja, fast: Gäbe es da nicht dieses fiese, kleine Gefälle auf dem „Schiebeparkplatz“… Das ist zwar nicht groß genug, um ein stehendes Auto zum Rollen zu bewegen, wohl aber groß genug, um ein breits rollendes Auto viel weiter rollen zu lassen als eigentlich beabsichtigt… Seit dem ich mal einen im Weg stehenden Fiat angeschupst habe, weiß ich das. Danach einmal weg- und wieder hingesehen und siehe da: Der Scheißfiat rollte ja immer noch! Und zwar genau auf einen Golf zu. Seit dem Tag weiß ich auch, dass kinetische Energie eine verdammt lästige Sache sein kann. V.a. wenn man ein Auto ohne Bremse zwei Meter vor einem Golf bremsen muss…

Ich will daher gar nicht wirklich wissen, wie viele Auffahrunfälle durch angeschupste Autos es dort in einem Jahr gibt… Und noch weniger will ich wissen, wie viele von diesen Aufschiebunfällen gemeldet werden. Kurzum: Auf dem Schiebeparkplatz parke ich mein geliebtes Auto nicht – jedenfalls nicht mehr seit dem ich mein Wägelchen einmal ca. 30 Meter weiter weg gefunden habe, als ich es eigentlich geparkt hatte… Daher musste ich wohl oder übel heute Bus und Bahn fahren.

Die Busfahrt nach Reutlingen überspringe ich mal. Außer einem digital (Gas / Bremse) fahrenden Fahrer gab es auch nichts erwähnenswertes. Statt dessen möchte ich viel lieber das exquisite Odeur im Inneren der Regionalbahn erwähnen. Das Unternehmen Zukunft riecht verdammt muffig. Geruchlich also eher „Unternehmen Zugdunst“. Was soll’s? Ich setze mich in Fahrtrichtung rückwärts auf einen freien Platz. In der ersten Kurve bereue ich diese Idee: ich sitze nämlich in einem dieser fiesen Pendelzüge, die sich wie ein Mopedfahrer in Kurven legen können. Luft und pendelnder Zug tun ihr übriges: als ich neun Minuten (gefühlte 9 Stunden) später aussteige ist mir kotzübel – Die Bahn kommt! Und mir kommt’s gleich hoch.


(million_bicycles_in_tue.jpg)

Raus aus dem Bahnhof, an Deutschlands größtem Schrottplatz für Altfahrräder vorbei rüber zum Bus und … warten. Der kommt auch schon mit 6 Minuten Verspätung und da drin kann man sogar atmen und in Fahrtrichtung sitzen. Klasse. Mein Magen beruhigt sich.

Aber was ist das? An der nächsten Haltestelle steigt ein Rudel finnischer (schwedischer?) Austauschstudenten zu. Die optische Erscheinung des einen Mädels ließ meine Kinnlade ‘gen Süden kippen. So viel modischer Analphabetismus in einer Person habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Fangen wir mal oben an: Ihr Haare waren mit einem grell lilafarbenen Tuchdings auf ihrem Kopf drappiert. Drunter ging es mit einem Minikleid weiter. Das Ding wäre eigentlich von der Form (mit der entsprechenden Frau darin) ganz sexy gewesen, … Ja wenn es nicht durch sein rot-schwarzes Ringelmuster mit Gliterelementen wie ein tuffiges Freddy-Kruger-Gedächtnis-Nachthemd ausgesehen hätte…

Wie gesagt: das Freddy-Kruger-Gedächtnis-Nachthemd war mini… Daher war auch das meiste des BH der schrillen Dame zu sehen. Ich wollte weggucken – wirklich – aber die Kombi aus dem lilafarbenen Haarreif, dem rotschwarzen Ringelmini und dem türkiesgrünen BH ließ mich in Ehrfurcht Grauen erstarren. Der modische Totalschaden dreht sich um und ich (mein Blick noch immer schreckensstarr auf sie geheftet) durfte nun die andere Seite der Dame begutachten: Hinten.

Hinten war das Kleid rückenfrei – so bis kurz oberhalb der Lendenwirbel. Daher konnte ich jetzt auch den BH von hinten inspizieren. Ich weiß aus leidiger und langjähriger Erfahrung, dass die Dinger ganz fies aufzukriegen sind. Aber dass Frauen sie nicht recht zumachen können war mir neu: Meine spezielle neue Freundin statuierte hier ein Exempel: sie hatte nur einen von zwei Haken zugehakt…

Wer lässt sowas einreisen? Ist das nicht gegen die Genfer Konvention? Gibt es dagegen keine Gesetzte?

Egal. Ich bin am Ziel. Ich tappe den restlichen Weg zur Uni und warte auch nur 45 Minuten auf den Prof vor seinem Zimmer. Der kommt auch tatsächlich irgendwann und sieht so ein bisschen aus, als wäre er erst vor 3 Minuten aufgestanden. Frei nach Monopoli: „Gehe in die Uni. Begib Dich direkt dort hin. Gehe nicht übers Bad“. Vielleicht schläft er auch auf dem VW-Bus, der seit Jahren auf dem Schiebeparkplatz steht? Wer weiß!? Und ich Depp ziehe zur Feier des Tages sogar mal ein Hemd an. Zöh.

Der Prof ist wesentlich wacher als er aussieht und wühlt erst einmal in seinem Rucksack Marke „3 Wochen Tibet“ herum und zieht erst eine Pfeife und dann eine Dose mit Tabak hervor, stopft die Pfeife und fängt an zu paffen. Wenn ich jetzt Krebs kriege, kann ich dann die Uni verklagen!? Aber eines muss man dem Vanille-Zeug lassen: es roch we-sent-lich besser als der Zug vorhin!

Drei Minuten später ist alles geklärt und ich schwebe („I believe I can fly, …“) aus dem Zimmer und mache mich auf den Heimweg. Alles easy, alles peacig. Ich bin jetzt nur so breit, dass ich fast nicht durch die Aufzugtür passe… Endlich draußen angekommen beschließe ich zum Bahnhof zu laufen und die viele gesunde Bewegung und Luft gleich durch einen Besuch bei Mc Donalds wieder zu kompensieren. Mit meiner geüllten Futtertüte mach ich mich auf den Weg und suche ein nettes Plätzchen zur Nahrungsaufname. Das finde ich auch ein paar Straßen weiter: direkt neben dem Stand von irgendeiner globalisierungskritischen-esst-keine-Tiere-und-Free-Tibet-Protest-Aktion auf einer Treppe der Stiftskirche. Mir hat noch nie ein Chickenburger so gut geschmeckt wie heute. Esst Tofu, Freunde!

Weiter zum Bahnhof… Ich stelle etwas angepieselt fest, dass der 13:00 Zug wohl gerade eben durch gefahren sein muss und dass der nächste erst in 20 Minuten fährt. Kacke. Aber jetzt lerne ich eine neue Teufelei der Deutschen Bummel ääh Bundesbahn kennen.


(die_bahn_kommt_oder_auch_nicht.jpg)

Wie soll man sowas interpretieren? Meine optimistische Deutung war die folgende: Es ist jetzt 13:05 und der 13:00 Zug hat verspätung (Klar: Bahn!) und ist doch noch nicht durchgekommen. Er kommt aber sicher gleich, weil sonst wäre die Anzeige ja gelöscht. Jippyjeeeh. Ich freue mich! — Denkste: Die Tafel war doch noch nicht gelöscht…! Knapp 15 Minuten später schaffe ich es gerade noch rechtzeitig auf den 13:20 Zug auf Gleis 1…

Aber es scheint doch noch einen Gott zu geben. Der Zug war klimatisiert und ich konnte die Kühle auch ausgiebig genießen, weil ich einen der an-jeder-Gieskanne-haltenden Bummelzüge erwischt habe. Als ich nach 21 Minuten (vgl. oben: 9 Minuten) in Reutlingen aussteige ist mir kalt.

Als sich dann noch der Typ im Helmut Kohl-Format im fast leeren (!) Bus nach Hause neben mich, nein: halb auf mich setzt ist mein Glück perfekt. Ich liebe die Öffentlichen. Wirklich…!

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I hate libraries

… habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass ich Bibliotheken hasse? Zumindest die in der Uni, oder noch genauer: die bei den Geisteswissenschaftlern “unten im Dorf”? Regal um Regal, Gang um Gang und Stockwerk um Stockwerk vollgestopft mit Schwammigem und noch Schwammigerem, alles ist nicht greifbar und enthält nur Phrasen, die kein Mensch versteht… Da lob’ ich mir doch das Schubsen von Bits und Bytes…!

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