Mission: Internet-Anschluss II

oder: Warum muss ein Telefontechniker ins Haus kommen, um einen Anschluss zu schalten.

Das Leben kann so schön sein, wenn man einen Internet-Anschluss hat. Mac aufklappen und online-sein statt mühsamer und fehleranfälliger Einwahl per Bluetooth und UMTS… Dahin kann es aber ein langer Weg sein…

Gestern kam endlich der lang ersehnte Disponent und verrichtete seine Arbeit. Da ich nicht so recht verstanden habe, wieso so ein Mensch überhaupt vorbei kommen muss, schaute ich ihm natürlich genau auf die Finger und ließ mir erklären, was die Jungs machen. Zunächst erfuhr ich, dass er gar nicht von der Magentafarbenentelefonexmonopolfirma ist, sondern ein freischaffender Telefontechniker. Er sei billiger als die echten Magentatechniker und nur echte Magentakunden bekommen echte Magentatechniker. Joh…. Das wird wohl auch der Grund sein, wieso das so lange gedauert hat.

Nun zur Frage, wieso ein Techniker kommen muss, wenn ein neuer Anschluss in einem Mietshaus geschalten wird: Es ist so, dass ein großes Wohnhaus für mehrere Familien mit mehreren Anschlüssen gesegnet ist, von denen sogar noch manche frei und ungenutzt sind. Wenn man nun als neuer Mieter sagt “Hallo, ich bin der Holger, ich möchte in der X-Straße n in Y-Hausen einen Telefonanschluss haben”, so klemmt Magenta an einen x-beliebigen freien Anschluss der zu X-Straße n in Y-Hausen führt, von mir aus an Anschluss Nr. 17, meine Telefonleitung an. Was Magenta nicht weiß ist, in welcher Wohnung im Haus die Leitung tatsächlich rauskommt bzw. ob die Leitung überhaupt zu einer Wohnung führt oder nicht schon im Hauptanschluss (ver)endet. Und dazu muss der Techniker kommen. Der prüft erst mal, ob Magenta den neuen Anschluss zufällig an den gleichen Anschluss geklemmt hat, der früher in die Wohnung führte – sagen wir mal zu Wohnung Nr. 7. Wenn nicht, legt er am Hauptanschluss des Hauses Hand an: er weiß von der Magentafarbenentelefonfirma, dass ich Anschluss 17 bekomme und verbindet diesen mit der Leitung die in Wohnung 7 führt. Früher lag von mir aus Leitung 23 in Wohnung  7. Was jetzt noch folgt ist eine Messung, also ein Test ob die Leitung ok ist und dann kann der Anschluss geschalten werden.

Es wäre natürlich auch möglich das ganze Gedöns mit dem Techniker zu umgehen. Könnte ich als Kunde “Hallo, ich bin der Holger, ich möchte in der X-Straße n in Y-Hausen einen Telefonanschluss haben und die frühere Telefonnummer der Wohnung war trallala”, so könnte Magenta nachsehen an welcher Leitung die Telefonnummer trallala hing -nämlich an Leitung 23- und meinen Anschluss an diese Leitung klemmen. Kein Telefontechniker müsste mehr kommen, ich wäre nicht angezeckt bis auf’s Letzte, hätte zwei Tage Urlaub mehr, man würde Geld sparen und nicht zuletzt wäre es klimafreundlicher, da so ein Disponent ja mit dem Auto fährt…

So, … ich muss jetzt noch bei meiner bayrischen Telefonfirma anrufen und mal fragen, wieso ich statt der bestellten 18Mbit-Leitung nur 3,5MBit bekommen habe obwohl mir telefonisch zugesichert wurde, dass dies problemlos möglich sei, da mein Nachbar auch den 18MBit Anschluss hat. Bei der Gelegenheit kann ich auch noch klären wieso der Telefonanschluss wie ein bayrischer Wildbach rauscht…

Mission: Internet-Anschluss

Warum um alles in der Welt artet eigentlich generell jede Interaktion mit jedem x-beliebigen Telekommunikationsanbieter in einem völligen Desaster aus?

Vor wenigen Tagen bin ich in meinem neuen Habitat eingezogen. 4 Wochen vorher habe ich einem mehr oder weniger lokal in München (Bayern) operierenen Telko-Anbieter den Auftrag erteilt meine Wohnung an die weltweite Datenautobahn anzuschließen und (eigentlich eher nebensächlich) noch einen Telefonanschluss dazu zu klemmen.

Am 29.12 sollte der Anschluss geschalten werden und dazu muss aus irgendwelchen Gründen extra ein Herr von einem gewissen ehemaligen Telefonmonopolisten vorbei kommen und irgendwas tun. Wer am 29. natürlich nicht kam, war der Techniker des pinkfarbenen Ex-Monopolisten. Ein Anruf  bei meinem Telko-Anbieter brachte Licht ins Dunkel: der Disponent (so die offizielle Bezeichnung dieser fahrenden, telefonanschließenden Berufsgattung) hat mich nicht gefunden. Oder das Haus, die Straße, die Ortschaft, das Land…? Also per Superexpressdringlichkeitsauftrag ein Ersatztermin für den 30. ausgemacht…

Wer natürlich am 30. nicht erschien war der Disponent. Logisch, oder? Dis-po-nent – die Bezeichnung muss man sich übrigens echt mal auf der Zunge zergehen lassen! Ein weiteres Telefonat brachte ans Licht, dass ich abermals nicht gefunden wurde. Vielleicht sind Disponenten blind, können nicht lesen oder arbeiteten früher beim Paketdienst?! Ein weiterer Ersatztermin konnte mir auch nicht genannt werden, dafür bekam ich das Versprechen gleich am 4.1. angerufen zu werden und einen Ersatz-Ersatz-Termin zu bekommen.

Pustekuchen. Am 4. rief keiner an. Also rief ich am 5 an. Aussage: Wir versuchen für Freitag 8.1. einen Termin zu machen. Das hat aber irgendwie nicht geklappt. Anruf am 11.1.: Ja wir wissen auch nicht, wann das klappt… Aber wir klären das gleich ab und rufen noch heute zurück. Ich rief dann tags darauf am 12.1. zurück uuuuuuund: Am 14., morgen, ist mein großer Tag. Tadaaa! Morgen bekomme ich ein neues Internet. Juhuuu.

Merke also: auch wenn du extra NICHT bei dem gewissen Ex-Monopolisten orderst, kannst du indirekt doch mit denen Ärger bekommen…

PS: Prognose der Verkackwahrscheinlichkeit morgen: 90%

Mission Call & Surf (II)

Bei meinem letzten glorreichen Telefon-Marathon mit dem magentafarbenen Ex-Telefonmonopolisten habe ich in Erfahrung gebracht, dass es bis zu 6 Tagen dauern kann, bis ein neuer DSL-Anschluss geschalten wird, nachdem der vorhergehende DSL-Anbieter aus der Leitung gegangen ist.

Ich habe aber noch immer keinerlei schriftliche Auftragsbestätigung seitens der T-Com bekommen und noch immer keine definitive Zusage, wann und ob das DSL steht. Also habe ich eben nochmals angerufen. Diesmal war ein netter Herr mit Migrationshintergrund aus einer der Exrepubliken Yugoslaviens am Apparat. Der erzählte mir: “DähEsssLlll wirrrrd am zeeeehnte Juuuulli geschaltän”.

Okay?

Stand letzte Woche war: 1.7. Abschaltung altes DSL + höchstens 6 Werktage Bearbeitungsdauer = allerspätestens Dienstag, 8.7. habe ich wieder DSL. Und jetzt sollen es noch zwei Tage mehr sein!?

Ja danke.

Mission: Call & Surf

Oder: Die unglaublichen Freuden eines Telekom-Neukunden.

Ich glaube ich habe vor zwei, drei Wochen einen völligen Blödsinn gemacht: Ich habe bei der Telekom Call & Surf bestellt. Also Telefon Flat und DSL-Anschluss und DSL Flat für 40€ (oder so).

Es ist leider so, dass ich bis zum 27.6. (also morgen) einen DSL-Vertrag mit einem anderen Anbieter habe. Nennen wir ihn mal 3+3. Die nette Dame von der Telekom erzählte mir bei der Bestellung, dass es absolut kein Problem darstellt, am 27. den 3+3 DSL-Anschluss abzuklemmen und gleich darauf T-DSL anzuklemmen. So hätte ich dann nahtlos Internet und bräuchte nicht tagelang darben*. Ich müsse dafür nur meine Kündigungsbestätigung, die ich von 3+3 bekommen habe, an die Telekom schicken. Ok. Getan.

Zwei Tage später rufe ich bei der T-Com an. Und? Fax gekommen? Nach 10 Minuten suchen im System war das Fax auch schon gefunden und ich bekam die Aussage: “Ja, läuft alles”.

Toll.

Diesen Dienstag ist mir aufgefallen, dass ich noch keine schriftliche Bestätigung von der Telekom bekommen habe, dass ich irgendwas bestellt habe und dass ich “ein neues Internet” ;-) am 27. bekomme. Komisch. Also nochmal angerufen. Die Dame am Telefon brabbelte plötzlich irgendwas davon, dass erst am 1.7. das DSL von 3+3 abgeschalten werden würde und dass die T-Com bis dahin warten muss, bis sie irgendwas neues aufschalten kann. Aha! Fein.

Ich erklärte ihr, dass ich bei der Bestellung eine ganz andere Aussage bekommen habe. Damit fing die gute Frau nichts an und hat mich weiterverbunden. Die nächste Dame hat wieder 10 Minuten gebraucht, bis sie zum Schluss gekommen ist, dass sie nichts weiß. Also hat sie meine Telefonnummer notiert (es hat nur 6 Versuche gedauert, bis die Nummer korrekt war) und versprach, dass ich zurückgerufen werde.

Angerufen hat mich -natürlich- niemand.

Am Mittwoch Abend habe ich also nochmals bei der T-Com angerufen. Diesmal war ein Herr in der Leitung, der zwar an sich auch keinen Plan hatte, aber wenigstens eine tolle weitere Telefonnummer für mich hatte: die von der Niederlassung Südwest in Ulm.

Heute morgen habe ich also dort angerufen und mit 3 (!) Damen gesprochen bis ich endlich jemandem am Telefon hatte, der scheins kompetent war: Die erklärte mir, dass ein nahtloser Übergang von XY-DSL zu T-DSL nicht möglich ist. Und zudem würde es AB dem 1.7. noch bis zu 6 Tagen dauern, bis T-DSL geschalten wird. Aha. Ganz, ganz fein!

Von “nahtlosem Übergang” bis Summa Summarum etwa 10 Tage kein Internet ist ein ziemlicher Unterschied.

Ich fragte dann, warum JEDER andere DSL-Anbieter nahtlos umstellen kann (ich habe das schon 3x praktiziert) und die T-Com nicht. Das ist halt so, habe ich als Antwort bekommen. Aber ich könne mich trösten, viele andere Kunden hätten sich darüber auch schon geärgert.

Memo to myself: Never ever again!

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* Eine Wohnung ohne Internet ist keine artgerechte Haltung für einen Informatiker!