Tabellen für TeX generieren

Wer schon einmal versucht hat Tabellen in TeX “von Hand” zu erstellen, weiß, dass das eine ziemlich üble und knifflige Sache ist. In HTML ist das ja noch ganz logisch, einsichtig und einfach, aber den TeX-Kommando-Kauderwelsch verstehe ich beim allerbesten Willen nicht

(OK, ich habe mir auch noch nie die Mühe gegeben es wirklich verstehen zu wollen)

Da ich gerade Tabellen in meine Diplomarbeit einbinden muss, muss ich wohl oder übel Tabellen erzeugen können. Das ansonsten ja supergeniale und Hilfreiche TeXnicCenter (–> zum Download) spuckt gerade mal einen Tabellen-Stummel aus:

\begin{table}
\centering
\begin{tabular}

\end{tabular}
\caption{Supertolle Tabelle}
\label{tab:SupertolleTabelle}
\end{table}

Danke auch, den Teil hätte ich gerade noch hinbekommen!

Nach etwas Internet-Wühlen habe ich ein Tool gefunden, das eine Excel-Tabelle in TeX-Code konvertiert. Das Tool ist ein Excel-Makro und heißt Excel2Latex (–> zum Download) und liegt momentan in Version 2.0 vor.

Man baut sich also seine Tabelle in Excel, klickt auf ein Knöpfchen und bekommt eine größere Menge TeX-Code ausgespuckt.

Diesen Code copy/pasted man ins TeXnicCenter, compilliert und bekommt eine wunderschöne, dem Excel-Original frappierend ähnliche Tabelle.

Ok, ein Fehler ist drin (Die Leerzeile in der Tabelle wird am rechten Rand nicht geschlossen).

Über die Freuden mit TeX

Diplomarbeiten zu schreiben ist ja an und für sich gar nicht so schwer. Da die Dinger aber allgemein drohen eher länglich zu werden und Word bei eher länglichen Dokumenten gemeinhin bekannt gerne ganz, ganz komische Dinge tut, schreibt der kluge Studi die Arbeit nicht in Word, sondern teXt (gesprochen “techt”) sie.

Das Programm, das man dazu braucht heißt TeX (“Tech”) und wurde von einem netten, mittlerweile älteren Knaben mit ganz, ganz vielen Doktor-Titeln namens Don Knuth irgendwann mal vor gut 30 Jahren “erfunden”, als der ein Buch schreiben wollte und der damalige Stand der Technik nicht seinen Erwartungen entsprach. Mittlerweile wurde TeX noch von viel mehr Menschen als der Don Doktor-Titel hat, weiter entwickelt.

TeX funktioniert aber nicht wie Word (tippen, sehen, drucken), sonder TeX ist eine Seitenbeschreibungssprache, ein Textsatzsytem. Man programmiert quasi seinen Brief, seinen Aufsatz, seine Diplomarbeit, sein Buch in einem Text-Editor, lässt den TeX-Kompiler drüber laufen, bekommt (hoffentlich) eine PDF-Datei ausgespuckt und kann die dann drucken.

Das Tolle an TeX ist, dass es so wahnsinnig mächtig und erweiterbar ist. Egal für was, es gibt garantiert irgendein Package, das genau das macht (machen würde), was man will (wenn man verstünde, wie es funktioniert). Das Dumme daran ist, dass man quasi erst ein Diplom in TeX machen muss, um seine Diplomarbeit in irgendeiner anderen Disziplin schreiben zu können…

Alles wäre aber nur halb so schlimm, wenn man nicht auf die völlig abstruse Idee käme, eine Abbildung in seiner Arbeit einzufügen. Einen Flowchart, der irgendwas anschaulich darstellt, oder ein Dilbert-Comic. Da passieren dann Dinge, wie man sie eigentlich sonst nur aus Word kennt – der Don war halt seiner Zeit voraus. Das Bild wird gar nicht eingefügt, an der falschen Stelle, vielleicht ist es auch zu groß oder es wird beim Druck pixelig. Nichts ist unmöglich!

Mittlerweile bin ich tatsächlich bei dem Standpunkt angelangt, dass wir unsere Aufsätze wie damals der Typ auf dem Berg Sinai in Steinplatten hämmern sollten…