Lenovo Thinkpad Edge 11 (Part 3)

Im Detail betrachtet fallen doch einige kleinere Kritikpunkte am Edge auf:

So ein ganz “echtes” Thinkpad ist das Edge wohl doch nicht. Die Lüftersteuerung, die man sonst sehr einfach über das thinkfan Tool regeln kann, bleibt unregelbar. Ich habe zudem den Eindruck, dass das was das Edge “von Haus aus” unter Ubuntu macht ziemlich doof ist – mein x60t verhält sich hier entspannter. Erst läuft der Lüfter gar nicht, nach 5 Minuten läuft er kurz recht laut, geht wieder aus und irgendwann läuft er andauernd auf dem selben recht hohen Niveau. Wohlgemerkt ist das Gerät unten, dort wo der Prozessor ist, noch nicht einmal Handwarm. Das Lüfter-Geräusch fiel mir anfänglich nicht auf, da es toll im Hintergrundrauschen untergeht, aber in ruhigen Räumen nervt es doch.

Update: Mittlerweile konnte ich das thinkfan Tool aktivieren. Leider scheint es nicht korrekt zu arbeiten. Setzt man die Level manuell, so fällt auf, dass z.B. Level 5 und 6 gar nicht gehen, d.h. der Lüfter wird deaktiviert. Level 7 gleicht Level 1 :-) und Level 1 dreht auch schon zu hoch. Ich weiß nicht, wie sich der Lüfter unter Windows verhält, aber unter Linux nervt er doch ein wenig, zumal er eher hochfrequent als gemütlich brummelnd ist.

Das WLAN ist ebenfalls seltsam. Die Empfangsanzeige schwankt zwischen einem und drei Balken. Wohlgemerkt sitze ich hier am Tisch und bewege mich nicht. Die FritzBox steht ca. 3 Meter Luftlinie entfernt und bewegt sich ebenfalls nicht.

Das Problem Trackpad/WLAN-Treiber trat aus irgendwelchen Gründen anfangs nicht auf. Lustigerweise “entschloss” sich das Problem bis zwei Stunden nach Installation zu waren (mich in Sicherheit zu wiegen) und schlägt seit dem in 10-15 Sekunden langen Abständen zu. Ich habe v.a. den Eindruck, dass es beim Surfen im Internet besonders schlimm ist und/oder wenn man Dinge aus dem Netz lädt. Scheinbar knallt es genau dann, wenn Daten über die Luft gehen und gleichzeitig an der “Maus” herumgeschubst wird. Lassen kann man den Zustand so jedenfalls nicht.

Die Auflösung des Bildschirms ist für manche Anwendungen (unter Gnome) nicht ausreichend. Die herkömmliche Ansicht von Thunderbird ist z.B. kaum mehr zu gebrauchen. Entweder sieht man die Mailvorschau oder sieht man den Inhalt des aktuellen Ordners. Für beides gleichzeitig ist kein Platz.

Eigentlich bin ich mit dem Edge sehr zu frieden. Aber so manche Punkte sind doch nicht ganz perfekt…

Lenovo Thinkpad Edge 11 (Part 2)

Das Thinkpad Edge ist jetzt mit dem aktuellen 10.10er Ubuntu ausgestattet. Die Installation läuft natürlich problemlos ab und fast alles funktioniert “out of the box”. Die einzigen beiden Komponenten, die nicht oder nur teilweise funktionieren ist WLAN und das Touchpad.

Letzteres funktioniert zwar, das Multi-Touch Scrolling funktioniert aber leider nicht. Wie man das aktivieren kann, habe ich auch noch nicht heraus gefunden – trotz 20 Minuten googeln.

Das WLAN lässt sich aber einfach aktivieren: Zunächst benötigt man die build-essentials. Diese können fix per apt-get installiert werden. Dann benötigt man noch die Sourcen des Treibers. Im Edge ist lt. lspci folgendes installiert:

Realtek Semiconductor Co., Ltd. Device 8176 (rev 01)

Lustigerweise gibt es auf der Realtec-Seite keinen Treiber für dieses Gerät. Lt. diverser Foren und Blogs soll man aber den Treiber eines anderen Geräts verwenden. Dessen Bezeichnung ist rtl8192ce. Der Treiber lässt sich dann per “make” und “make install” übersetzen und installieren. Ich musste zusätzlich die Firmware-Dateien aus dem im Download enthaltenen Ordner nach /lib/firmware kopieren. Rebooten. Tut.

Nach einigen Stunden intensiverer Beschäftigung mit dem Edge kann ich folgendes sagen:

  • das Edge bleibt auch unter Ubuntu verhältnismäßig lauwarm und leise
  • die Geschwindigkeit ist völlig ausreichend. Ich habe nicht das Gefähl, dass das Edge lahmer reagiert als mein verkauftes 2.4GHz Macbook. Ich habe allerdings zwischenzeitlich noch 2GB RAM und meine SSD in die kleine Kiste geschraubt. Die SSD trägt natürlich viel zum gefühlten Speed bei, der RAM bringt Sicherheit, dass auch später ein Windows in einer Virtual Box genügend Platz bekommt.
  • einziges Manko das ich bisher finden konnte ist das Touchpad: dieses setzt nämlich ab und an einige Sekunden aus. Den Grund dafür kenne ich nicht, ich (das Internet und ein Kollege auch) habe(n) aber den Eindruck dass dieses Problem erst nach der installation des WLAN-Treibers für die Realtec-Karte auftritt. Man kann jetzt entweder auf die Zeit setzen und hoffen, dass die Community den Bug findet und fixt oder man installiert einfach eine andere Half Mini PCIE WLAN Karte. Diese gibt es für 20 Euro im Internet zu kaufen und die Installation sollte jedem gelingen.
  • Das bringt mich auch schon zum nächsten Punkt: Am Boden des Edge ist eine einzige Serviceklappe die mit drei Schrauben fixiert ist. Wenn diese offen ist, können Festplatte, RAM und auch die angesprochene Mini PCIE leicht ausgetauscht werden.

Ich muss sagen, dass mir das Edge bisher (auch unter Ubuntu) sehr gefällt. Wenn mich das WLAN-Touchpad Problem nervt kaufe ich noch eine andere WLAN-Karte und schraube dieses in das Notebook.

Ach ja: meine ersten Eindrücke (v.a. Optik, Gehäuse, …) habe ich im ersten Teil meiner kleinen Serie beschrieben.

Mein Thinkpad, ich und der System Freeze

Oder: Eine Liebe mit Hindernissen.

Im November habe ich ein an und für sich ganz nettes Thinkpad R60 von meinem Brötchengeber bekommen. Etwa 20 Minuten nach dem ersten Einschalten hat sich das schwarze Kästchen schon in die ewigen Jagdgründe verabschiedet: System Freeze. Rien ne va plus. Also:

Restart. Weiterarbeiten… System Freeze. Restart. Weiterarbeiten… System Freeze. usw

So geht das jetzt schon seit November. Anfang Februar wurde es mir dann entgültig zu doof und ich habe den Kasten eingeschickt. Fehlerbeschreibung: “Nicht reproduzierbarer System Freeze unter Windows und Linux.” Selbstredend kam das Thinkpad ohne Befund wieder zu mir zurück. Also weiter:

System Freeze. Restart. Weiterarbeiten… System Freeze. Restart. usw

Diesmal versuche ich es nicht mit einer normalen Reklamation, sondern einer Beschwerde. Der Unterschied zu einer normalen Reklamation ist, dass diesmal mein Thinkpad von einem netten Herrn von der Post abgeholt wurde (zwar einen Tag früher als vereinbar, aber egal), normalerweise muss man selber zur Post dackeln. Und mir wurde auch versprochen, dass das Mainboard getauscht wird. Das war vor ca. 2 Wochen.

Gerade klingelt das Telefon und ein freundlicher aber stark nuschelnder IBM-Mitarbeiter erzählt mir, dass ich mein Thinkpad in den nächsten Tagen zurück bekomme. Und was ist gemacht worden? Die Techniker haben das Thinkpad getestet und die CPU-Kontakte gereinigt. Ja Servus! Und was ist mit dem neuen Mainboard? Kein Fehler gefunden, kein Mainboard. Komisch, gestern stand doch in der C’t, dass der Lenovo Service so toll sei…?

Nur gut, dass wir am Freitag ein neues Notebook für mich bestellt haben…! Ob die Idee wieder ein Thinkpad (aber ein anderes) zu kaufen gut war, weiß ich aber gerade nicht so recht…!

Update von 14:00: Der freundliche Herr von der Post war grad da und das Notebook ist wieder hier… Ich dachte, es soll in den nächsten Tagen kommen? Aber heute ist ja der 1. April. Da kann sowas shcon mal passieren. Egal, ich packe es erst gar nicht wieder auf, ich warte auf das neue!