Gelesen: Der letzte seiner Art (Andreas Eschbach)

Den Schriftsteller Andreas Eschbach “kenne” ich bereits von einem anderen Buch, das ich vor einiger Zeit gehört habe: “Das Jesus Video”. Ich habe den Roman in guter Erinnerung und hatte daher eine recht hohe Erwartung, als ich an “Der letzte seiner Art” ging. 

Eschbach verwirbt in DlsA wieder sehr gekonnt Fiktion und Realität und schafft dabei eine ebenso phantastische wie auch glaubwürdige und in sich logische Geschichte: Anfang der 80er Jahre beginnt das amerikanische Militär zu begreifen, dass es nicht nur darauf ankommt ungeheuer schlagkräftige Bomben zu besitzen, sondern auch besonders hoch gedrillte Soldaten mit ungeheuren Fähigkeiten. Diese sollten in kleinen Kommando-Operationen Knaben a la Saddam Hussein oder Osama bin Laden den Gar aus machen können. Kurzerhand beschließt man eine Gruppe Junger Männer zu High-Tech “Cyborg” Soldaten mittels Implantaten, künstlichen Muskeln und elektronischen Systemen hochzurüsten.
Jahre später, viele der “gepimpten” Soldaten sind bereits tot, haben sich die wenigen übrig gebliebenen zur Ruhe gesetzt und führen ein beschauliches Leben als Frührentner. Der Held des Buchs, Dwayne, hat sich in Irland niedergelassen und verbringt seine Zeit damit der Leiterin des hiesigen Hotels nachzuträumen oder Bücher zu lesen. Als ein Anwalt samt geheimer Konstruktionspläne der Cyborg-Kämpfer bei Dwayne auftaucht und ihm den Vorschlag macht die amerikanische Regierung auf Körperverletzung zu verklagen, ist mit dem ruhigen Leben Schluss. Der Geheimdienst bekommt von der Sache Wind und beseitigt kurzerhand den Anwalt. Dummerweise hat der aber vorher Dwaynes heimlicher Flamme alle Unterlagen anvertraut, die nun zum Ziel des Geheimdiensts wird…

Die Story klingt natürlich sehr phantastisch, ist aber wie gesagt glaubhaft geschrieben und wirkt nicht konstruiert. Ich hatte beim Hören viel Spaß und wurde prima unterhalten. Ich freue mich jedenfalls auf den nächsten Eschbach, der mir in die Hände fällt.

Fitzeck: Der Seelenbrecher

Wow – Welch Titel!

“Der Seelenbrecher” ist mir aufgefallen, da er momentan auf Platz 4 der Amazon Bestsellerliste steht. Da sich der Klappentext auch gut gelesen hat, habe ich sofort zugeschlagen.

Worum geht’s? Die Story spielt in einer psychiatrischen Klinik irgendwo im Umfeld von Berlin. Es ist der 23. Dezember und wie es sich so gehört ist die Klinik durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten. Zusätzlich geht auch noch die Telefonleitung über den Jordan, als ein Krankenwagen einen Patienten anliefert und dabei, dank Glatteis, gegen den Anschlusskasten schüsselt. Logischerweise ist der Patient ein übler Irrer, der nach und nach Ärzte und Patienten der Klinik dezimiert. Das “besondere” an dem werten Herrn ist, dass er die Fähigkeit besitzt Menschen ohne äußere Gewalteinwirkung langsam zu töten und zwar, in dem er ihre Seele “bricht”. (Daher also der Titel…)

Ganz ehrlich: Ich fand das Buch zwar gut, spannend und ansprechend geschrieben aber auch sehr klischeehaft und an den Haaren herbeigezogen. Daher hielt sich mein Spaß beim Lesen in verhältnismäßig engen Grenzen. Schade!

Last not least bleibt übrigens noch zu sagen, dass am Ende natürlich alle völlig anders kommt als man so denkt…

Angelesen: Kalte Asche

(von Simon Beckett)

Die “Kalte Asche” ist der Nachfolger von einem meiner Lieblingsbücher: “Die Chemie des Todes”. Wieder steht der Gerichtsmediziner Dr. Hunter im Mittelpunkt und wieder geht es um eine rätselhafte Mordserie…

Ich habe zwar erst wenige Seiten gelesen, kann aber jetzt schon vermuten, dass das Buch ähnlich gut wie sein Vorgänger wird. Klasse Schreibstil, toll recherchiert.

Das Systen (Karl Olsberg)

Das Genre der High-Tech-Thriller kreist immer wieder gerne um das Thema, dass irgendwelche Geräte/Systeme/Computer (künstliche) Intelligenz entwickeln und sich gegen ihren Schöpfer, den Menschen, richten. “Das System” von Karl Olsberg ist ein weiterer Kandidat aus dieser Reihe.

Story: Statt dessen, dass Cyborg Armeen die Menschheit Terminator-Like ausradieren, ist “Das System” wesentlich subiler. Die Gefahr ist hier ein intelligenter Super-Wurm, der sich auf vielen tausend Rechnern im Internet installiert hat und eine Schwarm-Intelligenz bildet. Pandora, so der Name der künstlichen, verteilten Intelligenz, sieht sich plötzlich von den Menschen bedroht und versucht sich selbst zu schützen… Etwas “unpraktisch” hierbei ist für die Menschheit, dass heute leider alles über Computer gesteuert wird und zudem vom Internet aus zu erreichen ist… Somit ist Pandora ein scheinbar übermächtiger Gegner!

Hintergrund: Der Autor Olsberg ist Informatiker und hat über künstliche Intelligenz promoviert. Dementsprechend wenig völlig aus den Fingern gesogenen Blödsinn findet man in diesem Buch*. “Das System” ist natürlich sehr phantastisch, aber das präzise Wissen über die Materie, lässt das Buch sehr real und plausibel klingen.

Ich habe gerade sehr viel Spaß beim Lesen und kann das Buch schon jetzt weiter empfehlen!
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* so wie z.B. in Dan Browns Cyber Thriller Diabolus…

DVD: Disturbia

Ich bin kein Kenner von Hitchcock-Filmen aber man muss auch keiner sein, um zu erkennen, dass “Disturbia” eine Art “verjüngtes” Remake des Klassikers “Das Fenster zum Hof” sein soll. Verjüngt deswegen, weil der/die Hauptdarsteller Vorort-Teens sind. Die große Frage die sich mir bei Disturbia gestellt hat ist, ob die Mischung aus Teen-Movie und Thriller funktioniert…

Der Held des Films ist der 17jährige Kale, der von Shia le Boeuf -ebenfalls Hauptrolle in Transformers- sehr sympatisch gespielt wird. Kale hat seinen Vater bei einem (mit von ihm) verschuldeten Verkehrsunfall verloren und deswegen dreht er auch etwas am Rad und begeht mehrerer kleine Straftaten. Nachdem Kale seinen dämlichen Lehrer niedergeschlagen hat, brummt ihm ein Richter 3 Monate Hausarrest per Hightech GPS-Fussfessel auf. Verlässt Kyle das Grundstück, schlägt die Fußfessel alarm und die Cops kreuzen auf. Nach anfänglichen X-Box, TV und Internet-Sessions, die von seiner Mutter (Carry Ann-Moss :arr: Matrix (!!)) unterbunden werden, wendet sich Kale seinen Nachbarn zu und wird zum “Profi-Spanner”. Welch netter Zufall, dass ein Haus weiter die gleichaltrige und verdammt attraktive Ashley* samt ihrer Familie einzieht – somit ist für “Reality-TV ohne TV” gesorgt… ;-)

Zur gleichen Zeit fällt Kyle auch sein anderer Nachbar auf: ein allein stehender Typ mittleren Alters, der seltsamerweise genau so ein Auto fährt, nach dem im TV wegen der Entführung einer jungen Frau gesucht wird. Zusammen mit seinem Kumpel und später mit Ashley macht Kyle sich an die Observierung seines Nachbarn… Dumm nur, dass Kyle nicht das Grundstück verlassen darf…

Disturbia funktioniert, wie ich finde, recht gut. Der Mix aus Teen-Movie, Thriller, ein bisschen Drama hier und ein Körnchen Comedy da, geht ziemlich gut auf. Ok, der Plot ist an mancher Stelle ein wenig … holprig und die Darsteller agieren etwas hirnlos und unlogisch aber ansonsten kann man mit den drei Hobby-Spannern durchaus einen spannenden Kino-Abend erleben.

Fazit: unterhaltsamer Film für einen DVD-Abend.

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* warum sehen meine Nachbarinnen eigentlich immer so scheiße aus oder sind mindestens 100?

Film: The Departed (DVD)

Nachdem ich neulich festgestellt habe, dass ich quasi keinen der Filme gesehen habe, die in diesem Jahr Oscars bekamen oder nominiert waren, habe ich angefangen wenigstens die Filme auf DVD “nachzusehen” – man könnte ja eine Bildungslücke haben.

Im Fall von The Departed ist das tatsächlich der Fall. Der Film von Martin Scorsese gefielt mir richtig gut.

Departed ist nichts für Kinder. In Departed fallen mehr Schimpfworte, als eigentlich nötig gewesen wären. Mir ging das Gefluche und die Teils etwas derbe Fäkalsprache mitunter ganz ehrlich gesagt auf den Sack äh Wecker.. Etwas weniger wäre mehr gewesen.

Auch ist der Film ziemlich brutal, wenn man die ab und an etwas in der Gegend herumspritzende Gehirnmasse heute noch als (sehr) brutal empfindet. Allerdings gibt es da heute garantiert viel extremere Streifen (Hostel), die spritzende Hirnmasse mit etwas Handlung würzen, nur um gleich noch mehr Blut vergießen zu können. Bei Departed wird “halt mal” jemand erschossen und da der Film nicht an 10jährige gerichtet ist, fließt dabei auch Blut.

Ich finde Departed hat eine sehr gut und logisch erzählte, aber anspruchsvolle Geschichte. Man muss bei dem Film aufpassen, um mitzukommen und um alles zu verstehen. Abgesehen vom Anfang, bei dem der Zuschauer etwas seltsam in die Geschichte geworfen wird und dem gleich folgenden Zeitsprung, wird die Geschichte aber gut und verständlich entwickelt und spitzt sich gegen Ende immer mehr zu.

Die schauspielerische Leistung aller Rollen empfand ich als sehr gut. Leo DiCaprio wird mir langsam aber sicher sympathisch. Er sieht zwar noch immer wie ein Milchbubi aus, daran ändert auch das Bärtchen nichts, aber er spielt gut. Die Verzweiflung und das Leiden, die er in seiner Rolle ausdrücken musste, kam perfekt rüber.

Sein Kontrahent, ein von Matt Damon gespielter korrupter Cop, wiegt sich zunächst in selbstgefälliger Zufriedenheit und Sicherheit und kommt immer mehr unter Druck, als ihm Undercover-Cop Leo zusetzt. Matt Damon spielt das ganze ebenfalls hervorragend. Ich mochte ihn zwar lange Zeit auch nicht, aber auch er wird wie Leo langsam richtig gut.

Die Nebenrollen sind mit Marc Walberg, Jack “Diabolic Grin” Nicholson und Martin Sheen auch mehr als gut und glaubwürdig besetzt. Die Kamera empfand ich als excellent und die Musik unaufdringlich und immer zur Situation passend.

Was will man mehr an einem Film? Der Oscars für den besten Film, Drehbuch und Trallala gehen für mich absolut in Ordnung! Von mir bekommt der Film 9 von 10 Punkten.

Ich glaube, ich muss unbedingt noch Gangs of New York ansehen. Der Film ist ebenfalls von Scorsese, mit Leo DiCaprio und ist ebenfalls ein in diesem Genre anzusiedelnder Film.